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Das Geschwister-Scholl-Haus im Stadtteil Bockelsberg solll auch in Zukunft mit der finanziellen Unterstützung aus der Stadtkasse rechnen können. Foto: t&w

Stadt gibt Geld für soziale Projekte

Lüneburg. 722 Flüchtlinge leben in den Unterkünften der Stadt, rund 100 freie Plätze gibt es noch, dazu Kapazitäten in stillgelegten Quartieren wie Böhmsholz und der ehemaligen Edeka-Kantine in Vrestorf. Diese Zahlen nannte Lüneburgs Sozialdezernentin Pia Steinrücke jetzt im Sozialausschuss. Die Stadt habe ihre vom Land zugewiesene Quote erfüllt. Trotzdem ziehen weitere Asylbewerber an die Ilme­nau: Männer, die nach Lüneburg gekommen sind, holen Familien aus ihrer Heimat nach, in der Regel Frau und Kinder. 70 Personen in Stadt und Kreis seien seit Jahresanfang zur Abschiebung ausgeschrieben worden, 37 von ihnen hätten das Land auch verlassen. In anderen Fällen standen einer Abschiebung Gründe entgegen oder sie seien nicht angetroffen worden.

Planungssicherheit durch Veträge bis zum Jahr 2018

Was anderswo für Diskussionen sorgt, ist in Lüneburg noch kein Thema: sogenannte Kinderehen. Jugendamtsleiterin Angela Lüttjohann sagte auf Nachfrage aus dem Ausschuss, dass keine Ehen von Minderjährigen bekannt seien. In solchen Fällen werde man die Betroffenen wenn beispielsweise ein Mädchen 14, der Junge 17 Jahre alt ist getrennt unterbringen. Doch das müsse man im Einzelfall prüfen.

Einmütig zeigte sich der Ausschuss bei drei weiteren Themen. Er nahm zustimmend zur Kenntnis beziehungsweise gab grünes Licht dafür, dass die Straßensozialarbeit von Herbergsverein und Diakonieverband unter anderem am Platz Am Sande, die sich vor allem an die Trinkerszene wendet, weiterhin einen Zuschuss von 10000 Euro pro Jahr erhält, der Landkreis überweist, die gleiche Summe. Um den Organisationen Planungssicherheit zu geben, gelten die Verträge bis 2018.
Auch das Geschwister-Scholl-Haus erhält Unterstützung durch die Stadt. Um in eine neue Förderung des Bundes für das von der Caritas und der Stadt gemeinsam betriebene Mehrgenerationshaus zu kommen, muss es eine Zusage bis 2020 geben. Die wurde erteilt, jährlich fließen 20000 Euro.

Caritas-Geschäftsführer Berthold Schweers und Leiterin Claudia Kuchler erklärten, dass sich rund 120 Ehrenamtliche engagieren und verschiedene Kurse anbieten, die sich an Alt und Jung richten, vom Foto- und Computerkursus bis zum Kaffeetrinken reicht das Angebot. Es gebe nur eine hauptamtliche Mitarbeiterin. Vom Jahresetat von 80000 Euro müsse man neben der Förderung rund 20000 Euro selbst aufbringen.
Auch das Frauenhaus, das auf eine Förderung aus Hannover wartet, kann sich über einen Zuschuss freuen. Damit die Liquidität zum Anfang des Jahres 2017 gesichert ist, gewährt die Stadt erst einmal einen einmaligen Zuschuss in Höhe von 11000 Euro.

Sparkassenstiftung schüttet 292,345 Millionen Euro aus

Wie wichtig die Sparkassenstiftung für Bildung, Kultur, Sport und Soziales in Stadt und Kreis ist, erklärte deren Geschäftsführer Carsten Junge dem Gremium: 2,345 Millionen Euro schüttete die Stiftung im vergangenen Jahr für 313 Projekte aus. 222000 Euro floss in neue Technologie an Schulen, 50000 Euro für das Bewegungsbecken im Sportpark des MTV Treubund auf dem Kreideberg, aber auch kleinere Summen helfen: 1000 Euro für den Carnevals Club in Tripkau, 500 Euro für eine Spielkiste in der Anne-Frank-Schule.
Träger der Sparkasse sind Stadt und Kreis. Aus steuerlichen Gründen ist es sinnvoll für sie, sich keine Gewinne aus dem Bankgeschäft direkt auszahlen zu lassen, die zudem in den normalen Haushalt einfließen müssten. Mittels der Stiftung können diverse Anliegen unterstützt werden. Stiftungsräte in fünf verschiedenen Bereichen entscheiden darüber, was förderungswürdig ist.

Von Carlo Eggeling