Aktuell
Home | Lokales | Studie: Landkreis Lüneburg bei Digitalisierung bundesweit vorne
Blick auf Computerbildschirm
Überraschendes Ergebnis bei einer Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft. Die Unternehmen im Landkreis Lüneburg liegen beim Thema Digitalisierung bundesweit vorne. Foto: t&w

Studie: Landkreis Lüneburg bei Digitalisierung bundesweit vorne

Digitale Themen und Geschäftsmodelle werden immer wichtiger. Wie die Unternehmen in Niedersachsen im bundesweiten Vergleich abschneiden, hat nun eine Studie analysiert. Beim Vergleich der Landkreise gibt es eine Überraschung.

Hannover/Lüneburg. Beim Zukunftsthema Digitalisierung sind die Unternehmen im Kreis Lüneburg laut einer Studie so gut aufgestellt wie in keinem anderem Landkreis bundesweit. Niedersachsen insgesamt zeigt demnach im Ländervergleich einen durchschnittlichen Wert. Allerdings gibt es ein Gefälle. Kleine Betriebe mit weniger als 100 Mitarbeitern sind häufig in der Digitalisierung noch ganz außen vor.

Das sind Ergebnisse einer am Donnerstag in Hannover vorgestellten Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) aus Köln. Auftraggeber sind Niedersachsens Metallarbeitgeber. Nach der Analyse liegt der sogenannte Digital-Index für Niedersachsens Unternehmenslandschaft mit 4,8 Punkten 0,1 Punkte unter dem deutschen Durchschnitt.

Überdurchschnittlich digital sei die Unternehmenslandschaft in den städtischen Gebieten zwischen Harz und Küste, heißt es in der Studie weiter. Mit 6,6 Punkten besitzt Osnabrück demnach den höchsten Wert Niedersachsens. Der Bestwert beim „digitalen Reifegrad“ im Kreis Lüneburg hänge vor allem am eher kleinen Anteil von Unternehmen mit der Reife Null – und weniger an schon hoch digitalisierten Leuchtturmfirmen mit entsprechenden Spitzenwerten.

Internet-Auftritt und Social-Media-Kanäle beurteilt

Methodisch analysiert die Studie die digitale Reife mit einem Bündel von Faktoren. Beurteilt werden etwa die digitalen Themen und Geschäftsmodelle in den Unternehmen, ihr Internetauftritt oder auch die Aktivitäten in Social-Media-Kanälen wie Twitter und Facebook. Es handele sich dabei um eine „Vollerfassung“ aller Firmen bundesweit.
Der Studie zufolge sind große Betriebe generell digitaler als kleine. Dabei liegen die Branchen Informations- und Kommunikationstechnologie sowie Metall- und Elektroindustrie „deutlich über dem Durchschnitt“.

Durch die Vernetzung von Produktion, Produkten, Unternehmen und Märkten eröffneten sich große Chancen, heißt es in der Studie. Niedersachsens Unternehmen im Bereich Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) wüchsen schneller als andere Branchen. Seit 2007 sei die Beschäftigung in dem Bereich um 22 Prozent gestiegen, 17 Prozent sind es außerhalb.

Nachholbedarf in Regionen mit geringer Besiedelungsdichte

Insgesamt sind laut Studie in den Digitalunternehmen mehr als 56 000 Menschen beschäftigt, zwei Prozent aller landesweit Beschäftigten. Allein in Hannover sind es über 20 000. Auch ländliche Regionen hätten sich dabei dynamisch entwickelt, so liegt der Landkreis Hameln-Pyrmont danach mit 4,2 Prozent IKT-Beschäftigten gleichauf mit der Landeshauptstadt. Der Kreis sei mit 70 Prozent Beschäftigungsplus im IKT-Bereich seit 2007 zugleich Wachstumssieger. Als Leuchttürme mit überdurchschnittlich digitalen Unternehmen werden die Städte Osnabrück, Emden, Wolfsburg und Oldenburg genannt.

Nachholbedarf sieht die Studie in einigen Regionen mit eher geringer Besiedelungsdichte. So liegen die Landkreise Cloppenburg, Cuxhaven und Gifhorn mit einem durchschnittlichen Indexwert von unter 3,9 am Ende der Skala. Dort sind rund zwei von drei Unternehmen noch nicht digitalisiert, haben also einen Digital-Index von null. dpa