Donnerstag , 21. November 2019
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Robert Vollstedt (v.l.), Fynn Hauschke und Thies Riemann fungieren zurzeit noch als Mittelsmänner zwischen den Elbe-Werkstätten und den Lüneburger Cafés. Sie wollen einen direkten Kontakt herstellen. Foto: t&w

Spendenaktion: Jeder Teller ist ein Unikat

Lüneburg. Hier und da haben die getöpferten Teller Risse und kleine Dellen. Das macht sie so besonders, denn daran ist erkennbar, dass sie von Hand gemacht wurden. 30 Teller haben die Elbe-Werkstätten, zu denen 50 Betriebe in Hamburg und rund 3200 Mitarbeiter mit Behinderung zählen, schon angefertigt. Initiiert wurde das Projekt „Abgerundet“ von drei Studenten der Leuphana, sie möchten die Teller über Cafés und Restaurants in Lüneburg an Kunden verteilen gegen eine Spende. Mit den Spendengeldern sollen am Ende Workshops für benachteiligte Menschen finanziert werden.

Erlös soll zum Beispiel in Kunstworkshops fließen

Fynn Hauschke (23), Thies Riemann (22) und Robert Vollstedt (22) engagieren sich bei Enactus, einer studentischen Initiative, die sozial-unternehmerische Projekte entwickelt. Die Idee haben die drei jungen Männer aus den USA abgekupfert. Dort werden Teller in Cafés angeboten, gegen eine Spende können Gäste sie mitnehmen. Nachhaltigkeit stand bei der Planung und Umsetzung an erster Stelle. Auf Nachfrage bei verschiedenen Porzellan-Herstellern erfuhren sie, dass viele ihre Produkte in Thailand herstellen lassen. „Dann sind wir auf die Elbe-Werkstätten gestoßen“, sagt Thies Riemann, der in Lüneburg Psychologie studiert. Ein Anruf und das Projekt stand.

Alles etwas schief: Das zeigt aber auch, dass die Teller einzeln per Hand angefertigt wurden.  Foto: t&w
Alles etwas schief: Das zeigt aber auch, dass die Teller einzeln per Hand angefertigt wurden. Foto: t&w

Die ersten 30 Teller sind schon im Umlauf. Mit dabei sind bislang das Café Bell&Beans und das Café Zeitgeist. Dort kommen die Teller schon so gut an, dass 50 weitere bestellt wurden. Auch an der Universität ist Interesse da, allerdings von privater Seite. Professoren haben angefragt, weil sie die Teller zu Weihnachten verschenken wollen.

Andere Produkte anzubieten oder gar einen richtigen Vertrieb aufzubauen, ist für die Studenten keine Option. Deshalb beruht das Konzept auch auf Vertrauen und Spendenbasis. In den beiden Cafés steht eine getöpferte Box, dort können Gäste etwas Kleingeld hineinwerfen. Faltblätter am Tresen klären über das Projekt auf. Außerdem wird den Gästen auf den Tellern Nachtisch serviert. „Wir hoffen, dass manchem vielleicht auffällt, dass der Teller des Nachbarn anders aussieht und er sich dann informiert“, sagt Robert Vollstedt. Einheitlichkeit ist dabei kein Ziel. Die Größen variieren, die Farben auch. Bislang kursieren die Teller in Rot, Türkis und Grau.

Cafés können sich bei Initiatoren melden 

Profitieren sollen davon am Ende benachteiligte Menschen. Mit dem Geld könnten beispielsweise Kunstworkshops finanziert werden. Eine Überlegung sei, den Kreis wieder mit den Werkstatt-Mitarbeitern zu schließen. „Es wäre doch schön, wenn die Menschen, die die Teller produzieren, am Ende auch etwas davon haben“, findet Thies Riemann, der zusammen mit seinen Kollegen noch weitere Ziele hat. Nicht nur wollen sie bis zum Ende des Semesters noch zwei weitere Lokale ins Boot holen und mindestens 130 Teller verkauft haben, sie wollen auch einen direkten Kontakt herstellen. „Wir möchten nicht als Mittelsmänner fungieren, sondern die Läden im besten Fall direkt mit den Elbe-Werkstätten zusammenbringen“, sagt Hauschke.

Restaurants oder Cafés, die an dem Projekt teilnehmen möchten, können die Organisatoren per E-Mail an abgerundet@lueneburg.enactus.de erreichen.