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Glückliche Gesichter bei der Prämierung: (v.l.) Bürgermeister Eduard Kolle, Peter Rosseburg (KGV Düvelsbrook), Frank Becker (KGV Am Schildstein), Erika Kunz (KGV Brauerteich), Christian Ludwig (KGV Ilmenau) und Joachim Roemer, Vorsitzender des Kleingärtner-Bezirksverbandes. Foto: t&w

Ausgezeichnet: Kleingartenvereine im Einsatz für Artenvielfalt

Lüneburg. Das Thema, dem sich die Lüneburger Kleingärtnervereine beim jährlichen Wettstreit der Kolonien 2016 stellen mussten, hatte es schon sprachlich in sich: „Biodiversität“ lautete die He­rausforderung, die auch bei der Ehrung der Sieger im Glockenhaus zu einer kleinen Herausforderung wurde. Bürgermeister Eduard Kolle hatte nicht nur das Vergnügen, die Bestplatzierten zu küren, er nahm auch die sprachliche Hürde mit der deutschen Bezeichnung „Artenvielfalt“ spielend.

Rasen wird nicht mehr mit der Nagelschere geschnitten

Wie sehr die Kleingärtnervereine gefordert waren, machte Kolle in seiner Laudatio vor den anwesenden Vertretern aus den jeweiligen Kolonien deutlich. Denn bei ihrer Präsentation während der Begehungen des Grünflächenausschusses mussten sie aufzeigen, ob sie sich den in den vergangenen Jahren gewandelten gesellschaftlichen Vorstellungen über Gartennutzung und Gartenanlagen angepasst haben. Kolles Bilanz fiel positiv aus: „Längst ist es ja nicht mehr so, dass darauf geachtet wird, dass in den Gärten das vorgeschriebene Verhältnis aus Blumen, Obst und Gemüse penibel eingehalten oder der Rasen mit der Nagelschere geschnitten wird. Auch modernes Umweltbewusstsein kommt mehr und mehr zum Tragen.“

Auch die Stadt selbst habe das Thema längst aufgegriffen, seit dem Jahr 2012 ist sie Mitglied im Bündnis für biologische Vielfalt, die AGL trage diesem Gedanken Rechnung, betonte Kolle. Dass dabei nicht immer die gartenpflegerischen Ansichten aller getroffen würden, verheimlichte der Bürgermeister nicht: „Mähen wir, schimpfen die einen, mähen wir nicht, schimpfen die anderen.“
Dank für das Engagement der Kleingärtner kam auch von Joachim Roemer. Der Vorsitzende des Kleingärtner-Bezirksverbandes richtete diesen aber auch an die Stadt. Ihr habe man es zu verdanken, dass die Vereine seit Jahrzehnten an gleicher Stelle bleiben durften und nicht Neubauprojekten oder Gewerbeansiedlungen weichen mussten. „Wir wissen und schätzen, dass wir diesen besonderen Schutz genießen“, sagte Roemer.

Schildstein und Ilmenau teilen sich den Sieg

Dass es auch im kommenden Jahr wieder eine Prämierung geben werde, davon gehe der Verband fest aus, sagte Roemer. Geplant sei aber noch eine weitere Aktion. Gemeinsam mit der Stadt und anderen lokalen Einrichtungen soll mit dem Thema „Urban Gardening“ für mehr grünes Bewusstsein im öffentlichen Raum gesorgt werden.

Zurück zu diesem Jahr: Für besondere Leistungen beim Thema „Biodiversität“ wurden zwei erste Plätze vergeben: Der Verein Am Schildstein wurde unter anderem für seine Zusammenarbeit mit dem Streuobstwiesenverein ausgezeichnet, der Verein Ilmenau für seine Fülle artenreicher Gärten mit Bio-Kräuter-Garten und Hühnerhaltungen.

Der zweite Platz ging an die Kolonie Düvelsbrook. Hier lobte die Jury die besonders gelungene Ausprägung der in der freien Landschaft oft fehlenden Übergänge zwischen Tier- und Pflanzenarten. Lobende Anerkennung schließlich gab es für den Verein Brauerteich, dessen Gärten für die Biodiversität auf dem Kreideberg eine besondere Bereicherung darstellten.