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Gründer Florian Bontrup (l.) stellt seine Idee vor. Sven Heitmann (2. v. r.) und Prof. Dr. Günter Faltin geben zusammen mit den rund 80 Zuschauern eine Einschätzung und liefern Ideen. Foto: tt

Entrepreneurship: LaborX startet in Lüneburg

Lüneburg. „Wenn wir Entrepreneurship richtig verstehen würden, hätten wir morgen eine Revolution“, sagt Professor Dr. Günter Faltin ins Publikum. Ihm gegenüber sitzen mehr als 80 Gründungsinteressierte und Unternehmer, die zum ersten „LaborX@Lüneburg“ an der Universität gekommen sind.

Eingeladen dazu hatten die Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg und das Entrepreneurship Hub der Leuphana. „Mit dem LaborX wollen wir Gründern die eine oder andere Idee mitgeben, um ihre Gründung unter Umständen noch erfolgreicher zu machen“, erklärt Sven Heitmann von der IHK zu Beginn der Veranstaltung. „Gerechnet hatten wir eigentlich mit 30 bis 40 Teilnehmern“, sagt er und strahlt. „Dass hier nun 80 Menschen sitzen, ist natürlich großartig.“

„Mit dem LaborX wollen wir Gründern die eine oder andere Idee mitgeben, um ihre Gründung unter Umständen noch erfolgreicher zu machen.“
Sven Heitmann, Industrie- und Handelskammer

Ein jedes LaborX besteht aus Impulsen durch Entrepreneure oder Gründungsexperten, der Präsentation von Geschäftsideen durch mehrere Gründer und der gemeinsamen Entwicklung von Ideen zwischen Gründern, Experten und Zuschauern. Zu Gast bei der ersten Veranstaltung war Dr. Günter Faltin, Professor für Entrepreneurship, Unternehmensgründer der Teekampagne und Entwickler der Veranstaltungsreihe LaborX. Faltin ist zudem Autor verschiedener Bücher zum Thema Gründen und „deutschlandweit bekannter Experte auf dem Gebiet des Gründens“, wie er durch Heitmann angekündigt wurde.

Aristoteles hat gesagt…

Gespannt hingen die rund 80 Zuhörer an den Lippen des Referenten, der seine Ausführungen mit den Worten berühmter Personen begann: „Aristoteles hat gesagt: Jeder ist Philosoph, Beuys hat gesagt: Jeder ist Künstler, und ich behaupte nun: Jeder ist Entrepreneur.“ Denn: Jeder Mensch habe der Welt etwas zu bieten und sei auf seine Art einzigartig. Es könne heute jeder ein Unternehmen gründen, glaubt der Professor von der FU Berlin, da kein großes Kapital mehr von Nöten sei wie früher einmal: „Ein Laptop und der eigene Kopf reichen häufig.“

Gründungen seien in der heutigen Wissensgesellschaft mehr ideenintensiv als kapitalintensiv. „Oft geht es dabei um die Neu-Kombination von Wissen oder um die Übertragung von schon vorhandenem Wissen in einen anderen Bereich“, erklärte Faltin. „Es gibt eigentlich schon fast alles“, sagte er und forderte ein Umdenken: Entscheidend sei es nicht, stets nach Neuem zu suchen, sondern Probleme der heutigen Zeit aufzugreifen und anzugehen.

Missgeschick im Urlaub als Initialzündung

Vorhandenes aufgreifen möchte auch Florian Bontrup. Der Gründer hält eine der drei Präsentationen des Abends und möchte mit seiner Anwendung „Docyet“ die Behandlung von Krankheiten im Ausland revolutionieren. „Auf die Idee bin ich gekommen, als ich an der chinesischen Mauer umgeknickt bin, mich am Fuß verletzte und es schwierig war, einen Arzt zu finden“, erzählt er während seiner Präsentation. „Meine Auslandskrankenversicherung konnte mir auch nicht ausreichend helfen, sodass ich dachte Da fehlt etwas“.
Die nächste Veranstaltung der Reihe LaborX@Lüneburg wird im Frühjahr 2017 stattfinden, „mit spannenden Impulsen und Präsentationen“, wie Heitmann verspricht.

Von Tjark Thönßen