Aktuell
Home | Sonderthemen | Audimax | Hochschulwahlen an der Leuphana: Sie wollen mitbestimmen
Mara Preuten und Tjark Thönßen studieren nicht nur an der Leuphana Universität, sie wollen ihre Hochschule auch mitgestalten. Möglich ist das durch die Mitarbeit im Senat. Die entscheidenden Wahlen starten heute. Foto: t&w

Hochschulwahlen an der Leuphana: Sie wollen mitbestimmen

Lüneburg. Studenten sollten eine Stimme haben, die Universität mitgestalten und vor allem: das Präsidium kritisch begleiten. Da sind sich Mara Preuten (19) und Tjark Thönßen (23) einig. Beide studieren an der Leuphana Universität. Beide wollen in den Senat, das oberste beschlussfähige Gremium, einziehen. Doch dabei sind sie Konkurrenten. Drei Plätze gibt es dort für studentische Vertreter. Wer einziehen darf, zeigt sich am Donnerstag, 30. November. Dann liegen die Ergebnisse der Hochschulwahlen vor.

Interview

Für den Senat kandidieren zwei Listen: das „Demokratische Bündnis“ und „die dr3i Eure Liste für Wirtschaft, Bildung und Recht“. Mara Preuten, die an der Leuphana Politikwissenschaften studiert, führt die erstgenannte Liste an. Unter ihr stehen 46 andere Kandidaten. In dem Bündnis haben sich vier Listen zusammengeschlossen, die beispielsweise für das Studierendenparlament (StuPa) ansonsten gegeneinander antreten. Tjark Thönßen, er studiert Recht, steht auf Platz 3 einer relativ neuen Liste, die ihr Debüt im Mai bei den StuPa-Wahlen gegeben hat und gleich sechs von 17 Plätzen ergattern konnte. Für den Senat haben sich insgesamt 91 Personen zur Wahl aufstellen lassen.
Als Studenten, die an ihrer Hochschule mitwirken wollen, haben sie auch eine Meinung zu Themen, die Lüneburg beschäftigen. Für die LZ haben Mara Preuten und Tjark Thönßen zu drei ausgewählten Themen Stellung bezogen.

Was sollte der neue Vizepräsident der Leuphana für Kompetenzen mitbringen?
Mara Preuten für das Demokratische Bündnis: Uns hat gestört, dass Holm Keller nicht vom Fach war. Kompetenzen im Bereich Personal und Finanzen sind uns wichtig. Auch sollte es in unseren Augen eine externe Frau sein. Sie sollte sich vor allem für gute Arbeitsbedingungen an der Leuphana einsetzen.
Tjark Thönßen für die dr3i: Uns ist es nicht wichtig, dass es eine Frau ist. Wir wünschen uns den besten Kandidaten, jemanden, der die Universität auch wirklich weiterbringen will.

Was für Veranstaltungen sollten im neuen Audimax stattfinden?
Preuten: Hauptsächlich solche, die Forschung und Lehre betreffen. Aber auch einige externe Events können wertvoll sein, den Austausch zwischen Universität und Gesellschaft bereichern. Sie sollten aber öffentlich sein. Beispiele wären wissenschaftliche Kongresse. Wir wollen aber auf keinen Fall Werbeveranstaltungen für Unternehmen. So etwas hat an einer Universität keinen Platz.
Thönßen: Wir halten es sogar für wichtig, dass das Audimax extern gemietet werden kann. Dennoch sollten studentische Veranstaltungen Vorrang haben. Vorstellbar wären größere Kongresse, Jobmessen oder auch Podiumsdiskussionen mit Vertretern aus Gesellschaft und Politik. Das wäre vor allem im Vorwege der Landtags- und Bundestagswahlen spannend. Das Audimax bietet gute Repräsentationsmöglichkeiten, kann die Universität zum Austauschpunkt werden lassen.

Die Ingenieurswissenschaften sollen aus Volgershall an den Hauptcampus ziehen. Wichtig ist dabei vor allem die Maschinenhalle, die eigentlich im Keller des Zentralgebäudes Platz finden soll. Wie steht ihr dazu?
Preuten: Vieles ist da noch unklar, wir werden da kaum aufgeklärt. Wir wissen, dass die Studenten der Ingenieurswissenschaften unbedingt einen Zugang zu den Maschinen brauchen. Falls ihnen dafür die Fläche im Keller des Zentralgebäudes nicht gegeben wird, darf der Standort Volgershall auch nicht verkauft oder vermietet werden. Wir haben da momentan noch unsere Zweifel.
Thönßen: Sollte es bei der Verlagerung der Maschinenhalle zu Problemen kommen, muss umgehend das Gespräch mit den Verantwortlichen gesucht werden. Es ist wichtig, dass sich auch kleinere Studiengänge wie die Ingenieurswissenschaften ernst genommen fühlen. Dafür braucht es einen verstärkten Dialog zwischen Universitätsverwaltung und betroffenen Studenten.

Von Anna Paarmann

Was ist der Senat?

Der Senat ist quasi das Parlament der Universität. Darin sitzen 19 stimmberechtigte Mitglieder aus vier verschiedenen Statusgruppen. Neben den drei Studenten-Sitzen, stammen drei weitere Mitglieder aus Verwaltung und Haustechnik und drei aus der Wissenschaft. Professoren machen die restlichen zehn Plätze aus.

Während die studentischen Vertreter jedes Jahr neu gewählt werden, aufgrund der hohen Fluktuation im Studium, werden die anderen 16 Mitglieder nur alle zwei Jahre ausgetauscht. Die drei Mitglieder aus den studentischen Reihen, die nächste Woche gewählt werden, sitzen ab April im Senat. Dann beginnt die neue Legislaturperiode.