Aktuell
Home | Lokales | Winterschlaf für Lüneburgs Glockenspiel
Dem Glcokenspiel des Lüneburger Rathauses steht der Winterschlaf bevor. Erst im Frühjahr werden ihre Melodien wieder erklingen. A/t&w

Winterschlaf für Lüneburgs Glockenspiel

Lüneburg. Gestern, am 31. Oktober 2016, läuteten die Meissner Glocken oben im über 40 Meter hohen Rathausturm zum letzten Mal in diesem Jahr: Die Stadt versetzt ihre Glocken in einen Winterschlaf, weil Kälte und Frost dem kostbaren Porzellan zusetzen, die Glocken könnten beim Anschlag springen. Erst im kommenden Frühjahr, wenn die Temperaturen wieder angestiegen sind, können die Glocken wieder ihren alltäglichen Dienst tun, zur Stunde schlagen und drei Mal am Tag die Lüneburger und die Besucher der Stadt mit den Melodien des Lüneburger Komponisten Johann Abraham Peter Schulz.

Die 41 Glocken samt Glockenstuhl stammen aus dem Jahre 1956, dem Jahr als Lüneburg 1.000-jähriges Jubiläum feierte. Zahlreiche Lüneburger Einrichtungen beteiligten sich damals am Aufbau und schufen damit eine Seltenheit in Deutschland. Je nach Jahreszeit lässt das Glockenspiel ganz unterschiedliche Melodien erklingen. Die Frühlingswalze hält beispielsweise das Lied „An die Natur“ bereit, die Sommerwalze „Heureigen“ und die  Herbstwalze das „Erntelied“. Das Lied „Der Mond ist aufgegangen“ wird außer im Winter zu jeder Jahreszeit abends um 18 Uhr gespielt.

Erst im Frühjahr dieses Jahres hatte eine Fachfirma das Glockenspiel samt Glockenstuhl überholt (LZ berichtete)  Die Anschlagklöppel und auch die Anspieltechnik wurden überarbeitet. Auch die Holzkonstruktion des Stuhls war in die Jahre gekommen, so dass ein neuer Stuhl aus robustem Eichenholz montiert wurde. sp

One comment

  1. Vielleicht kann man die Glocken bei der „Wiederinbetriebnahme“ im kommenden Frühjahr auch noch einmal stimmen. Der Anschlag ist bei einigen Glocken teilweise so „blechern“ und ohne Nachhall, dass der Musikgenuss im Vergleich zu dem schönen Glockenspiel vor der Überholung nur als stark beeinträchtigt bezeichnet werden kann.