Aktuell
Home | Lokales | Neue Linden an der Kreisstraße
Jan Burghardt (r.) und sein Kollege André Bauch gehören zum Pflanztrupp. Mit vereinten Kräten setzen sie die Pflanzpfähle für die neuen Winterlinden entlang der K 53 zwischen Ebensberg und Erbstorf. Foto: t&w

Neue Linden an der Kreisstraße

Adendorf/Lüneburg. Der Schnee ist weg, stattdessen gibts derzeit fast schon wieder frühlingshafte Temperaturen: Beste Gelegenheit also, Bäume zu pflanzen. Und das machen zurzeit die Mitarbeiter des kreiseigenen Betriebes für Straßenbau und -unterhaltung (SBU). Sie pflanzen 150 Lindenbäume entlang der Kreisstraße 53 zwischen Ebensberg und Erbstorf. Ersatz für die 50 Linden, die Anfang des Jahres aus Sicherheitsgründen an der Strecke gefällt werden mussten. Die Bäume waren nicht mehr standsicher und stellten eine Gefahr für Verkehrsteilnehmer dar (LZ berichtete).

„Die Linde ist ein gut geeigneter Alleen-Baum.“
Michael Seegers, Leiter des Betriebes Straßenbau und -unterhaltungdes Landkreises Lüneburg

Von Anfang an war klar, dass für die alten, 70 bis 80 Jahre alten Laubbäume Ersatz kommen wird „um den Alleen-Charakter zu erhalten“, erläutert SBU-Chef Michael Seegers gestern vor Ort. In die Erde gebracht werden die neuen Bäume aber nicht von Gärtnern einer Baumschule, sondern von Seegers Mitarbeitern. Fachmännisch und mit Routine.
Für das Buddeln des Pflanzlochs ist Ernst-Otto Knorr verantwortlich. Mit der Fernbedienung steuert er den Greifer auf dem Lkw. In Minutenschnelle hat er an der mit einem Farbkreuz markierten Stelle die Erde ausgehoben. Der nachfolgende Trupp bringt die Bäume in das Loch, schaufelt Erde und Pflanzensubstrat an die Wurzel. Der letzte Trupp schließlich rammt um jeden Baum das Pfahlgestell, bestehend aus drei Pflanzstäben in die Erde, an denen die Bäume angebunden werden. Insgesamt sind elf Mitarbeiter aus den Bauhöfen Embsen und Breetze mit dieser Arbeit beschäftigt.

Rund 15000 Euro kosten die Bäume einschließlich Pflanzaktion. Klingt nach viel Geld, ist aber immer noch günstig: „Hätten wir die Linden nicht von unseren Leuten, sondern von einer Gärtnerei pflanzen lassen, lägen die Kosten bei 35000 bis 40000 Euro“, rechnet SBU-Chef Michael Seegers vor.
An den Stellen, an denen jetzt die jungen Winterlinden gepflanzt werden, wurde die Bodenqualität zuvor durch „Schürfgrabungen“ erforscht, um sicherzustellen, dass nicht zuvor noch ein großräumiger Bodenaustausch erfolgen muss. Um das gute Anwachsen der Bäume zu garantieren, wurde in jedes Pflanzloch zudem 140 Liter Pflanzensubstrat gegegeben.

Jetzt hofft Betriebsleiter Seegers, dass die jungen Bäume auch gut wachsen und gedeihen werden. Der SBU-Chef hat da keine Zweifel: „Die Linde ist ein gut geeigneter Alleen-Baum. Zum einen ist er winterhart, er kann aber auch längere Trockenzeiten besser als viele andere Baumarten überstehen. Und sollte doch noch der eine oder andere Baum trotz aller Pflege eingehen, werden wir ihn ersetzen“, verspricht Seegers.

Von Klaus Reschke

8 Kommentare

  1. Herrlich. Für viel Geld, sicherlich wären vergoldete Bäume teurer gewesen, werden Bäume gepflanzt. Später lehnen an denen Kränze, die an verunglückter Autofahrer erinnern sollen. Bäume an Straßen verstehen nur noch radikale Radfahrer. Diese müßten eigentlich auch dagegen sein, da das nasse Herbstlaub auch für sie eine Unfallgefahr darstellt.

    • Dr. Bonikorn-Abgaswinter

      Klar, Gunther, die Natur (Viren, Krankheiten, Tod, Ausländer, Straßenbäume, etc.) gehört abgeschafft, diese verdammte Schweinerei muss endlich aufhören! Freie fahrt für freie Semmler! Sauft Diesel, 23.000 bald entlassene VW-Arbeiter können nicht irren!

      • 1. Heute wachsen in Deutschland mehr Bäume als VOR dem sog. Waldsterben. Das kämpfen um die Bäume ist politisch.
        2. VW-Arbeiter werden wohl entlassen. Pflanzt Mahn-Bäume – im Park!
        3. Wenn Ihnen ein LKW mit eingeschlafenem Fahrer entgegenkommt und Sie können sich den Baum, gegen den sie krachen werden, aussuchen, ist das doch toll? Rd. 80% der Toten an Bundes- und Landstraßen stehen im Kontext mit Bäumen. Ab 30 km/h töten Bäume jeden Motorradfahrer. Diese blöden Raser!
        Allee-Straßen sind Postkutschen-Romatik-Straßen mit passiver Tötungsfunktion.

        • Ach Richtig;
          Diese Bäume stehen ja mit mit immer höheren Geschwindigkeiten neben den Straßen.
          Und diese jugendlichen Bäume werden bestimmt noch viel schneller, als die alten.

  2. 1) Bäume, die am Straßenrand stehen, erfüllen eine Lärm schützende Funktion. Sie schirmen die Geräusche der Fahrzeuge ein Stück weit ab und schützen dahinter liegende Häuser vor dem Lärm.

    2) Die Kronen der am Straßenrand stehenden Bäume wandeln dabei einen erheblichen Teil der Abgase um. Besonders Laubbäume nehmen viel Kohlendioxid auf und wandeln dieses in Sauerstoff um. So tragen die Bäume zur Sauberkeit der Luft bei und filtern auch den Feinstaub.

    3) Zudem verhindern Sie in manchen Fällen, dass Autofahrer durch die Sonne geblendet werden.

    4) Nicht zuletzt schützen die am Straßenrand stehenden Bäume etwa bei Böschungen oder starkem Gefälle davor, dass Fahrzeuge, die von der Fahrbahn abkommen, den Abhang hinunterstürzen.

    5) Bäume haben auch einen psychologischen Effekt. Auf die meisten Menschen wirken natürliche Hintergründe und grüne Pflanzen beruhigend. Wenn Bäume am Straßenrand stehen, kann dies dazu führen, dass Fahrer etwas langsamer unterwegs sind und Aggressionen im Straßenverkehr vorgebeugt werden.

    6) Die am Straßenrand stehenden Bäume stellen eine Barriere gegen den Wind dar und verhindern im Winter Schneeverwehungen, sie tragen an heißen Sommertagen dazu bei, dass nicht so viel Erde von den Ackerflächen verweht wird.

    7) Ebenso ist der Verlauf der Fahrbahn durch die am Straßenrand stehenden Bäume auch aus einiger Entfernung zu erkennen, was zu einer vorausschauenden Fahrweise beiträgt.

    8) VW-Arbeiter werden wohl entlassen. Sie bezahlen für die wirtschaftlichen Konsequenzen der Betrügereien von Boni-Martin und seinen „strategischen“ Hinterhornis. Mahn-Bäume im Park werden nicht helfen. Ein Strafprozess gegen die verantwortlichen Personen in Vorstand, Aufsichtsrat und Verkehrsministerium würde zwar kurzfristig auch nichts mehr ändern, aber mittel- und langfristig hätte ein mehrjähriger Gefängnisaufenthalt dieser ca. zwanzig „Spitzenmanager“ bestimmt „läuternde“ Vorbeugewirkung auf die gesamte Branche.

    9) „Rd. 80% der Toten an Bundes- und Landstraßen stehen im Kontext mit“ verkehrswidrigem Verhalten — auch bei Motorradfahrern.

    10) Straßen sind landgebundene Auto-Romantik-Verkehrsbauwerke. Als Grundlage für Fahrzeuge, die dem Transport von Personen und deren Nutzlasten von einem Ort zum anderen dienen, sind seitlich üppig bewachsene digitale Schienen mit satellitenerzeugten virtuellen Leitplanken unsere Zukunft (auch die von A39-Michael Zeinert und Lückenschluss-Stefan Manzke von der Mitmach-IHK), auf (bzw. an denen entlang) autoelektronisch gesteuerte mobile Datenlieferanten lückenlos kontrolliert „den Herausforderungen der Zivilgesellschaft für das 21. Jahrhundert“ entgegengleiten und zusätzlich sämtliche Funktionen heute noch „etablierter Altparteienkraftfahrzeuge“ praktisch risikolos erfüllen werden. Nachhaltig!

    • Aktivistensprech. Bäume vor Menschen. Jeder Fahrer ein Raser; auch bei 30 km/h auf der Bundesstraße. Mahn-Bäume waren wohl spaßig gemeint, Politkampf die Folge. Alles klingt nach jemandem, der seine Friedfertigkeit auch mit Waffengewalt durchsetzen würde. Schade.

    • Marion Gernhardt

      „Rd. 80% der Toten an Bundes- und Landstraßen stehen im Kontext mit“ verkehrswidrigem Verhalten — auch bei Motorradfahrern“. Seiler verurteilt Familien, die an Bäumen durch sehr unterschiedliche Gründe ihr Leben lassen als Raser. Widerlich.

  3. Beginnen wir mit einer Wahrheit: An unseren Autobahnen klebt Blut. Entschwänden sie aus unserem Besitz, erleichterten wir auch unser Gewissen. Apropos erleichtern: Das Ärgern über die Notdurftnepper von Sanifair gehörte ebenfalls der Vergangenheit an. Man könnte sich ja schon die Anreise nicht mehr leisten. Denn: Die Maut für jedermann wäre auf privatisierten Autobahnen nur eine Frage der Zeit. Die ökologischen Vorteile dieses Szenarios liegen auf der Hand: Wozu sollte sich der Ottomotor Normalverbraucher noch einen PKW anschaffen, wenn die Autobahnnutzung unerschwinglich geworden ist? Die elendige Diskussion ums Tempolimit wäre passé, die Macht der Automobil-Lobby sänke hurtig. Auch die Grünen wären eines ihrer Hauptthemenfelder los und wir dann eventualiter bald die Grünen. Folgerichtig plädiert Wolfgang Schäuble dafür, deutsche Straßen in nichtstaatliche Hände zu geben. Sicher: Eine Grundgesetzänderung wäre notwendig. Aber – das hat die Geschichte gezeigt – wer Autobahnen errichtet, der läßt sich von Gesetzen nicht aufhalten. Bravo!

    Dem gerissenen Move (fachspr.) des Finanznullingers stellen sich bislang jedoch die Nulpen von der SPD entgegen. Erfahrungsgemäß lassen sich deren Einwände allerdings als Getue aus sozialdemokratischer Gewohnheit abtun. Den Typen ist doch mittlerweile eh alles egal, anders ist die Parteiaufnahme Christopher Lauers nicht zu erklären.

    Glücklich schätzen könnten wir uns, fände sich irgendein stinkreicher Dämlack (Deutsche Bank, Allianz, Schäuble), der uns die hochpreisigen Schrottstrecken abnimmt. Lassen Sie es sich von einem Vielfahrer (Bienenbüttel – Hamburg, zweimal jährlich) sagen: Die Fernstraßen befinden sich schon lange in fatalem Zustand. Baustellen, Baustellen, Baustellen – nichts als Ärger mit den Dingern! Dazu gesellen sich ständiger Stau, unzählige Umleitungen und überall diese Blitzer. Scheiß noch eins, ich war in den letzten fünf Jahren achtmal bei der MPU! (Wer ist so blöd und besteht (!) einen Idiotentest, hähähähäh!) Überhaupt: Wo will man denn eigentlich immerzu hin? Bleiben Sie daheim, bei Ihnen ist’s doch auch hübsch! Sie werden ja wohl hoffentlich nicht in Osnabrück wohnen.