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Gemeinschaftswerk: Daniel (l.) und Paul beschneiden den Weißdorn, Daniels Großvater Dieter Köhler hat das Loch gegraben und die stellvertretende Hegeringsleiterin Ulrike Kruse erklärt, wie´s funktioniert. Foto: uk

Hegering Reinstorf/Lüneburg und Grundschüler pflanzen 1200 Bäume und Sträucher

Von Ute Klingberg-Strunk
Wendisch Evern. Paul und seine Mutter sind ein eingespieltes Team: „Ich buddele das Loch und Mama hält den Baum fest“, erklärt der Drittklässler und stößt seinen Kinderspaten energisch in den dunkelbraunen Ackerboden. Nachdem Eva Pietsch kontrolliert hat, ob der kleine Feldahorn auch gerade im Pflanzloch steckt, treten beide gemeinsam die Erde um das Bäumchen herum sorgfältig fest. „Die erste Pflanzaktion hat ihm so viel Spaß gemacht, dass er mich zur zweiten mitgeschleppt hat“, sagt Pauls Mutter lachend.

615 Bäume und Sträucher

Ähnlich wie ihr geht es auch den anderen Erwachsenen, die sich an diesem Nachmittag auf dem Acker am Weg zum Timeloberg zwischen Deutsch Evern und Wendisch Evern mit dem Spaten zu schaffen machen. Etwa 15 Kinder und ebenso viele Erwachsene bringen in kleinen Trupps insgesamt 615 Bäume und Sträucher in den Boden. Das geht so flott, dass Wilfried Strauer und Ulrike Kruse über das ganze Gesicht strahlen: „Es ist einfach toll, wie begeistert und engagiert hier alle bei der Sache sind“, sagt der Vorsitzende des Hegerings Reinstorf/Lüneburg und seine Stellvertreterin ergänzt: „Wer hier mitmacht, wird auch später nachschauen, ob mit den Pflanzen alles in Ordnung ist. Das ist eine ganz tolle Unterstützung.“

Der Hegering hatte die Idee zur Pflanzaktion und konnte für die Umsetzung die Grundschule Wendisch Evern gewinnen. Das Ziel: Eine dichte Hecke entlang des Weges, der früher als Zuwegung zum Standortübungsplatz diente, soll künftig nicht nur die Landschaft verschönern, sondern Nistplätze und Unterschlupf für Tiere bieten. Schon in der Woche zuvor hatten Kinder und Lehrer der Grundschule mehr als 600 Pflanzen gesetzt, um den Acker auf einer Länge von 350 Metern in eine zwölf ­Meter breite Hecke aus Weißdorn, Schlehen, Hundsrosen, Kornelkirschen und Feldahorn zu verwandeln.

„Bereicherung für das ganze Dorf“

Zuvor hatte Ulrike Kruse eine Unterrichtseinheit in Sachkunde in der Schule gestaltet. Um den Kindern zu demonstrieren, welche wichtige Funktion Hecken für die Tierwelt haben, hatte sie dabei ausgestopfte Exemplare von Igel bis Maus im Gepäck: „Ich habe die Präparate in einer Hecke versteckt und die Kinder haben gesucht. Das war gar nicht so einfach“, erzählt sie.

Möglich wurde die Umsetzung des Projektes nicht nur durch die tatkräftige Unterstützung der Kinder und Eltern, sondern auch, weil die Gemeinde Wendisch Evern das Grundstück zur Verfügung stellte und die Lüneburger Jägerschaft den Ankauf der Pflanzen finanzierte. Auch einige Mitglieder des Gemeinderates waren mit dem Spaten dabei. Der scheidende Bürgermeister Raymond Cuypers lobt die Aktion: „Das ist eine Bereicherung für das ganze Dorf und steigert den Freizeitwert.“