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In der Gemarkung der Gemeinde Rehlingen entsteht ein neues Umspannwerk. Bauherr ist ein Gemeinschaftsunternehmen der künftigen Windparkbetreiber in Etzen und Ehlbeck. Foto: dth

Rehlingen: Strom aus dem Wald

Rehlingen. Das erste privatfinanzierte Umspannwerk im Landkreis Lüneburg nimmt Gestalt an. Tieflader haben vor Kurzem unter anderem den rund 70 Tonnen schweren Trafo sowie die Wanne für das zirka 18 Meter lange Betriebsgebäude in den Wald geschafft, zirka einen Kilometer nordwestlich des Gutes Rehrhof in Rehlingen. Dieser Tage werden die Leitungen für die Mittelspannung verlegt. In absehbarer Zeit soll das Umspannwerk der „UW Rehrhof GmbH & Co KG“ an die dort verlaufende 110-Kilovolt-Freileitung angeschlossen werden. Gut zwei Millionen Euro investieren die Betreiber des Windparks Etzen und Ehlbeck in das Umspannwerk, um künftig darüber ihren selbstproduzierten Strom ins Netz einzuspeisen.
23 von 44 neuen Windrädern sind schon genehmigt

Trafo nicht von der Stange

Zwar hatte Netzbetreiber Avacon bereits Ende vergangenen Jahres bei Wetzen ein neues Umspannwerk eingerichtet, doch den Windmüllern erschienen Kosten und Aufwand vergleichsweise hoch, um ihre Windparks dort anzuschließen über eine Distanz von mehr als elf Kilometern. Also entschlossen sie sich, ein eigenes Umspannwerk zu errichten. Investitionskosten: rund zwei Millionen Euro. „Uns erschien das als beste Lösung“, sagt Jürgen Vogt, Geschäftsführer der „Bürgerwindpark Ehlbeck GmbH & Co. KG“, die zu rund 62 Prozent an der Umspannwerk-Unternehmung beteiligt ist. Der Rest entfällt auf die „Bürgerwindpark Etzen GmbH & Co. KG“ mit Geschäftsführer Jochen Studtmann.

Die Entscheidung, ein eigenes Umspannwerk zu bauen, sei vor einem Jahr gefallen. Die Zusammenarbeit mit der Avcaon, der das Netz gehört, laufe gut, sagt Studtmann. Jedoch: „So einen Trafo kauft man nicht einfach von der Stange.“ Rund acht Monate Vorbestellzeit hätten sie einplanen müssen. „Das war ein mutiger Schritt“, sagt Studtmann rückblickend, denn zu dem Zeitpunkt war noch nicht absehbar, ob die Windkraftanlagen, die daran angeschlossen werden sollen, überhaupt genehmigt werden. Die gute Nachricht für die Windmüller kam jetzt vom Landkreis Lüneburg. Zumindest die Genehmigungen für die sieben Anlagen für den Standort Ehlbeck wurden jetzt erteilt.

Genehmigungen für 23 Windkraftanlagen

Kreissprecher Hannes Wönig sagte auf LZ-Nachfrage: „Es wurden bis jetzt kreisweit Genehmigungen für insgesamt 23 Windkraftanlagen erteilt. Die Standorte sind Wendhausen, Wetzen, Tellmer und Ehlbeck. Im Moment befinden sich damit noch 21 der insgesamt 44 Windkraftanlagen im Genehmigungsprozess.“ Bis Ende des Jahres sollen die Verfahren abgeschlossen sein, heißt es. Darunter befinden sich auch die vier geplanten Anlagen für den Bereich Etzen.

Insgesamt elf rund 200 Meter hohe Windräder aus Etzen und Ehlbeck sollen also über Entfernungen von jeweils mehr als drei Kilometern an das neue Umspannwerk bei Rehrhof angeschlossen werden, mit einer Gesamtleistung von 31,25 Megawatt. Dafür steht künftig ein 63 MVA-Transformator und eine Hybrid-Schaltanlage bereit, die die Einspeisung des Windkraft-Stroms von 30 Kilovolt in das öffentliche Netz über die 110-Kilovolt-Freileitung ermöglichen sollen. Das Umspannwerk entsteht seit Anfang Oktober auf einem zirka 1000 Quadratmeter großen Baufeld auf einer Waldlichtung zwischen Rehrhof und Schwindebeck.

Bauleiter Heiko Starke sagt: „Diese Woche verlegen wir vor Ort die Mittelspannungsleitungen.“ Das Betriebsgebäude mit der Sekundärtechnik wird parallel eingerichtet. Wenn die Witterung mitspiele, werde die Fertigstellung und Übergabe des Umspannwerks im Februar 2017 stattfinden. Zwischenzeitlich muss in den nächsten Wochen noch ein voraussichtlich 32 Meter hoher Strommast an dem Areal aufgestellt werden. Von dort aus wird die 110-Kilovolt-Freileitung aufgenommen und abgehängt zum zehn Meter hohen, sogenannten Portal des ersten privatfinanzierten Umspannwerks im Landkreis Lüneburg.

One comment

  1. Heute werden nur noch dort Windräder gebaut, wo keine Alltagserfahrungen mit ihnen vorliegen. Die publizierten Effekte zählen ebenso nicht wie die fragliche Zukunftssicherheit der Technologie. Bürgerliche Investroren werden finanziell noch böse überrascht werden.
    Windkrafträder in Naturschutzgebieten belegen, wie kampfbereit und faktenbefreit grüne Ideologen sind. Ideologische Selfies.