Donnerstag , 21. November 2019
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Souverän auf schwierigem Untergrund: Julian (8) passt auf, dass Schäferhund Bernhardt die Übung richtig macht. Foto. t&w

Meisterschaft für Rettungshunde: Bernhardt weiß, wo sein Herrchen steckt

Bleckede. Harte Gehorsamsübungen gehören zu einem „Verein für Deutsche Schäferhunde“, ebenso wie die gleichnamigen Tiere. Dieses Bild ist immer noch weit verbreitet. Doch tummeln sich in den bundesweit rund 2000 Ortsvereinen inzwischen viele verschiedene Rassen, und auch die Ausbildung zum Wach- und Schutzhund steht längst nicht mehr überall im Mittelpunkt. Ein Beispiel ist die Ortsgruppe Elb­ufer/Drawehn in Bleckede. Dort werden die Tiere seit Jahren zu Sportrettungshunden ausgebildet. „Von den mehr als 100 Ortsgruppen in Niedersachsen gibt es diese Sparte erst in sieben oder acht“, sagt Vorsitzender Joachim Quade. Tendenz steigend. Am Wochenende richtet der Verein die zweiten offenen Rettungshundemeisterschaften in Niedersachsen aus.

„Ein Rettungshund muss in der Lage sein, Menschen auch auf schwierigem Terrain aufzuspüren“, erzählt Quade. Zum Beispiel auf einem Trümmerfeld. Aber auch in großen Waldstücken und Feldern sollte es für ihn kein Problem sein, die Fährte aufzunehmen und einen Menschen oder Gegenstand zu finden. Dabei muss er die Nerven behalten und den Anweisungen des Herrchens oder Frauchens folgen. Schließlich sind beide ein Team. Und darum geht es bei der Meisterschaft: In verschiedenen Prüfungen zu beweisen, dass der Hund der Aufgabe gewachsen ist und die Teamarbeit funktioniert. Um ein Beispiel zu geben, wagt Quade ein Experiment: Er versteckt sich in einer kleinen, blauen Hütte am Rande des Vereinsgeländes.

Rettungshunde-Ausbildung in Bleckede

Darin ist es eng und dunkel. Der 64-Jährige gibt ein Zeichen. Nach einiger Zeit ist von draußen ein leises Klingeln zu hören, ganz weit weg, das langsam lauter wird. Augenblicke später ist das Läuten unüberhörbar geworden. Pfoten scharren an der Hütte. Schließlich krabbelt Bernhardt mit Glöckchen um den Hals gebunden durch einen Schacht ins Innere und bellt so kräftig er kann er hat sein Herrchen gefunden. Bernhardt ist neun Jahre alt, Schäferhundrüde und schon ein erfahrener Sportrettungshund. Dafür, dass er gerade so schnell den Vorsitzenden gefunden hat, gibt es viel Lob und eine Streicheleinheit. „Mit solchen Übungen lernen die Hunde, verschüttete Menschen aufzuspüren“, erklärt er. In anderen Manövern müssen die Tiere auf wackeligem Untergrund balancieren. Oder auf Kommando durch Rohre rennen.

Bernhardt ist da schon ein Profi: Er hat bereits die höchsten Schutzhund- und Rettungshundprüfungen geschafft. Dabei ist er ein reiner Sportler. „Die Hunde in unserem Verein treten nur auf Wettkämpfen an“, erzählt Quade, „aber können es durchaus mit richtigen Einsatzhunden aufnehmen.“

Doch der Schäferhund ist nicht die einzige Art, die zum Rettungshund taugt: „Dabei kommt es nicht auf die Rasse an, alle sind brauchbar“, sagt Quade. Wichtig sei, dass die Hunde wissen, wer ihr Chef ist. Und das braucht Übung. Da schadet es nicht, früh anzufangen: Julian ist acht und schon seit einem Jahr im Verein. Er hat die Hunde schon ganz gut im Griff. Der Grundschüler liebt es, mit den Tieren zu spielen und zu trainieren. „An Schäferhunden gefällt mir einfach alles“, erklärt er. Quade ergänzt dazu: „Die Tiere spüren, wie sehr das Kind sich freut. Und Julian hat auch großes Talent.“ Das kann er bald unter Beweis stellen seine erste große Prüfung ist in drei Wochen.
Die offene Meisterschaft findet statt vom 28. bis 30. Oktober auf dem Vereinsgelände, Neue Breetzer Straße 20, in Bleckede. Weitere Infos bei Joachim Quade unter Tel.: 058 52/646.