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Erwachsene können drei bis vier Mal pro Jahr von einer Erkältung betroffen sein, Kinder sogar bis zu zehn Mal. Foto: t&w

Apothekenverband gibt Tipps gegen Erkältung

Lüneburg. Herbst und Winter sind Erkältungszeit, meist sind die Wartezimmer der Ärzte noch voller als sonst. Bakterien oder Viren sind Auslöser der unangenehmen Infektion der oberen Atemwege. Meist beginnt die Erkältung mit Kratzen im Hals, in der Regel kommen dann Halsschmerzen, Kopfschmerzen, Schnupfen, Husten, Heiserkeit und oft auch Fieber hinzu. Die Betroffenen fühlen sich oft sehr müde und abgeschlagen. Erwachsene können drei bis vier Mal pro Jahr von einer Erkältung betroffen sein, Kinder leiden mitunter acht bis zehn Mal darunter.
Mehrere Wirkstoffe nicht immer empfehlenswert

Häufig behandeln Erkältungsgeplagte ihre Beschwerden mit rezeptfreien Arzneimitteln. Bei einer Selbstmedikation sollten sich die Patienten aber fachkundigen Rat aus der Apotheke einholen, denn der Apotheker weiß am besten, welches Präparat im Einzelfall geeignet ist, rät Katharina Gonzales-Krückeberg, Vorsitzende des Bezirks Lüneburg beim Landesapothekerverband Niedersachsen. „Bei einer Erkältung sind Arzneimittel mit nur einem Wirkstoff in den meisten Fällen empfehlenswerter als Kombinationspräparate. Diese enthalten Wirkstoffe gegen mehrere Symptome, die aber nicht bei jeder Erkältung auftreten müssen.“

Habe sich zum Beispiel ein schleimiger Husten gebildet, könnten Hustenstiller, die in einigen Kombinationspräparaten enthalten sind, das gewünschte Abhusten behindern. Schleimhautabschwellende Wirkstoffe, die bei Schnupfen helfen sollen, könnten Nebenwirkungen wie Herzrasen oder Unruhe auslösen. „Besser ist es deshalb, zunächst ein Nasenöl oder ein pflegendes Nasenspray zur Befeuchtung anzuwenden“, sagt die Apothekerin aus Deutsch Evern.

Auch wenn eine Erkältung meist harmlos verläuft und in der Regel nach ein bis zwei Wochen ausheilt, kann ein Arztbesuch notwendig werden. „Bei Schmerzen in der Stirn und im Augenbereich, die auf eine Beteiligung der Nebenhöhlen hinweisen können, sollte der Arzt befragt werden. Gleiches gilt bei hohem Fieber über 39 Grad oder wenn Husten und andere Beschwerden länger als zwei Wochen anhalten“, empfiehlt Katharina Gonzales-Krückeberg. In der Schwangerschaft und Stillzeit oder bei Kindern unter sechs Jahren sollte eher ein Arzt aufgesucht werden.

Viel Schlaf und heißes Tees

Diese Tipps gibt sie zur Linderung von Erkältungssymptomen:

Viel trinken: Empfehlenswert sind Wasser und heißer Tee mit entzündungshemmender und reizlindernder Wirkung wie Teemischungen aus Salbei, Thymian oder Kamille, eventuell angereichert mit Honig (wirkt antibakteriell). Heiße Zitrone und warmer Holunderblütensaft sind ebenfalls gute Helfer. Ingwertee stärkt das Immunsystem. Erwachsenen wird empfohlen, etwa zwei Liter am Tag zu trinken.

Inhalieren: Um die Atemwege zu befreien und Husten und/oder Schnupfen zu lindern, sollten die Betroffenen mehrmals am Tag mit Wasserdampf inhalieren. Dem Wasser können dabei auch ätherische Öle/Kräuter zugesetzt werden. So lässt Kamille die Schleimhaut abschwellen und erleichtert das Atmen. Ebenfalls gut sind Thymian, Eukalyptusöl oder Salbei.
Gurgeln: Kamille- oder Salbeitee etwas länger ziehen lassen. Das Gurgeln mit Tee verringert die Zahl der Krankheitserreger auf der Mundschleimhaut, hemmt Entzündungen im Rachenbereich und wirkt desinfizierend.

Heiße Suppe: Schon früher ein bewährtes Hausmittel bei grippalen Infekten, und es ist mittlerweile auch wissenschaftlich erwiesen, dass Suppe (insbesondere Hühnersuppe) bei Erkältung hilft. Egal ob selbstgemacht oder gekauft die heiße Suppe stärkt die Abwehrkräfte des Körpers und wirkt schleimlösend.
Wärme: Wer kein Fieber hat, kann bei einem heißen Bad mit ätherischen Ölen (zum Beispiel Eukalyptusöl, Kiefernadelöl oder Menthol) entspannen. Gleichzeitig werden die Atemwege befreit. Das Bad sollte allerdings nicht länger als zehn bis 20 Minuten dauern.

Ruhe: Viel Schlafen und dem Körper Ruhe gönnen. Sport und Anstrengungen sollten vermieden werden. red