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Norovirus grassiert in Kindertagesstätten

Lüneburg. In neun Kindertagesstätten im Landkreis Lüneburg ist das Norovirus ausgebrochen: Das Kreisgesundheitsamt gibt deshalb Tipps zur Hygiene und warnt vor der hohen Ansteckungsgefahr. „Schon kleine Mengen des Virus reichen aus, um zu erkranken“, sagt Leiterin Dr. Marion Wunderlich, „eine Infektion kann bereits dann erfolgen, wenn jemand seine Hände nicht sorgfältig gewaschen hat.“

Erbrechen, Fieber, Durchfall

Typische Symptome einer Erkrankung sind akutes Erbrechen, Fieber und Durchfall. Sie treten ein bis zwei Tage nach der Aufnahme der Viren auf. „Jedes Symp­tom kann auch allein auftreten, der Schweregrad kann sehr unterschiedlich sein. Dadurch werden Virusträger leicht übersehen, und das Virus kann sich sehr leicht weiterverbreiten.“ Das Norovirus wird meist durch eine Schmierinfektion übertragen. Hände und Flächen wie Toilettenbrillen, Wasserhähne, Seifenstücke, Handtücher, Türklinken, Essgeschirr oder verunreinigte Speisen können Träger sein. „Erbricht sich ein Noro-Patient, kann es auch durch feinste Tröpfchen zu einer Infektion über die eingeatmete Luft kommen“, sagt Wunderlich.

Nach der Erkrankung wird das Norovirus 48 Stunden lang mit dem Stuhl ausgeschieden, gelegentlich auch länger – selten bis zu vier Wochen nach der Erkrankung. Durch Erbrechen und Durchfälle kann es bei Kindern und älteren Menschen, die besonders oft betroffen sind, zur Austrocknung und Entgleisung des Elektrolythaushaltes führen. „Erkrankte müssen deshalb viel Flüssigkeit zu sich nehmen“, sagt Wunderlich, „darauf müssen Eltern und Pflegepersonal achten.“

Betroffene Einrichtungen können sich ans Gesundheitsamt wenden Tel.: (0 41 31) 26 17 05.

Die wichtigsten Maßnahmen zum Schutz vor einer Infektion:

  • Wenn man eine Magen-Darm-Erkrankung hat, sollte man zu Hause bleiben.
  • Eltern dürfen ihre Kinder erst 48 Stunden nach Auftreten der letzten Symptome einer Magen-Darm-Erkrankung in Kitas, Betreuungsgruppen oder Schulen schicken.
  • Gründliches Händewaschen nach der WC-Benutzung und vor dem Essen.
  • Keine Krankenbesuche bei Durchfallerkrankten oder Besuche von Erkrankten bei Verwandten. lz
Häufigkeit

Das Norovirus verursacht rund ein Drittel der im Kleinkind- und Kindergartenalter vorkommenden Magen-Darm-Erkrankungen und 70 Prozent der infektiösen Magen-Darm-Erkrankungen bei über 70-Jährigen.

Norovirus-Infektionen gibt es das ganze Jahr über, die meisten Ausbrüche treten allerdings von Oktober bis März auf.