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So soll er ausssehen, der Eingang zum neuen Rathaus. Grafik: architekturbüro prell

Erster Spatenstich für neues Rathaus in Melbeck

Melbeck. Der Rathausbau in Melbeck hat offiziell begonnen: Am Donnerstag war erster Spatenstich und Samtgemeindebürgermeister Peter Rowohlt (SPD) stellte zufrieden fest: „Ein Zurück gibt es jetzt nicht mehr!“

Erste Planungen gehen von 2,5 Millionen Euro für den Neubau aus, der in unmittelbarer Nachbarschaft zur alten Samtgemeindeverwaltung entstehen wird. Politik und Verwaltung hatten sich letztlich für den Entwurf von Architektin Bettina Prell entschieden. Ein modernes Flachdach-Ensemble und damit ein ganz anderer Baustil als das alte Rathaus, das aus Sicht der Architektin doch mehr an ein Wohnhaus und weniger an eine Verwaltung erinnert. Die Planerin lobte den Mut der Politik, die sich bewusst für die Neubau-Architektur entschieden habe. Ein Zweckgebäude mit Flachdach, großen Fenstern und einem modernen Empfangsbereich. Mit viel Platz, ohne Schrägen und Gauben und vor allem barrierefrei. Im Gegensatz zum alten Rathaus.

„Bleibt tapfer, auch bei allen Widrigkeiten.“, Peter Rowohlt, Samtgemeindebürgermeister

Bei den Kosten, das weiß auch Bettina Prell, wird allerdings noch nachjustiert werden müssen, denn: Schon jetzt ist absehbar, dass die 2,5 Millionen Euro für den Neubau nicht reichen werden, obwohl die Samtgemeinde als Bauherr auf eigenem Grund und Boden baut. Doch in der Kalkulation noch nicht mit einberechnet sind die Kosten für die Außenanlagen, den Empfangsbereich und auch nicht für die Ausgestaltung und Möblierung des Sitzungssaals sowie den Raum für Trauungen.

Bauamtsleiterin Ilona Benecken, Samtgemeindebürgermeister Peter Rowohlt, Architektin Bettina Prell, Melbecks Bürgermeister Klaus Hübner und Ratsvorsitzender Dieter Holdberg griffen zum Spaten. Foto: kre
Bauamtsleiterin Ilona Benecken, Samtgemeindebürgermeister Peter Rowohlt, Architektin Bettina Prell, Melbecks Bürgermeister Klaus Hübner und Ratsvorsitzender Dieter Holdberg griffen zum Spaten. Foto: kre

Lange hatte der Samtgemeinderat um das richtige Konzept, um die Architektur und nicht zuletzt um die Baukosten für das öffentliche Gebäude gerungen. Dem neuen Rat, der im November seine Arbeit aufnehmen wird, gab Rowohlt deshalb jetzt schon mal launig den gut gemeinten Ratschlag mit auf den Weg: „Bleibt tapfer, auch bei allen Widrigkeiten!“

Den gleichen Tipp könnte der Rathauschef aber auch an seine Mitarbeiter geben, die darauf hoffen, so schnell wie möglich in das neue Gebäude umziehen zu können. Doch obwohl bereits der Bagger auf dem Gelände steht, der Bauzaun gerichtet und die Baustelle eingemessen ist, wird es wohl noch drei bis vier Wochen dauern, bevor die Arbeiten richtig los gehen können. Über den Grund dafür staunte gestern auch Samtgemeindebürgermeister Rowohlt: Das beauftragte Tiefbau-Unternehmen Föllmer muss eine Baugenehmigung für die „Wasserhaltung“ einholen.

Vier Wochen Bearbeitungszeit

Schließlich soll die Verwaltung teilunterkellert werden. Was aufgrund des Grundwassers und der örtlichen Gegebenheiten wohl nicht so ganz einfach ist. Geplant ist deshalb der Bau einer „weißen Wanne“. Die notwendigen Papiere und Anträge wurden auf den Weg gebracht, doch die Bearbeitung beim Landkreis braucht ihre Zeit. „Vier Wochen Bearbeitungszeit“, steht auf den Antragsformularen, berichtet Seniorchef Reinhold Föllmer.
Der Traum vom zügigen Baubeginn hat sich somit wohl also erst einmal zerschlagen, trotzdem gibt Peter Rowohlt die Hoffnung nicht auf, „dass wir Weihnachten 2017 in unsere neuen Räume einziehen können“.
Aber auch das alte Gebäude wird danach nicht leerstehen: Geplant ist nämlich, die alte Verwaltung so umzubauen, dass dort dann Asylbewerber untergebracht werden können.

Von Kaus Reschke