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Carly, Enne und Noa (von links) haben bei der Kinder- und Jugendbuchwoche im Glockenhaus schon einige Bücher entdeckt, die sie interessieren. Foto: t&w

38. Lüneburger Kinder- und Jugendbuchwoche im Glockenhaus

Von Alexander Hempelmann
Lüneburg. Noa (8) hat sich das Buch „Supertiere“ geschnappt, um etwas über die 100 größten, schnellsten und gefährlichsten Tiere der Welt zu erfahren. Währenddessen halten Enne (8) und Carly (10) Ausschau nach Detektivgeschichten, Carly mag besonders die Abenteuer der jungen Geheimagentin Ruby Redfort. Im Glockenhaus ist für alle drei Mädchen etwas dabei, rund 3000 Bücher liegen dort auf Tischen und stehen in Ständern. Die Lüneburger Kinder- und Jugendbuchwoche ist am Donnerstag eröffnet worden, bis zum kommenden Dienstag gibt es dort Lesestoff satt für den Nachwuchs.

Die Bedeutung der Sprache

„Sprache…in aller Munde“ lautet das Oberthema bei der 38. Auflage der Veranstaltung, die von der Ratsbücherei und der Buchhandlung Lünebuch organisiert wird. Für Bürgermeister Eduard Kolle steht fest: „Lesen ist immer noch in, das klassische Buch ist noch gefragt.“ Er betonte, wie wichtig es sei, Kindern frühzeitig den Weg zu den Büchern zu ebnen. In Lüneburg werde dieses Ziel zum Beispiel mit dem Projekt „Gedichte für Wichte“ oder auch den Lesetüten verfolgt und eben mit der jährlichen Kinder- und Jugendbuchwoche, die Kinder in die Welt der Fantasie mitnehme. Er selbst sei auch schon fündig geworden in der großen Ausstellung. „Mein Enkel ist ein Fan von Feuerwehrmann Sam“, verriet er. Er habe ein Buch der Reihe erspäht, werde nun wohl eine entsprechende Bestellung beim Weihnachtsmann in Auftrag geben.
Wie beliebt die Jugendbuchwoche nach wie vor ist, belegt auch eine Zahl, die Claudia Bußjäger von der Ratsbücherei nannte: Für die reinen Schulklassen-Lesungen hätten sich 821 Schüler angemeldet. Und wie jedes Jahr konnten längst nicht alle, die gern dabei gewesen wären, berücksichtigt werden. „Ich hoffe, dass wir bei den öffentlichen Veranstaltungen genauso viel Zuspruch haben werden.“

Wie wichtig Sprache ist, weiß Elena Gulli aus Erfahrung. Schließlich arbeitet die Italienerin seit zwei Jahrzehnten in Deutschland, arbeitet bei einer deutschen Zeitung, nachdem sie zuvor in Kanada Deutsch auf Englisch unterrichtet hat. „Als ich nach Deutschland kam, habe ich im Alltag vieles nicht richtig verstanden, aber zum Glück können wir Italiener uns auch gut mit den Händen verständlich machen“, blickte sie zurück. Längst passé. Inzwischen sei es eher so, dass sie, wenn sie mal wieder in der Heimat zu Besuch ist, schon mal Probleme mit einem italienischen Begriff habe. „Lange wusste ich nicht, was CD brennen auf Italienisch heißt. Das ist auch ein Beleg dafür, dass Sprache sich wandelt.“

Lob für die LZ-Kinderseite

Wie ihr damals ergehe es heute den Flüchtlingen. Den Kindern im Publikum empfahl die LZ-Redakteurin: „Ihr könnt ihnen helfen, in dem Ihr viel mit ihnen sprecht oder den Kindern mal ein Kinderbuch schenkt.“ Und noch einen Tipp hatte sie: „Jeden Tag gibt es in der LZ eine wunderbare Kinderseite.“

Wunderbare Lieder präsentierte ein Chor aus Dritt- und Viertklässlern der Schule Im Roten Felde unter der Leitung von Christine Bußmann. Das Repertoire reichte von einem Loblied auf die Vokabeln bis zu einem Bewegungslied aus Tansania.

Robert (10) und Noah (8) haben eifrig mitgesungen, gleich danach stöbern sie aber wieder im reichhaltigen Buchangebot. „Ich finde eigentlich fast alles ganz gut“, sagt Noah und schnappt sich ein Star-Wars-Buch, „das hier aber besonders“.

Das Glockenhaus ist täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei.