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Kostenfreies und schnelles WLAN für Lüneburg, dafür setzt sich Thomas Grupe vom Medienhaus Lüneburg ein. (Foto: T&w)

Lüneburg geht online

Lüneburg. Wer wissen möchte, was das Lieblingsrestaurant heute Leckeres serviert, ob für ein üppiges Mahl noch ausreichend Geld auf dem Konto ist und danach auch noch die schicken Schuhe im Angebot zu haben sind, schaut vorab ins Internet. Ganz zu schweigen von den Tausenden Touristen, die jährlich nach Lüneburg kommen und die Stadt auch per Web erobern wollen. Mit einem leistungsstarken, offenen WLAN, das kostenloses, schnelles Internetsurfen ohne Flauten ermöglicht, soll die Innenstadt nun ins Online-Zeitalter gebracht werden.

„Das Netz ist für alle da, Lüneburger und Touristen“, betonte Thomas Grupe vom Medienhaus Lüneburg (MH) bei der Präsentation des geplanten WLAN-Netzausbaus im jüngsten Wirtschaftsausschuss der Stadt.

Schrittweiser Aufbau auch über die Stadt hinaus

Ziel sei es, die „Zukunftsfähigkeit der Stadt als Teil von ‚Smart City‘“ abzusichern. Die Mediennutzung sei heute eine andere, die Erwartungshaltung, alles auch im Internet zu finden, groß, hob Grupe hervor. Auf den Weg gebracht werden soll das Projekt gemeinsam vom MH und der LüneCom GmbH. Dafür sollen bestehende Glasfaserleitungen genutzt, aber auch neue gelegt werden, um unabhängig von derzeitigen und künftigen Mobilfunknetzen zu sein.

Gestartet wird in einem ersten Schritt mit 20 WLAN-Hotspots, die bis Februar 2021 den Innenstadtbereich abdecken sollen und auf stadteigenen Gebäuden oder auch an Laternen installiert werden. Erweitert und verdichtet werden sie dann durch private Netze Lüneburger Händler und Gastronomen. Damit soll die Anzahl der Hotspots bis Ende 2021 auf etwa 90 steigen. Nach und nach soll dann das Lüneburger Umland eingebunden werden, „perspektivisch ist auch Uelzen mit dabei“.

„Der Zugang ist für jedermann frei und kostenlos“, erklärte Grupe. Dazu müssten Nutzer lediglich die Geschäftsbedingungen per Klick akzeptieren. Personengebundene Daten würden nicht erfasst, versicherte LüneCom-Geschäftsführer Roland Hill, der damit auf entsprechende Nachfragen der Ausschussmitglieder reagierte.

„Einmal angemeldet – immer drin!“ – Thomas Grupe, Medienhaus Lüneburg GmbH

Als entscheidenden Vorteil für den Nutzer bezeichnete Grupe die Leistungsfähigkeit des Netzes – „lange Downloadzeiten wird es nicht geben“ – und das im Gegensatz zu den vorhandenen einzelnen Netzen dauerhafte Verbleiben im Netz ohne Neuanmeldung: „Einmal angemeldet – immer drin!“. Der lästige Wechsel von Netz zu Netz werde entfallen.

Entstehende Kosten sollen durch Werbung und die Einbindung der Händler- und Gastronomienetze gedeckt werden. Um starten zu können, sei aber eine Anschubfinanzierung durch die Stadt in Höhe von 200 000 Euro erforderlich. Der Betrag ist laut Stadtkämmerin Gabriele Lukoschek bereits im Haushalt verankert, „und er ist einmalig, Folgekosten sind nicht vorgesehen“, betonte Oberbürgermeister Ulrich Mädge. Er hoffe zudem, dass der Landkreis sich mit seiner in Aussicht gestellten Förderung ebenfalls einbringe.

Bei den Ausschussmitgliedern stieß das Vorhaben auf breite Zustimmung.

Von Ulf Stüwe