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Wienebütteler Weg
Hier soll das neue Wohngebiet Am Wienebütteler Weg entstehen. Unten im Bild der Sportpark Kreideberg. (Foto: be)

Mehr Schutz für die Anwohner

Lüneburg. Es gibt ruhigere Orte zum Wohnen in Lüneburg. Täglich 7100-mal rauscht der Verkehr in Höhe Brockwinkler Weg über den Wienebütteler Weg, Tendenz kräftig steigend. Denn schon in fünf Jahren sollen es 9350 Verkehrsbewegungen sein, verursacht im Wesentlichen durch das geplante Neubaugebiet Am Wienebütteler Weg, wie eine Verkehrstechnische Untersuchung ausweist. Aus Sicht von Anwohnern aber greift dieses Gutachten zu kurz.

„Was auf dem Papier verträglich sein mag, ist in der Praxis auch ohne das neue Baugebiet oft schon katastrophal“, sagt Johannes Plotzki von der Initiative Brockwinkel, in der sich verkehrslärmgeplagte Bewohner des Kreidebergs zusammengefunden haben.

Ihre Kritik an dem Gutachten richtet sich vor allem gegen die zu enge Fokussierung der verkehrlichen Auswirkungen auf das Neubaugebiet. So habe die Untersuchung zwar ergeben, dass 400 Wohneinheiten dort machbar seien, nicht aber 500, da Lärmschutzgrenzwerte sonst überschritten würden. „Dass diese Lärmwerte an den vorhandenen vorderen Gebäuden stadteinwärts bereits heute deutlich überschritten werden, spielt in der Bauleitplanung bedenklicher Weise keine Rolle“, kritisiert Stefan Pröhl von der Initiative. Auch dass der Verkehrslärm der zusätzlichen 2250 Fahrzeugbewegungen in der Untersuchung als „vernachlässigbar“ bezeichnet werden, kann er nicht nachvollziehen.

Eine Verlagerung des Verkehrs etwa durch eine Westumgehung oder durch Öffnung des Ebelingwegs oder der Bernsteinbrücke, wie immer mal wieder gefordert, lehnt die Initiative ab. „Das führt letztlich nur zu mehr Verkehr oder zur Verlagerung der Verkehrsströme“, sagt Gerard McGovern. Stattdessen sollten großräumige Tempo-30-Zonen eingeführt und Überquerungshilfen und sichere Verbindungen für Fußgänger und Radfahrer geschaffen werden.

Aber auch die geplante verkehrsberuhigte innere Erschließung des Neubaugebiets werde „ohne weitere Maßnahmen zu weiterem Autoverkehr führen, der ins Umfeld des Baugebiets verlagert wird“, befürchtet McGovern. Deshalb sei ein tragfähiges Verkehrskonzept erforderlich, mit dem die Verkehrsströme in der Stadt aufgezeigt werden.

Stefan Pröhl appelliert vorerst an Anwohner und Betroffene, das noch bis zum 10. Juli bei der Stadt ausliegende Verkehrstechnische Gutachten einzusehen und Einwendungen einzureichen. „Frühere Einwendungen aus dem ersten Durchgang müssen wiederholt werden, sondern werden sie nicht berücksichtigt.“

Von Ulf Stüwe