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Ein neues Schild für den Naturschutz am Schierbrunnenteich: Lehrerin Sonja Hollstein und die Schülerinnen Kiara Lemmen und Greta Layes (v.l.n.r.) hoffen, dass sie mit ihren Erklärungen viele Besucher wachrütteln können. Foto: t&w

Entenfüttern widerspricht Naturschutz: Schüler entwerfen Hinweistafeln

Lüneburg. Er ist das beliebteste Ausflugsziel in Kaltenmoor, aber genau das macht ihn auch zum Sorgenkind: Der Schierbrunnenteich mit seinen zahlreichen Enten bietet ein Stück Idylle und ist besonders beliebt bei Eltern mit kleinen Kindern. Dass sie aber mit dem Füttern den Enten schaden, sei nur wenigen Menschen bewusst, ist Thomas Mitschke vom Naturschutzbund überzeugt. Schüler der Integrierten Gesamtschule (IGS) Lüneburg wollen helfen, dass sich das ändert.

„Die Leute kommen mit riesigen Tüten. Mit ganzen Broten, die dann hier auf dem Wasser schwimmen“, berichtet der Vorsitzende der Nabu-Kreisgruppe und weist darauf hin, dass die Tiere von den verdorbenen Nahrungsresten krank werden können. Außerdem leide darunter die Wasserqualität, da Nährstoffe freigesetzt werden, die in den wärmeren Jahreszeiten zu einer Veralgung führen können.

Hinweisschild in verschiedenen Sprachen

Mit diesem Problem haben sich die Schüler der sechsten Klasse der IGS beschäftigt. Für sie wurde der See in den vergangenen Monaten zum Forschungsobjekt. „Wir haben natürlich auch gesehen, dass die Enten ständig gefüttert werden, obwohl es schon ein Verbotsschild gibt“, berichtet Lehrerin Sonja Hollstein. Daraufhin entwickelten die Schüler ein eigenes Schild mit anschaulichen Bildern von den Wasservögeln. „Wir erklären darauf, warum es schädlich ist, die Tiere zu füttern. Und wir bitten die Besucher, die Tiere doch lieber einfach nur zu beobachten.“ Mithilfe von zwei Übersetzerinnen konnten die Schüler diese Hinweise auch in russischer und arabischer Sprache auf das Schild bringen.

Die Unterrichtsreihe basierte auf dem Prinzip des sogenannten Service Learning, das sich zum Ziel setzt, mit einem Projekt etwas für das Gemeinwohl zu tun. Außerdem zogen die Schüler mehrfach mit Müllsammelgeräten los und befreiten das Ufer des Sees von leeren Flaschen und Plastikmüll.

Auch der Nabu holte bei ähnlichen Aktionen schon mehrfach so allerlei Unrat aus dem Wasser. „Müll ist ein Riesen-Thema hier. Trotz vieler Gespräche kriegen wir das einfach noch nicht hin.“ Umso überraschter war Mitschke über den aktuell sauberen Zustand des Teiches, der dem Einsatz der Schüler zu verdanken sei. Sie alle hoffen, dass ihre Aktion bei den Besuchern zu einem Umdenken führt.

Von Manuela Gaedicke