Aktuell
Home | Coronavirus | Neue Regelungen bei Paketdiensten
Auf die Kundenunterschrift auf dem Scanner verzichten DHL, DPD und Hermes jetzt. Foto: Adobe Stock

Neue Regelungen bei Paketdiensten

Lüneburg. Die meisten Läden haben geschlossen, die Menschen sollen zu Hause bleiben, viele greifen deshalb auf die Dienste von Hermes, DHL oder DPD zurück. Um M itarbeiter und Kunden vor dem Coronavirus zu schützen, versuchen die drei Unternehmen inzwischen, die Zustellung möglichst ohne engen Kontakt zwischen Lieferant und Kunden ablaufen zu lassen.

Einig sind sich die Dienstleister dabei, dass die Unterschrift auf dem Scanner in der nächsten Zeit wegfallen muss. Zwar sei eine Übertragung des Virus auf diesem Wege äußerst unwahrscheinlich, jedoch müssten sich Zusteller und Empfänger bei dem Vorgang unnötig nah kommen. Deshalb werde zunächst darauf verzichtet, erklärt Sebastian Zeh, Pressesprecher von DPD.

Die Hermes-Zusteller klingeln deshalb ab sofort und stellen das Paket vor der Wohnungstür ab, beschreibt Friedemann König, Pressesprecher von Hermes. Dann soll der Empfänger auf dem Label des Pakets unterschreiben, der Zusteller fotografiert dies anschließend, sodass die Übergabe dokumentiert ist. Dabei soll darauf geachtet werden, dass die Beteiligten den gebotenen Mindestabstand einhalten.

Persönliche Quittierung nicht mehr nötig

DHL verzichtet indes auf die Kundenunterschrift. „Unsere Zusteller dokumentieren die erfolgreiche Auslieferung mit ihrer eigenen Unterschrift auf dem Scanner anstelle des Empfängers“, erklärt DHL-Pressesprecher Stefan Laetsch den neuen Vorgang. Der Zusteller werde dabei weiterhin klingeln und in einem sicheren Abstand warten, bis der Empfänger das Paket angenommen hat. Erst dann unterschreibt er selbst auf dem Scanner. Sollten Kunden damit nicht einverstanden sein, können die Pakete auch zur Abholung in eine Filiale gebracht werden.

Beim Paketdienstleister DPD ist eine persönliche Quittierung bei der Zustellung derzeit nicht mehr nötig. Zudem dürfen kleine, flache Pakete ab sofort im Briefkasten hinterlegt werden. Die Option „Wunschnachbar“ werde ebenfalls ausgesetzt, meint Zeh, „um seitens DPD die Anzahl der für eine Paketzustellung notwendigen Kontakte so gering wie möglich zu halten“.

Änderungen bezüglich der Paketshops

Alle drei Anbieter rufen ihre Kunden vor allem dazu auf, online einen Abstellort anzugeben. So könne der direkte Kontakt zwischen Zusteller und Empfänger vollständig vermieden werden.

Änderungen gibt es außerdem bezüglich der Paketshops. Während Hermes schätzt, dass 70 bis 80 Prozent dieser Shops „weiterhin geöffnet bleiben, weil sie in Einrichtungen für die Grundversorgung integriert sind“, will DPD dies zunächst klären. „Bis zum Abschluss dieser Klärung ist die Abgabe und Abholung von Paketen in diesen Shops für kurze Zeit ausgesetzt“, sagt Zeh. Auch er geht allerdings davon aus, dass ein Großteil der Shops kurzfristig wieder geöffnet werden kann.

Von Lilly von Consbruch