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Auf einem Rad über Felsen springen: Für Leon Hentschel ist das eine leichte Übung. Foto: t&w

Erster Enduro-Cross der Lüneburger Heide

Bienenbüttel-Hohnstorf. In der ehemaligen Sandkuhle in Hohnstorf riecht die Luft nach Benzin. Der 16-jährige Leon Hentschel startet sein Motorrad, mit lautem Knattern rast er los. Vor ihm ein steiler Abhang. Ohne Zögern springt er hinunter und kommt kurz vor einem Baumstamm zum Stehen, als ob nichts gewesen wäre. „Enduro-Cross“ heißt diese Art des Motorsports, die Leon betreibt. Dabei geht es darum, mit dem Motorrad durch unwegsames Gelände wie Schotterpisten, steile Hänge und umgestürzte Bäume zu kommen. Seit einem Jahr konzentriert er sich auf die Extremvariante des „Trials“, englisch für Prüfung. Am nächsten Wochenende wird der Uelzener am ersten „Enduro-Cross“-Wettkampf der Lüneburger Heide in Hohnstorf teilnehmen. Und zwar in der Profi-Klasse.

Mit Leon auf die Piste

Schon als Sechsjähriger Motorrad gefahren

Schon als Sechsjähriger sitzt Leon fest im Motorradsattel. Noch lange bevor er mit dem „Enduro-Cross“ angefangen hat, trat er im Trial-Sport unter anderem bei der Deutschen Meisterschaft oder der Jugend-Europameisterschaft an. Mit Erfolg: „Ich war immer ziemlich weit vorne“, erzählt er. Doch der Erfolg hatte auch seinen Preis, denn der Sport ist gefährlich: „In meinem ersten Rennen habe ich mir beide Beine gebrochen“, berichtet er. Seine Arme kamen einige Monate später noch dazu. Doch die schmerzhaften Erfahrungen hielten ihn nicht davon ab, weiterzumachen. Sein Traum: Motorradprofi werden.

Fast jeden Tag arbeitet Leon nach der Schule auf sein Ziel hin. Dafür sind viel Training und Disziplin notwendig. Denn es geht nicht nur ums Mopedfahren: „Kein Alkohol, keine Zigaretten, dazu viel Ausdauersport, Fitness und Kraftsport“, erklärt Leons Onkel Sven, ebenfalls Enduro-Fahrer. Der Ausspruch „Benzin im Blut“ trifft auf Hentschels voll zu: Leons Vater Michael fing im Alter von vier Jahren mit Motorradsport an, sein Onkel Sven sogar mit drei. Und der Großvater fuhr noch mit Mitte 60 seine Runden. Ganz preisgünstig ist die Sportart jedoch nicht: „Gebraucht kostet eine Maschine etwa 5000 Euro“, weiß Sven Hentschel, dazu komme noch die Ausrüstung wie Helm und Schutzkleidung, die gebraucht bei zwischen 500 und 1000 Euro liege. Aber die kann einem schließlich das Leben retten.

Vorfreude auf Riesen-Spektakel

Eine Besonderheit beim „Enduro-Cross“ ist, dass es auf einem kleinen Gelände stattfindet. Zuschauer können das Gebiet gut einsehen. Die Vorfreude auf das Turnier am Wochenende ist groß: „Uns erwartet ein Riesen-Spektakel“, erzählt Michael Hentschel. Antreten würden einige der besten Enduro-Fahrer der Welt, zum Beispiel der amtierende Junior-Weltmeister Manuel Lettenbichler, Sohn des erfolgreichen Motorradfahrers Andreas Lettenbichler. Gegen sie wird Leon Hentschel am Sonnabend fahren. Nervös sei er trotz der namhaften Gegner nicht.

Das erste „Enduro-Cross“ der Lüneburger Heide, veranstaltet durch den Motor-Club Uelzen, findet am Sonnabend, 12. November, in der ehemaligen Sandkuhle bei Hohnstorf/Bienenbüttel statt. Die Anfahrt ist ausgeschildert. Das freie Training beginnt um 10 Uhr, Start zu den Vorläufen ist um 11.30 Uhr. Das erste Rennen beginnt um 13.45 Uhr. Der Eintritt beträgt für Erwachsene 8, für Kinder 4 Euro.

von Robin Williamson