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Günther Anton Krabbenhöft ist mit 70 durch das Internet berühmt geworden. Foto: en

Die späte Model-Karriere des Hipster-Opas

Lüneburg. „Die Jugendlichen von heute, die nur dem Mainstream der Masse folgen, sind wie die Rentner meiner Generation in beigefarbenen Windjacken“, sagt Günther Anton Krabbenhöft schmunzelnd und trinkt einen Schluck Tee. Der 70-Jährige trägt keinen Rentner-Einheitslook. Was er den Gentlemen-Style nennt, den er sich zum modischen Vorbild genommen habe und den er mit modernen und jugendlichen Details mixt, hat ihm den Spitznahmen „Hipster-Opa“ eingebracht und ungeahnte Popularität beschert. Aktuell ist er tanzend in einem bundesweiten Werbespot der Deka  zu sehen. Den hat der Berliner jetzt in Lüneburg vorgestellt.

Im Techno-Club den eigenen Akku aufladen

Elegante Kleidung ist Günther Anton Krabbenhöft schon immer wichtig gewesen, er peppe den Gentlemen-Style mit modernen Elementen auf. Das können auch mal knallrote Socken sein. Jetzt war der Berliner zu Gast in Lüneburg. Foto: nh
Elegante Kleidung ist Günther Anton Krabbenhöft schon immer wichtig gewesen, er peppe den Gentlemen-Style mit modernen Elementen auf. Das können auch mal knallrote Socken sein. Jetzt war der Berliner zu Gast in Lüneburg. Foto: nh

Ein zufälliges Foto am Kottbusser Tor in der Bundeshauptstadt hat ihn bekannt gemacht. Der coole Opa wurde zum Internet-Phänomen, Menschen in aller Welt, ob Singapur oder New York, fanden Gefallen an dem älteren Herrn in diesem witzigen Outfit. Krabbenhöft ist ein Beispiel dafür, dass ein Faible für Mode keine Frage des Alters ist. Er habe sich schon sein Leben lang elegant gekleidet und so versucht, seine Lebensfreude auszudrücken.

Doch nicht nur modisch ist er junggeblieben, regelmäßig ist er in Berliner Techno-Clubs anzutreffen, wenn die „Raver-Gemeinde“ feiert. „Die Musik, das Tanzen und der Respekt der jungen feiernden Menschen laden jedes Mal meinen inneren Akku auf, sodass ich manchmal das Gefühl habe, die Energie der anderen aufzusaugen“, sagt der 70-Jährige.

Oft gehe er erst gegen 5 Uhr morgens in die Clubs, „weil dann die Stimmung am besten ist.“ Sein individueller Kleidungsstil und seine für die Altersgruppe eher ungewöhnliche Lebensweise werde von der Jugend ohne Vorbehalte akzeptiert.

Den eigenen Bedürfnissen nachgehen

Krabbenhöft spürt immer wieder auch Bewunderung für seinen Lebensstil. Dabei wolle er sich nicht wichtig machen, sondern lediglich seinen Bedürfnissen für das eigene Wohlbefinden nachgehen. Wer mit ihm spricht, nimmt ihm das ab, er wirkt bedacht und weise, es wirkt ehrlich, wenn er sagt, dass er mit derart positiven Reaktionen seiner Mitmenschen nicht gerechnet habe.

Lüneburg gefällt ihm gut. „Lüneburg ist hinreißend und wie eine kleine Puppenstube ich fühle mich hier wie in einem kleinen Museum“, sagt Krabbenhöft, der bei einem Stadtbummel auch einen kleinen Abstecher ins Modegeschäft Elis Fashionstore macht, wo ihm „die individuelle Inneneinrichtung und die modische Auswahl“ gefällt.
Inzwischen ist Krabbenhöft auch als Model gefragt. Und als modischer Ratgeber bei den eigenen Enkeln ist er sowieso eine Institution. en

One comment

  1. Ich hasse diesen Werbespot ! Er stellt die Senioren als steppende Deppen hin. Dabei sieht man genau an den kantigen, ungelenken Bewegungen, dass es schnell vorbei ist mit dem Gehopse, wenn die Kamera ausgeschaltet wird. Man muss zu seinem Alter stehen, sonst wirds lächerlich. „Junggeblieben“ ist nichts als ein jämmerlicher Wunschtraum. Ich hoffe, Krabbenhöft kennt das Geraune, wenn ein Senior díe Disco betritt („Jetzt kommen sie schon zum Sterben her..“).