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Der Online-Marktplatz „Bienenbüttel kauft lokal“ soll den Händlern der Gemeinde in Zeiten der Krise helfen. Diesen hat Björn Pamperin mit Unterstützung von Anja Findler, der Wirtschafts- und Tourismusgemeinschaft (WTG) sowie der Gemeinde Bienenbüttel ins Leben gerufen. (Foto: Phs)

Bienenbüttel: Händler gehen online

Bienenbüttel. Es ist ruhig geworden in der Bienenbütteler Bahnhofstraße: Wo sonst Menschen in der Sonne einen Kaffee genießen und von Laden zu Laden bummeln, bangen nun Betriebe um ihre Zukunft. Die Corona-Krise hat auch hier das geschäftliche Treiben lahmgelegt.

„Ich mache mir um den Geschäfts- und Gastronomiebereich im ländlichen Raum wirklich Sorgen“, sagt Bürgermeister Merlin Franke. Was also tun? Björn Pamperin aus Bienenbüttel hatte eine Idee. Mit Unterstützung der Gemeinde sowie der Wirtschafts- und Tourismusgemeinschaft (WTG) hat er kurzerhand einen Online-Marktplatz für die örtliche Unternehmenswelt ins Leben gerufen. Seit einer Woche können Waren der Bienenbütteler Geschäfte per Mausklick bestellt werden. 15 Händler haben sich bis gestern auf der Plattform angemeldet. Initiator Björn Pamperin schätzt, dass inzwischen fast 300 Produkte mit Foto und Beschreibung online zu finden sind – vom Eis über Kosmetikartikel bis hin zur Kontaktlinse. „Die Auswahl wächst gerade täglich.“

Anschubfinanzierung von der Gemeinde

Pamperin, erst seit wenigen Wochen Pressesprecher der WTG, kam die Idee bereits, als die ersten Läden schließen mussten. Befreundete Geschäftsleute klagten ihm ihr Leid. Als dann auch noch ein Aufruf bei Facebook auf seinem Bildschirm aufpoppte, Kunden mögen doch bitte ihre Einkäufe aufschieben, fragte sich Pamperin: „Was ist mit den Sachen, die sich nicht aufschieben lassen?“ Osterdeko zum Beispiel. Er wandte sich an die Gemeinde, erhielt eine Anschubfinanzierung und hob die Plattform aus der Taufe. Ehrenamtlich.

„Man bekommt in Bienenbüttel alles und ist hervorragend versorgt – das war einer der Gründe, warum wir hierher gezogen sind“, erzählt Pamperin, seit 2012 Mitglied der Gemeinde. „Ich würde mich freuen, wenn das Angebot bleibt, aber dafür müssen die Geschäfte überleben.“ Er und Bürgermeister Merlin Franke appellieren an die Bienenbütteler, der lokalen Wirtschaft treu zu bleiben. Bezahlung und Lieferung funktionieren von Betrieb zu Betrieb unterschiedlich. „Den meisten Händlern war es wichtig, dass die Waren vor Ort abgeholt werden können. Das funktioniert mit der Abstandsregelung auch ganz gut“, berichtet Pamperin. Einige bieten aber auch eine Versand-Option an.

Angaben dazu, wie viele Produkte auf diesem Wege bereits verkauft wurden, kann und will er nicht machen – schließlich sei das Angelegenheit der Firmen. Er hält es für möglich, dass der Onlinehandel auch nach der Krise eine Chance für die Bienenbütteler Wirtschaft sein könnte. „Die Plattform steht ja. Wenn das läuft, kann es so bleiben.“

Händler und Kunden, die mehr zu dem Thema wissen wollen, können sich per Mail an Björn Pamperin wenden: bienenbuettel@bjoern-pamperin.de.

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Wer Hilfe anbieten möchte oder Unterstützung sucht: www.coronahilfe.bfw-design.de oder www.lebendiges-lueneburg.de/solidaritaet

Von Anna Petersen