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Nach dem Abitur 1971 studierte Peter Hahne evangelische Theologie, Philosophie, Psychologie und Germanistik. Er schloss 1977 sein Studium als Diplomtheologe ab. Parallel machte er ein Praktikum beim Fernsehen, stieg 1985 beim ZDF ein, wo er aktuell mit seinem Talk immer am Sonntagabend zu sehen ist. Foto: t&w

Der Weg aus der Vertrauenskrise

Lüneburg. „Gerade in den letzten Tagen wurde wieder viel von Krisen geredet und dass die Zukunft dunkel sei. Die Finanzkrise ist nicht das eigentliche Problem. Wir haben eine dramatische Vertrauenskrise“, findet der Journalist, TV-Moderator und mit mehr als acht Millionen verkaufter Exemplare erfolgreichste deutsche Autor christlicher Bücher, Peter Hahne. Er sprach gestern in seinem Festvortrag beim Klosterkammertag in der Lüneburger St.-Michaeliskirche vor rund 250 Gästen.

Der ökologischste Flughafen der Welt

Hahne liebt klare Worte, würzt seine Reden mit einer gehörigen Portion Humor. Die Vertrauenskrise treffe auch die Politik: „Die größte Partei in Deutschland ist die der Nichtwähler.“ Die Politiker trügen selbst Schuld daran, der 63-Jährige nannte ein Beispiel: „Deutschland hat in Berlin den ökologischsten Flughafen der Welt da landet nichts, da startet nichts. Der Flugplatz kostet täglich 1,5 Millionen Euro und keiner übernimmt die Verantwortung.“

Auch in andere Institutionen und Personen sei Vertrauen verloren gegangen, dazu gehörten die Kirchen und ihre Pastoren: „Dabei gehört das Vertrauen zu den wichtigsten Werten, die wir lernen können.“ So stellte der Theologe unter dem Vortragstitel „Zukunft ist Herkunft welche Werte wir festhalten müssen“ fest, wie zukunftsfähig Kirche ist: „Wir sind kein Jesus-Gedächtnis-Verein, die Gotteshäuser sind lebendige Steine. Was gibt es für eine schönere Botschaft als das, was auch hier in der Michealiskirche seit dem 14. Jahrhundert verkündet wird?“
Mit Blick auf das Luther-Jahr sagte der Referent, der 18 Jahre lang im Rat der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) saß: „Fragt man jemanden, welches Fest am 31. Oktober begangen wird, hört man statt Reformationstag Halloween ein Skandal. Menschen sprechen teilweise über Luther, als würden sie ihn nicht kennen.“

Trotz aller negativen Aspekte machte Peter Hahne seinen Zuhörern Mut für die Zukunft: „So lange die Kirche im Dorf steht und man fragt warum, erfahren wir über unsere Herkunft. Und unsere Herkunft garantiert uns unsere Zukunft.“ Zur Wiedergewinnung des Vertrauens hat er eine klare Vorstellung: „Machen Sie aus der vielzitierten Ich-AG eine GmbH“, appellierte Hahne, „eine Gesellschaft mit begründeter Hoffnung.“

Zusammenwirken beim Familienzentrum Plus

Hans-Christian Biallas, Präsident der Klosterkammer Hannover, stellte in seiner Rede das Wirken seiner Behörde vor: „Die Michaeliskirche ist ein schönes Beispiel dafür, was die Klosterkammer leistet. Sie gehört der Kammer, ist in gutem Zustand. Sie kümmert sich nicht nur um die bauliche Unterhaltung, sondern trägt seit Jahrhunderten auch die Sach- und Personalkosten.“ Nicht nur um Kirchen und Klöster kümmert sich die Kammer. So lobte Oberbürgermeister Ulrich Mädge das Zusammenwirken von Stadt und Kammer beim Familienzentrum Plus, in dem ein Kindergarten und das MaDonna-Projekt untergebracht sind: „Und das neue Museum wurde bei der Ausstattung unterstützt, es enthält viele Leihgaben der Klosterkammer.“

Landrat Manfred Nahrstedt hob das Förderprojekt für Ehrenamtliche hervor. Superintendentin Christine Schmid und Peter Laschinski, Caritasdirektor im Ruhestand, gingen auf den sensiblen Umgang mit den Gotteshäusern als Glaubenszeugnissen ein. Niedersachsens Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz („Ich bin am Kloster Lüne großgeworden“) lobte das Förderprogramm für Flüchtlinge: „So blickt die Klosterkammer in die Zukunft.“
Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von Kantor Henning Voss an der Orgel und Trompeterin Rita Arkenau-Sanden.

Werte bewahren – Identität stiften

Die Klosterkammer Hannover ist eine Sonderbehörde des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur. Sie verwaltet ehemals kirchlichen Besitz, unterhält Kirchen und Klöster, dazu umfangreichen Grundbesitz. Die meisten Einnahmen erzielt sie aus Erbbauzinsen. Die Kammer versteht sich als Einrichtung mit Tradition, die Werte bewahrt und Identität stiftet.

Im Jahr 1818 offiziell gegründet, reichen ihre Wurzeln bis zur Gründung einiger Klöster im Mittelalter zurück. Eine besondere Stellung nehmen die 15 belebten Klöster und Stifte ein, von denen fünf mit zur Kammer gehören und die weiter von ihr unterstützt werden. 160 Mitarbeiter helfen mit, das Stiftungsvermögen und ein Stück niedersächsische Identität zu bewahren.

One comment

  1. Peter Hahne ist für mich ein scheinheiliger. wer mit ihm berlin direkt erlebt hat, weiß warum. seine meinungsmache besteht in erste linie darin ,die spd zu bedrängen, ja nicht mit die linke zu sprechen. als journalist völlig daneben, als verhinderter pastor noch verständlich. mit der religion hat die linke bekanntlich nichts am hut.