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Künftig rollt ein Bus als Hilfe für Opfer gegen Gewalt durch Stadt und Landkreis Lüneburg. Die Internetadresse www.gegen-gewalt-in-der-familie.de prangt an seinen Seiten. Foto: t&w

Rollende Hilfe für Opfer von Gewalt

Lüneburg. „Gewalt hat in unserer Gesellschaft keinen Platz. Gewaltprävention ist Herausforderung und Daueraufgabe gleichermaßen.“ Das machte Landrat Manfred Nahrstedt gestern bei der Taufe eines KVG-Busses deutlich, auf dem die Internetadresse www.gegen-gewalt-in-der-familie.de prangt.

Sie setzen auf den Bus: (v.l.) Eleonore Tatge von der Polizei, Christiane Scholl vom Kriminalpräventionsrat, Gleichstellungsbeauftragte Christine Ullmann und Polizeichef Hans-Jürgen Felgentreu. Foto: t&w
Sie setzen auf den Bus: (v.l.) Eleonore Tatge von der Polizei, Christiane Scholl vom Kriminalpräventionsrat, Gleichstellungsbeauftragte Christine Ullmann und Polizeichef Hans-Jürgen Felgentreu. Foto: t&w

Initiiert wurde die Aktion einmal mehr vom Runden Tisch gegen Gewalt in der Familie, an dem sich unterschiedliche Lüneburger Institutionen und Berufsgruppen beteiligen. Moderiert wird er von Eleonore Tatge vom Präventionsteam der Polizei und Christine Ullmann, Gleichstellungsbeauftragte von Stadt und Kreis, die auch die Internetseite entwickelt haben. Seit 2011 wird durch Plakate, Postkarten und auf Polizeidienstfahrzeugen auf diese Adresse aufmerksam gemacht. Das Besondere diesmal ist ein QR-Code auf der Rückseite des Busses. „Wenn man das Handy drauf hält, öffnet sich die Startseite der Homepage mit dem Wort Hilfe in 14 verschiedenen Sprachen. Geht man auf eines der Worte, erhält man Informationen zur häuslichen Gewalt und den Hilfsangeboten vor Ort“, erläutern Eleonore Tatge und Christine Ullmann.

Dass das Thema traurige Aktualität besitzt, zeigt nicht nur, dass bundesweit im vergangenen Jahr laut Statistik 127457 Personen Opfer von Gewalt durch Partner und Ex-Partner wurden. Die Polizeiinspektion Lüneburg verzeichnete laut deren Chef Hans-Jürgen Felgentreu für die Kreise Lüneburg, Uelzen und Lüchow-Dannenberg insgesamt 440 Einsätze bei häuslicher Gewalt, in denen zu zirka 90 Prozent Frauen betroffen waren. „Über die Homepage suchten 225 Frauen Kontakt zur Beratungs- und Interventionsstelle, um sich frühzeitig Hilfe zu suchen“, erläutert Eleonore Tatge, die sich mit Felgentreu einig ist: „Es ist wichtig, rechtzeitig etwas gegen die Gewaltspirale zu tun.“

Ein Dank ging von allen Beteiligten der Aktion im Rahmen des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen und Mädchen an die KVG, die den Bus als Kampagnen-Fläche für sechs Monate kostenlos bereitstellt. as