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Jasmin Diehl und Ahmed Salem untersuchen mit einem Netz von der Lauenburger Elbbrücke aus, welche Schwebteilchen im Elbwasser treiben. Foto: tja

Im Netz der Plastik-Piraten

Lauenburg. Wie stark sind deutsche Flüsse mit Plastikmüll belastet? Dieser Frage gehen bundesweit zurzeit Schulklassen in Projekten auf den Grund. Auch Schüler der Albinus-Gemeinschaftsschule aus Lauenburg sind daran beteiligt, sie untersuchen den Zustand der Elbe. Die erfassten Daten auch in England läuft so eine Untersuchung zurzeit werden später im Internet hochgeladen und bilden dann die Basis für neue Projekte.

Schockiert, was da alles im Wasser treibt

„Die erschreckend hohen Plastikbelastungen in den Weltmeeren sind sehr gut wissenschaftlich kartographiert und untersucht, aber nicht die Flüsse“, erklärt Fabian Schaefers, der Projektleiter an der Albinus-Gemeinschaftsschule. Er konnte Kollegen der Klassen 5f, 6f, 6b und 6d sowie der 10a von einer Teilnahme am vom Bundesministerium für Bildung und Forschung ins Leben gerufene Projekt „Plastik-Piraten“ begeistern. Die „Plastik-Piraten“ sind von Lauenburg aus jetzt an beide Elbufer ausgeschwärmt und haben das Wasser und die Uferbereiche ganz genau unter die Lupe genommen.

Von der Elbbrücke aus ließen Jasmin Diehl und Ahmed Salem aus der 10a ein Spezialnetz ins Wasser, um Schwebteilchen zu fangen. „Ich bin schockiert, was da alles im Wasser treibt“, sagte Ahmed. „Man muss den Menschen endlich deutlich machen, dass sie nicht alle einfach ihren Müll an Ufern liegen lassen oder ins Wasser werfen“, meint Jasmin. Ihre Chemielehrerin Karin Schröder hofft, dass mit solchen Untersuchungen durch Schüler das Müll-Bewusstsein in den Familien gestärkt wird und es langfristig zu einer Verbesserung der Situation kommt. „Wir werden im Unterricht außerdem der Frage nachgehen, wo der Kunststoff herkommt, aus welchen Rohstoffen er fabriziert wird und ob das überhaupt nötig ist“, berichtet Karin Schröder. tja

IGS Lüneburg ist ebenfalls dabei

Auch die IGS Lüneburg hat sich an der Aktion „Plastik­Piraten“ beteiligt. Allen voran Hanna Basilewitsch. Die 13-Jährige taucht für ihr Leben gern, interessiert sich deshalb schon lange für die Ozeane und Weltmeere. Zusammen mit fünf Mitschülern hat sie ein 300 mal 50 Meter großes Ufergebiet der Ilmenau untersucht, dabei vor allem nach Müll Ausschau gehalten. Den Hintergrund der Aktion kann die Schülerin schnell erklären: „Der Planet hängt von den Ozeanen ab, der Plastikmüll im Wasser gelangt in die Nahrungskette und dann auch auf unseren Tellern.“

Die Ausbeute an der Ilmenau sei jedoch eher mau gewesen. „Wir haben weniger Plastik gefunden als erwartet“, sagt Hanna und nennt den Winter als Grund. Da seien schließlich weniger Menschen am Fluss als in den warmen Monaten. Ihre Ergebnisse haben die Schüler an das Bundesministerium für Bildung und Forschung geschickt, von da wird es an die Kieler Forschungswerkstatt weitergeleitet. „Die rechnen dann aus, wie viel Plastik durch die deutschen Flüsse ins Meer gelangen.“ ap