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Kein Blitzer-Anhänger, sondern eine blinkende Hinweistafel an alle Autofahrer am Ortseingang Lauenburg: „Schleswig-Holstein ist für Touristen gesperrt“. Foto: be

Kleiner Grenzverkehr rollt

Lauenburg. Der kleine Grenzverkehr über die Elbe rollt. Zwar weist eine digitale Hinweistafel am Ortseingang von Lauenburg unübersehbar darauf hin, dass Schleswig-Holstein für Touristen wegen der Corona-Krise gesperrt ist. Doch Polizeikontrollen am Übergang von Niedersachsen in das benachbarte Bundesland im Norden gibt es auf der Bundesstraße 209 nicht. Auch nicht wenige Kilometer weiter im Verlauf der Hafenstraße bis ins Zentrum.

Eigentlich ist es wie immer. Nur dass spürbar weniger Autos als sonst üblich am Montag über die Elbbrücke zwischen Hohnstorf/Elbe und Lauenburg fahren. Überhaupt sind es größtenteils die Wagen heimischer Handwerksbetriebe von hüben und drüben: etwa aus Sassendorf, Artlenburg und Bleckede aus dem Landkreis Lüneburg und Orten im Herzogtum Lauenburg, die die Elbe überqueren. Dazu gesellen sich vereinzelt schwere Lkw mit Trailern, auf denen Container transportiert werden. Der Hinterlandverkehr vom Hamburger Hafen rollt weiter. Autos mit auswärtigen Kennzeichen sind hingegen kaum zu sehen.

Es gibt keine Einschränkung für die Mobilität der Bürger, die aus dem Landkreis Lüneburg in den Nachbarkreis Herzogtum Lauenburg wollen. Zumal Lauenburger Praxen weiterhin Arzttermine an Patienten aus den niedersächsischen Nachbargemeinden jenseits der Elbe vergeben.

Auf der B5 nach Geesthacht ist nicht viel los

Im Stadtzentrum ist es am Tag, an dem die neuen und verschärften Kontaktbedingungen gelten, ruhig. Die sonst alltäglichen kleineren Staus an den Ampeln bleiben aus. Einzig auf der Großbaustelle an der alten Post geht es betriebsam zu. Die Bauarbeiter sind emsig bei der Sache. Menschen sind nur wenige unterwegs und wenn, dann einzeln oder maximal zu zweit, so wie es die Auflagen vorsehen. Auf den Parkplätzen der Supermärkte beziehungsweise Discounter stehen am frühen Nachmittag nur vereinzelt Autos.

Auf der Bundesstraße 5 nach Geesthacht ist auch nicht viel los. Daran ändert sich auch nichts im Stadtkern. Die Geesthachter Fußgängerzone wirkt fast wie verwaist, nur sehr wenige Menschen kreuzen den Weg. Das größte Kaufhaus am Platze ist geschlossen, in dem noch geöffneten Drogeriemarkt ist der Kundenandrang ebenso überschaubar wie in der Passage gegenüber mit dem angegliederten großen Rewe-Supermarkt.

Lebendiger geht es auf der bei Hamburg-Pendlern beliebten Bundesstraße 404 zu. Zahlreiche Fahrzeuge überqueren in deren Verlauf die Elbe am Stauwehr Geesthacht und passieren die Landesgrenze von Schleswig-Holstein nach Niedersachsen. Doch das Aufkommen an Fahrzeugen ist kein Vergleich zu dem, was sonst an einem normalen Werktag an Autos und Lastwagen auf der B 404 unterwegs ist. Auch hier rollt der kleine Grenzverkehr – allerdings fehlt auf dem Weg von der Elbmarsch in Niedersachsen nach Geesthacht der Hinweis, dass Schleswig-Holstein für Touristen gesperrt ist.

Von Stefan Bohlmann