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An den Grundschulen gibt es bereits einige Angebote, um Schüler zu unterstützen. Auch die Stadtteilhäuser öffnen nach und nach. Foto: t&w

Mehr Angebote für Kinder

Lüneburg. Seit mehr als einer Woche sind auch die Schüler der dritten Klassen wieder in der Grundschule, die Zweit- und Erstklässler müssen immer noch von zuhause aus lernen. Dieses wochenlange „Homelearning“ ist an manchen Kindern nicht spurlos vorbei gegangen: Einige Kinder kommen im Unterricht nicht mehr mit, andere leiden an der langen Trennung von Gleichaltrigen. An den Grundschulen gibt es bereits einige Angebote, um diese Schüler besonders zu unterstützen. Auch die Stadtteilhäuser öffnen nach und nach.

An der Anne-Frank-Grundschule liegt der Fokus vor allem darauf, den Kindern einen Weg aus der sozialen Isolation zu bieten. Die Schulleiterin Daniela Tiesing zählt auf: „Wir haben kleine Gruppen, in denen die Schüler zum Beispiel in den Schulgarten gehen, Dinge kreativ gestalten oder werken können. Dabei geht es nicht um die Aufarbeitung des Unterrichts, sondern darum, ihnen Zeit zu geben, um Kraft zu tanken.“ Auch das Sorgentelefon und das neugeöffnete Malatelier verfolgen diesen Ansatz. „Die Kinder können immer dorthin, wenn sie nicht im Kernunterricht in der Klasse sitzen“, so Tiesing. Das solle vor allem den Schülern helfen, die aus schwierigen Verhältnissen kommen.

Unterstützung in Kleingruppen gibt es außerdem für die Viertklässler, die Deutsch als Zweitsprache haben. „Die müssen jetzt gefördert werden, damit sie den Übergang auf die weiterführenden Schulen meistern können.“ Die meisten anderen Schüler der dritten und vierten Klassen seien an der Anne-Frank-Schule bisher jedoch gut mit den Inhalten zurecht gekommen.

„Lernen braucht auch eine lernfördernde Umgebung“

Das betont auch Patrick Schnüttgen, Schulleiter der St.-Ursula-Schule. „Dennoch gibt es Ausnahmen. Einzelne Schülerinnen und Schüler sind in dem Stoff weit zurück und müssen nun speziell gefördert werden.“

Deshalb werden diese auch an den Tagen in der Schule gefördert, an denen sie eigentlich keinen Präsenzunterricht haben. So entfällt für die Kinder das Homelearning, denn Schnüttgen betont: „Lernen braucht auch eine lernfördernde Umgebung. Diese ist nicht für jede Schülerin oder jeden Schüler zuhause vorhanden.“ Deshalb seien besonders außerschulische Angebote wie der LernRaum der Kindertafel, in dem Schüler aus bedürftigen Familien ihre Hausaufgaben unter Aufsicht erledigen können, enorm wichtig, betont Daniela Tiesing. Auch die Stadtteilhäuser würden dabei eine wichtige Rolle spielen. Auch sie öffnen jetzt wieder ihre Türen.

„Unter anderem läuft im Salino seit Montag wieder die Hausaufgabenbetreuung“, erklärt Lüneburgs Sozialdezernentin Pia Steinrücke. Auch in den anderen Stadtteilhäusern sollen nun Angebote rund um die Schnittstelle zur Schule wieder an den Start gehen, „auch Beratungsangebote für Kinder, Jugendliche und Familien finden wieder statt“. Die Einhaltung der Hygienemaßnahmen stehe an erster Stelle.

Von Lilly von Consbruch