Aktuell
Home | Lokales | Bleckede | Bleckede setzt ein Zeichen

Bleckede setzt ein Zeichen

Bleckede. Ein Zeichen in Zeiten der Krise setzen, das will auch der Rat Bleckede – und hat ein wichtiges Projekt auf den Weg gebracht: Einstimmig haben die Politiker während der jüngsten Sitzung die Verwaltung beauftragt, zu prüfen, inwieweit eine Ferienbetreuung für alle Grundschüler in diesem Sommer ohne Unterbrechung möglich ist. Sie folgten damit einem Antrag der CDU-Fraktion, die das Thema auf die Tagesordnung gebracht hatte.

Bislang können nur solche Kinder den Service der Stadt nutzen, die auch regulär für eine spät- oder nachschulische Inobhutnahme angemeldet sind. Das soll sich nun ändern, wie Kathrin Groth für die Christdemokraten beantragte: „Viele Erziehungsberechtigte mussten bereits jetzt aufgrund der Pandemie ihren Urlaub ungewollt nehmen“, so ihre Erläuterung, „sie werden im Sommer auf eine Betreuung ihrer Kinder angewiesen sein. Dem möchten wir entgegenkommen und für bessere Planbarkeit sorgen.“ Ein Anliegen, das auch die übrigen Fraktionen unterstützten.

Die Sozialdemokraten wollten den Antrag sogar noch erweitert sehen, wie Birgit Neumann betonte: „Wir möchten, dass das Angebot während der kompletten Sommerferien zur Verfügung steht“, so ihre Aussage, „ohne, dass die Betreuungseinrichtungen in diesem Jahr wie üblich drei Wochen schließen.“ Dem schloss sich auch die Unabhängige Wählergruppe Bleckede (UWB) an, unterstrich aber, dass die Möglichkeit unbefristet allen grundsätzlich offenstehen sollte.

Knapp zehn Prozent nutzen die Notbetreuung

Die Grünen hatten sich eine Stellungnahme der Verwaltung erhofft. Bürgermeister Dennis Neumann erklärte: „Wir haben den Antrag angesehen, wollten aber der üblichen gelebten Praxis Rechnung tragen und zuerst die Begründungen und eine Beschlussvorlage abwarten.“ Die gab es dann in Form eines Auftrags an die Stadt: Einstimmig beschlossen die Politiker, dass nun geprüft werden solle, ob die Betreuungseinrichtungen grundsätzlich allen gegen Gebühr in den Ferien zur Verfügung stehen und das Angebot in diesem Sommer ohne Unterbrechung gewährleistet werden kann.

Entgegenkommen wollte der Rat den Eltern auch in anderer Hinsicht: Ebenfalls geschlossen votierte das Gremium dafür, die Einziehung der Gebühren aus den Kindertagesstätten sowie der nachschulischen Betreuung für die Monate April bis zum Ende der Notbetriebsregelung gemäß einer Verordnung des Landes auszusetzen. Neumann erklärte dazu: „Es ist in diesen Zeiten schwer zu vermitteln, weshalb für einen Service gezahlt werden soll, der nicht geboten wird“, sagte er, betonte aber auch: „Dieses ist kein Verzicht auf den Gebührenanspruch, die Einziehung für diesen Zeitraum soll lediglich unterbleiben.“

Seitdem die Kindertagesstätten geschlossen wurden, nutzen etwa knapp zehn Prozent die Notbetreuung in den Bleckeder Einrichtungen, so Neumann: „Das ist im Vergleich zu den Nachbarn ein erfreulicherweise recht geringer Wert.“

Von Ute Lühr