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Studierende wechselten für ihr Projekt die Perspektive in die Arbeitswelt. Dozent Jens Schmidt, Katrin Perczynski vom Textilpflege-Unternehmen Marwitz und Museumsleiterin Heike Düselder präsentieren die virtuelle Ausstellung. (Foto: t&w)

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Lüneburg. Es war ein Experiment: Was ist ein spannendes Projekt zum Thema „Arbeit“? Diese Frage stellte Jens Schmidt aus der Fakultät Wirtschaftswissenschaften seinen Studierenden im Oktober. Welche Ideen auch immer die Seminargruppe lieferte – im Frühjahr sollte eine davon im Museum Lüneburg präsentiert werden. Dieses suchte für ihr neues Kreativangebot an junge Leute, „Raum m“, ein Ausstellungsformat über die Lüneburger Wirtschaftsgeschichte. Herausgekommen ist ein Projekt, das sogar resistent gegen die Corona-Einschränkungen ist.

„Arbeit – wir wollen’s wissen“ heißt die virtuelle Ausstellung. Sie ist das Ergebnis des Ideenwettbewerbs. Wie der Titel schon sagt, geht es in der Präsentation um die Fragen, die sich die Studierenden zur Arbeitswelt stellten. Zum Beispiel: Wie lassen sich Familie und Beruf vereinbaren, wie beeinflusst Arbeit das Leben eines Menschen mit Beeinträchtigung oder wie wird man zur erfolgreichen Führungskraft? Für die Antworten darauf zogen die Studierenden los zu den Experten. Dozent Jens Schmidt hatte allen ein Unternehmen vermittelt, das sich mit ihren jeweiligen Anliegen auskennt. Dort hospitierten die Studierenden mindestens einen Tag lang. Sie beobachteten, führten Interviews, fotografierten, filmten und packten selbst mit an. „Die gesammelten Ergebnisse haben wir zu einer virtuellen Ausstellung für das Museum Lüneburg zusammengefügt“, erklärt Studentin Kristina Nuss.

Digitale Galerie

Ursprünglich sollte das Projekt auf Bildschirmen im Museum Lüneburg laufen. Jetzt ist das Museum geschlossen, aber die Ausstellung findet trotzdem statt – und zwar online. Die Adresse www.arbeit-wiwowi.de oder der Link auf der Homepage des Museums Lüneburg führt in die digitale Galerie. Dort erscheinen Kacheln mit den Fotos der Studierenden. Wie Türen lassen sie sich öffnen und geben den Weg frei zu den Ausstellungsräumen mit den persönlichen Erfahrungen der Studierenden in den Unternehmen. Das Museum hat damit nicht nur viele kleine Ausstellungen gewonnen. Heike Düselder, Leiterin des Museums sagt: „Es wird die Vergangenheit und auch die Gegenwart der Lüneburger Arbeitsgeschichte abgebildet – wir schlagen quasi zwei Fliegen mit einer Klappe.“

Eines der von den Studierenden vorgestellten Unternehmen ist das Textilpflege-Unternehmen Marwitz. Geschäftsführerin Katrin Perczynski sagt: „Ich habe aus dem Projekt mitgenommen, wie man uns von außen sieht und was Mitarbeiter über das Unternehmen erzählen.“ Mit dabei waren auch die Autolackiererei und Karosseriewerkstatt Hacker, das Innenarchitekturbüro Formwaende, das Call-Center der Hamburger Hochbahn, der Fitnessgeräte-Hersteller playfit, das theater im e.novum, die Lebenshilfe Lüneburg-Harburg, der Raumausstatter WohnStore, die Coaching- und Beratungsfirma C3 consulting coaching concept, der Ausbildungsverbund Lüneburg, der Analytik-Dienstleister eurofins und die Personalberatung für IT Paltron.

Dozent Jens Schmidt ist mit dem Ergebnis seines Experiments sehr zufrieden. „Mich begeistert die Medienkompetenz der Studierenden“, lobt er die digitale Umsetzung der Ausstellung. Sein Projekt-Resümee: „Wir müssen die Studierenden mehr in die Praxis schicken und Erfahrungen machen lassen.“

Von Franziska Ruf