Donnerstag , 20. September 2018
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Terrassentür aufhebeln und rein, das geht in Sekunden. Doch besondere Türen und Fenster machen Einbrechern das Leben schwer oder schrecken sie im besten Fall gleich ganz ab. Foto: phs

Einbruchprävention: Tätern das Leben schwer machen

Lüneburg. Fast täglich ist im Polizeibericht von Einbrüchen zu lesen. Mancher überlegt, Haus und Wohnung besser zu schützen. Dabei soll eine Veranstaltung helfen, die sich an Fachleute wie Städteplaner, Architekten und Handwerker richtet das Stichwort lautet Prävention. Denn man kann eine Menge im Vorfeld tun, um Tätern das Leben schwer zu machen und Bewohnern ein anderes Sicherheitsgefühl zu vermitteln. „Sicheres Bauen und Wohnen in Stadt und Kreis“ ist das Motto einer Fortbildung am Dienstag, 8. November, von 16 bis 18 Uhr im Technologiezentrum der Handwerkskammer an der Dahlenburger Landstraße.

Vorsicht besser als Nachsicht

Eine Tür ist schnell geknackt. Doch es gibt Beschläge und Sicherheitsriegel, die schwer zu überwinden sind. Foto: phs
Eine Tür ist schnell geknackt. Doch es gibt Beschläge und Sicherheitsriegel, die schwer zu überwinden sind. Foto: phs

Eleonore Tatge betreut bei der Lüneburger Polizei den Bereich Prävention. Die Hauptkommissarin sagt: „Schon beim Bau eines Hauses kann man viel für mehr Sicherheit tun.“ Vor allem werde das für Eigentümer billiger als eine spätere Nachrüstung. Wer beispielsweise einbruchhemmende Fenster einsetzen lässt, zahle pro Fenster vielleicht 50 Euro mehr. Doch wer sich erst nach einem Einbruch zusätzliche Sicherheit wünscht, müsse deutlich mehr einkalkulieren. Das ist nicht alles: Neue Riegel werden aufgesetzt. Sind Fenster gleich mit einem Schließsystem konstruiert, verschwinden die Mechanismen in Rahmen und Fenstern.

Selbstverständlich weiß Eleonore Tatge, dass Häuslebauer angesichts steigender und hoher Immobilienpreise genau aufs Geld gucken müssen, doch sie sagt: „Auf die Bausumme gerechnet macht der bessere Einbruchschutz etwa ein Prozent aus.“ Es gehe also in der Regel um keinen gewaltigen Betrag. Zudem könnten Interessenten Fördermittel oder günstige Kredite der KfW-Gesellschaft beantragen.

Fachleute der Kommunen gefragt

Doch die Fachleute gehen noch einen Schritt weiter zurück: Werde ein Baugebiet geplant, können die Fachleute in den Kommunen darauf achten, wie sie Wege und Beleuchtung anlegen, wo sie Büsche und Müllcontainer setzen. „Es sollen erst gar nicht sogenannte Angsträume entstehen, in denen sich Bürger unwohl fühlen“, erklärt die Beamtin. Auch im Nachhinein könne man manches verändern. Ein Beispiel ist die Wohnanlage am Weißen Turm: Wie berichtet, will die Stadt dort in Zusammenarbeit mit den Eigentümern Wege, Beleuchtung und Bewuchs so auf Vordermann bringen, dass die Mieter sich in ihrem Karree wieder wohler fühlen.

Eleonore Tatge sagt, dass Prävention auch ein Werbe-Argument für Unternehmen sein kann: Es gebe in der Beratungsstelle der Polizei Auf der Hude eine „Errichterliste“, dort können sich zum Beispiel Tischlereien eintragen lassen, die Sicherheitspakete anbieten. In diese Liste können Bürger Einblick nehmen, die sich beraten lassen.

Zu der Veranstaltung für Fachleute, die von Stadt, Kreis, Polizeiinspektion und dem Kriminalpräventionsrat unterstützt wird, kommt als Fachreferent aus dem Landeskriminalamt Sascha Scheller.

Von Carlo Eggeling

Tipps für mehr Sicherheit

Rund 400 Einbrüche regis­trierte die Polizei 2015 in Stadt und Landkreis Lüneburg – rund 30 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das klingt gewaltig, allerdings lag die Zahl Anfang und Mitte der 90er-Jahre doppelt so hoch. Gleichwohl nimmt die Polizeiführung die Entwicklung ernst und versucht gegenzuhalten durch Fahndung und Aufklärung. Doch manches können Bürger auch selbst tun.

Die Tipps der Polizei:

  • Wer verdächtig langsam fahrende Autos oder auffällige Personen in seiner Straße bemerkt, sollte Kennzeichen notieren und die Polizei rufen.
  • Sinnvoll ist es, auf die Nachbarschaft zu achten. Denn falsche Handwerker oder Stromableser versuchen Senioren zu übertölpeln, um in Wohnungen zu gelangen.
  • Ist ein Einbrecher ins Haus gelangt, sollte man sich ihm nicht entgegenstellen und dadurch in Gefahr begeben. Zu erreichen ist die Beratungsstelle der Polizei unter Tel.: (0 41 31) 83 06 23 06.

One comment

  1. Genau, das ist es. Der Deutsche soll wegen des Staatsversagens jetzt sich und sein Eigentum an der eigenen Haustür verteidigen. Jeder für sich, der Staat spart sich die Grenzsicherung und die Polizeiarbeit, mit dem Geld kann man dann noch ein paar Neubürger und Vagabunden einladen und Politiker Pensionen bezahlen. Danke lieber Staat und liebe Politik, bei Euch fühlt man sich in guten Händen.
    Das Land ist zur Plünderung freigegeben.