Aktuell
Home | Lokales | Ausfälle teuer für Metronom

Ausfälle teuer für Metronom

Lüneburg. Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, heißt es. Aber immerhin: Einen der vielen Lokführer, die sich in den Tagen zuvor krank gemeldet hatten, hat Björn Pamperin, Pressesprecher der Bahngesellschaft Metronom, gestern wieder im Betrieb in Uelzen getroffen. „Der Kollege wurde entsprechend freudig begrüßt.“

Informationen zügig im Internet

Grundlegend hat sich an den Problemen des Metronom aber noch nichts geändert. Wegen des Ausfalls von zwei beschädigten Lokomotiven und zahlreicher erkrankter Mitarbeiter kommt es noch bis Ende kommender Woche zu Zugausfällen. So fallen die Verbindungen von Lüneburg nach Hamburg um 5.52 Uhr und 7.28 Uhr sowie von Hamburg nach Lüneburg um 19.03 Uhr weg. Auch andere Verbindungen sind betroffen, dabei geht es um die Strecken zwischen Hamburg und Rotenburg sowie Tostedt.

Für Verwirrung unter Fahrgästen sorgen außerdem falsche Anzeigen, wie gestern am Bahnhof Lüneburg, als der eigentlich ausfallende Zug um 7.28 Uhr angezeigt wurde. „Das tut uns leid. Aber dafür können wir nichts“, erklärt Björn Pamperin. Die Veränderungen im Fahrplan würden an die „Deutsche Bahn Station und Service“ weitergeleitet und von dort angezeigt. „Das klappt auch im Großen und Ganzen.“

Widerspruch aufgeglärt

Geklärt ist ein Widerspruch zwischen einer Aussage von Björn Pamperin und mehreren Metronom-Nutzern: Die Verbindung zwischen Lüneburg und Hamburg-Hauptbahnhof am vergangenen Montag um 8.04 Uhr sei in der Tat ausgefallen, gab Pamperin zu. Seine anders lautende Aussage (LZ berichtete) sei auf ein internes Kommunikationsproblem zurückzuführen.
Wer sich in den nächsten Tagen darüber informieren will, wie es um seine Bahnverbindung steht, der kann sich über den Internet­auftritt des Metronom und der über Facebook-Seite und Twitter (@metronom4me) informieren. „Minuten­aktuell“, betont Pamperin.

Kritisch beobachtet die Landesnahverkehrsgesellschaft, die im Auftrag des Landes Niedersachsen für den Nahverkehr zuständig ist, die Probleme beim Metronom, sagt deren Pressesprecher Rainer Peters. „Für die Fahrgäste ist das natürlich unbefriedigend.“

Fahrgäste sollen pünktlich ankommen

Aber auch für die Verkehrsunternehmen sind ausgefallene Verbindungen unangenehm: „Für jede ausgefallene Verbindung kürzt die LNVG das sogenannte Bestell­entgelt. Das tut jedem Unternehmen weh und deshalb sind die Unternehmen natürlich schon von sich aus darauf aus, das so rasch wie möglich abzustellen.“ Nur zu 30 Prozent finanzieren sich die Unternehmen im Schienenpersonennahverkehr aus Ticketerlösen, so Peters, der Rest komme vom Steuerzahler.
Peters betont, es sei nicht das Hauptanliegen der LNVG, auf diese Weise Geld einzunehmen. Deren Ziel sei, dass die Gäste „pünktlich ankommen“.

Von Ingo Petersen

Kampf um das „Hanse-Netz“

Der Metronom hatte das „Hanse-Netz“ mit den Verbindungen zwischen Hamburg und Uelzen und weiter nach Hannover und Göttingen sowie von Hamburg nach Bremen 2010 von der LNVG übertragen bekommen. Das Streckennetz steht kurz vor der erneuten Ausschreibung. In diesem November solle die Ausschreibung europaweit veröffentlicht werden“, so Rainer Peters. Die Entscheidung über den künftigen Anbieter soll im Sommer 2017 fallen, ab Ende 2018 kann der, ob es der alte ist oder ein neuer, den Betrieb aufnehmen.

Im Zuge dieser Ausschreibung „haben dann alle sich beteiligenden Unternehmen die gleiche Chance, ihre Leistungsfähigkeit zu beweisen. Den Zuschlag bekommt, wer das „beste Preis-Leistungs-Verhältnis anbietet“. Über die Inhalte der Ausschreibung wollte sich Peters noch nicht äußern – nannte aber ein Detail: Der „Zwangsumstieg“ in Uelzen auf der Strecke zwischen Hamburg und Hannover „soll zumindest teilweise beseitigt“ werden.

Im jüngsten Ausschreibungsverfahren hatte der Metronom eine Strecke, die zwischen Hamburg und Cuxhaven, an die Deutsche Bahn Regio verloren. Seit 2007 fährt der Metronom auf der Strecke, die DB Regio übernimmt den Betrieb ab Dezember 2018. pet

One comment

  1. Also nur für ein Drittel der Umsätze sind Fahrgäste direkt verantwortlich? Mag mir noch mal jemand erklären warum die Bahn jemals privatisiert wurde?

    Man sollte das wieder alles zurückdrehen: Post, Bahn, Telekom, Krankenhäuser. Alles Dinge die ausschließlich in staatliche Hand gehören. Was passiert wenn man das den privaten überlässt sieht man ja.