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Wirtschaftsminister Olaf Lies (Mitte) bewundert bei der Lünale am Freitagabend mit wirtschaftsförderer Jürgen enkelmann (l.) und Moderator Gerry Hungbauer im Adendorfer Castanea den Preis, der in vier Kategorien verliehen wurde. Foto: t&w

Lünale: Vorhang auf für Regional-Oscar

Lüneburg. Wertschätzung ist gerade die Zauberformel für Wirtschaftsbosse. Und ein Preis, der ein ganzes Unternehmen und seine Mitarbeiter würdigt, passt da gut ins Bild. Freitagabend freuten sich vier Firmen bei der Lünale 2016, der Gala der Lüneburger Wirtschaft, über den Regional-Oscar. Vor rund 300 Gästen wurden ausgezeichnet: Fior & Gentz GmbH, Lüneburger Bonbon Manufaktur, Hermann Bade Dächer GmbH und als Gründeridee „Culture-ID“.

Die öffentliche Wahrnehmung, bemängelte Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies, drehe sich in der Regel um Konzerne, doch die kleinen und mittleren Betriebe prägten den Wirtschaftsstandort Niedersachsen. Rund 300000 davon gebe es zwischen Ems und Elbe mit mehr als einer halben Million Beschäftigten und fast 46000 Auszubildenden. „Der Mittelstand ist deswegen der Motor für die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit des Landes und Rückgrat der niedersächsischen Wirtschaft“, versicherte Lies den Lünale-Gästen aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung im Castanea Resort Hotel in Adendorf.

Lünale: wichtigstes Event der lokalen Wirtschaft

Die Lünale hat sich zum wichtigsten Event der regionalen Wirtschaft entwickelt. „Wir verleihen die Ideen- und Gründerpreise gemeinsam mit dem Handwerkerpreis und dem Mittelstandspreis. Es verdeutlicht die Verbindung zwischen Newcomern und etablierten Unternehmen“, sagte Jürgen Enkelmann, Chef der Lüneburger Wirtschaftsfördergesellschaft. Die Vernetzung sei wichtig, denn die Nutzung neuer Technologien, die Erschließung neuer Märkte oder die Finanzierung von Unternehmenswachstum erfordere neue Formen der Zusammenarbeit. „Erfahrene Unternehmer sind heute auch Business Angel für Gründer, und Gründer sind Dienstleister und Problemlöser für Betriebe. Das ist wichtig für die Zukunft des Wirtschaftsstandortes Lüneburg. Dass Unternehmen im Landkreis Lüneburg nach der aktuellen Studie ,Niedersachsen Digital den höchsten durchschnittlichen digitalen Reifegrad aufweisen, ist ein Beleg dafür.“

Minister Lies betonte: Um die Wirtschaft in Niedersachsen zu stärken, muss die Infrastruktur stimmen, deswegen komme die Autobahn A39, „2018 wollen wir starten“, deswegen komme die Schleuse Scharnebeck, deswegen sei der Breitbandausbau eines der wichtigen wirtschafts- und strukturpolitischen Vorhaben der Landesregierung. „Die Digitalisierung verändert unsere Welt grundlegend. Gerade in einem Flächenland wie Niedersachsen ist es wichtig, die Digitalisierung als Chance zu erkennen.“ Und natürlich seien innovative Ideen und Gründungen enorm wichtig. Auch deswegen sei die Lünale die richtige Antwort.

Rosen-Star führt durchs Programm

Wie es sich für eine Gala gehört, durften Con­fé­ren­ci­er und Kunst nicht fehlen. Durchs Programm führte Rote-Rosen-Star Gerry Hungbauer, für die Kunst waren die Lüneburger Rockband „Defamed Hero“ und Peer Frenzke, mittlerweile die musikalische Säule der Lünale, mit der deutschen Vertreterin beim ESC 2015, Ann Sophie verantwortlich.
Fehlt nur noch die Krönung: Das Netzwerken in der Hotellobby bei Häppchen, Bier und Champagner.

Von Hans-Herbert Jenckel

Handwerkerpreis

Der Handwerkerpreis ging an die Hermann Bade Dächer GmbH (v.l.): Fedor Zimmermann (Volksbank), Brigitte Redlin, Hermann Bade, Kammerpräsident Detlef Bade und Thomas Kruse (Sparkasse).
Der Handwerkerpreis ging an die Hermann Bade Dächer GmbH (v.l.): Fedor Zimmermann (Volksbank), Brigitte Redlin, Hermann Bade, Kammerpräsident Detlef Bade und Thomas Kruse (Sparkasse).

Wie gewinnt man mit innovativen Marketingkonzepten Nachwuchs fürs Handwerk? Die Hermann Bade Dächer GmbH, Spezialunternehmen in der Bedachungsbranche aus Bad Bevensen, hat die Jury überzeugt. So wurden u. a. Ausbildungsflyer angefertigt, mit Oberschulen im Kreis Uelzen und Hit Radio Antenne Niedersachsen kooperiert.

Gründerpreis Impuls

Thomas Piehl (Sparkasse), Impuls-Gründerpreis-Gewinner Hans Seelenmeyer, der es nicht ohne seinen Bruder Sven gewagt hätte, und Laudator Gerd-Ulrich Cohrs (Volksbank, v.l.).
Thomas Piehl (Sparkasse), Impuls-Gründerpreis-Gewinner Hans Seelenmeyer, der es nicht ohne seinen Bruder Sven gewagt hätte, und Laudator Gerd-Ulrich Cohrs (Volksbank, v.l.).

Die Lüneburger Bonbon Manufaktur von Hans Seelenmeyer erhält den Gründerpreis Impuls. Das im November 2012 gegründete Unternehmen ist die einzige Bonbon Manufaktur in Deutschland, die ein so breites Sortiment anbietet. Es reicht von geprägten Walzenbonbons mit Motiven über Bonbonkissen bis zu handgezogenen Rock-Bonbons.

Leuphana Ideenpreis

Leuphana Ideenpreis für „Cultur-ID“ (v.l.): Martin Puppatz, NBand-Chefin Dr. Sabine Johannson, Dr. Ronald Franke, Nicole Adank, Moderator Gerry Hungbauer und Laudator Holger Dressler.
Leuphana Ideenpreis für „Cultur-ID“ (v.l.): Martin Puppatz, NBand-Chefin Dr. Sabine Johannson, Dr. Ronald Franke, Nicole Adank, Moderator Gerry Hungbauer und Laudator Holger Dressler.

Der Leuphana Ideenpreis geht an Dr. Ronald Franke, Phillip Klein und Martin Puppatz für die Gründungsidee „Culture-ID“. Ziel der webbasierten Lernanwendung ist der Aufbau interkultureller Kompetenz, um Konflikte bei der Anbahnung und erfolgreichen Entwicklung von Geschäftskontakten im In- und Ausland zu vermeiden und damit zugleich verbundene Kosten zu minimieren.

Mittelstandspreis

Der Mittelstandpreis ging an Jörg Fior und Ralf Gentz (Fior&Gentz), die auch nach 19 Jahren noch Schreibtisch an Schreibtisch sitzen,  links Siegfried Ziehe, rechts Laudator Ralph G. Matzen.
Der Mittelstandpreis ging an Jörg Fior und Ralf Gentz (Fior&Gentz), die auch nach 19 Jahren noch Schreibtisch an Schreibtisch sitzen, links Siegfried Ziehe, rechts Laudator Ralph G. Matzen.

Die Fior & Gentz GmbH mit 60 Mitarbeitern, gegründet von Orthopädiemechanikmeister Jörg Fior und Maschinenbauingenieur Ralf Gentz, entwickelt feinmechanische Gelenke aus Titan und Stahl, die in Orthesen eingesetzt werden. Sie unterstützen Gliedmaßen oder korrigieren Fehlstellungen. Zweites Standbein: Therapieschuhe, die nach Fuß-OP oder offenen Sprunggelenkfrakturen eingesetzt werden.