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Der Lüneburger Weihnachtsmarkt vor dem beleuchteten Rathaus: Die kleinen Buden samt Ambiente locken viele Besucher, davon profitieren nicht nur die Händler. Foto: phs

Wirtschaftsfaktor Weihnachtsmarkt: ein Magnet, viele Profiteure

Lüneburg. „Liebevolle Lichtdekorationen, reizvolle Weihnachtsmärkte und prachtvoll in Szene gesetzte Kirchen.“ So wirbt Lüneburg für einen Besuch in der „wunderschönen Weihnachtsstadt“. Mit großem Erfolg. Der Weihnachtsmarkt – vor über 40 Jahren in einer deutlich kleineren Version gestartet – hat sich zu einem wahren Touristenmagnet entwickelt und ist für den Handel, die Gastronomie und für die gesamte Stadt zu einem Wirtschaftsfaktor geworden. Die LZ hat Zahlen und Fakten zum Thema gesammelt.

Ausgebuchte Hotels

21 Hotels gibt es in Lüneburg – und die sind in der Vorweihnachtszeit an jedem Wochenende komplett ausgebucht. „Freie Zimmer sind eigentlich nur noch unter der Woche zu bekommen“, weiß Ines Utecht von der Lüneburg Marketing GmbH. Noch vor 20 Jahren erlebte die Hansestadt einen solchen Touristen-Ansturm nur während der Heideblüte. Heute sei der Dezember einer der stärksten Monate für den Tourismus.

65 Schausteller preisen ihre Waren auf dem Weihnachtsmarkt zum Verkauf an. Die meisten von ihnen kommen aus dem Landkreis Lüneburg, einige der Kunsthandwerker seien aber auch extra aus Süddeutschland angereist, so Benno Fabricius vom Schaustellerverband, für den der Weihnachtsmarkt sehr wichtig ist, um die Winterzeit zu überbrücken. „Früher hatten wir zwischen November und März gar keine Einnahmen, das wäre heute gar nicht mehr zu stemmen“, so Fabricius.

100.000 Menschen und mehr kommen in der Vorweihnachtszeit in die Hansestadt. Davon profitiert auch die Gastronomie. Wirte berichten davon, dass viele Touristen spontan nach einem Tisch fragen, um sich bei Essen und Trinken vom Trubel auszuruhen. „Nach 19 Uhr ist es ganz schwer, noch etwas zu bekommen, wenn man nicht reserviert hat“, sagt Matthias Ellinger vom News in der Schröderstraße. Er betreibt jetzt im siebten Jahr im Innenhof des Cafés seinen eigenen kleinen Weihnachtsmarkt. Die Besonderheit hier: Glühweinausschank bis „Open End“. Die Buden am Rathausmarkt schließen dagegen schon um 20 Uhr, der Markt an der Johanniskirche ist bis 21 Uhr geöffnet.

Weihnachtsmarkt länger als sonst

Foto: t&w
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„In den ersten zwei Tagen war es deutlich zu warm. Das merken wir beim Glühwein-Verkauf sofort.“
Benno Fabricius, Schaustellerverband

71000 Euro verdient die Stadt Lüneburg durch Standgebühren. Allerdings schwanken diese Einnahmen von Jahr zu Jahr und richten sich immer nach der Länge des Weihnachtsmarktes, verdeutlicht Pressesprecher Daniel Gritz. „Der Markt wird immer am Mittwoch vor dem ersten Advent eröffnet, dieses Jahr war der ja sehr früh.“ Deshalb sei der Markt länger als sonst.

Der 3. Dezember ist dieses Jahr das magische Datum für Ladenbesitzer in der Innenstadt. „Der zweite Adventssonnabend ist traditionell der umsatzstärkste Tag im Einzelhandel“, weiß Heiko Meyer vom Lüneburger City Management. Seiner Einschätzung nach ist der Weihnachtsmarkt auch ein Anziehungspunkt für viele, die dadurch in der Innenstadt ihre Weihnachtsgeschenke kaufen.

Je kälter, desto besser

12 Geschichten erzählt auch in diesem Jahr die Lüneburger Märchenmeile eine von vielen Attraktionen der „Weihnachtsstadt“. Neu ist in diesem Jahr das Weihnachtskino im Rathausgarten, das am zweiten Adventswochenende Filme wie „Pippi Langstrumpf“ oder „Die Feuerzangenbowle“ im Angebot hat. „Eigentlich hatten wir das schon im vergangenen Jahr geplant, doch da ist uns der Sturm dazwischen gekommen“, erzählt Ines Utecht von der Lüneburg Marketing GmbH. Diesmal ist vorgesorgt: Falls das Wetter wieder schlecht wird, soll das Kino in diesem Jahr ins Glockenhaus umziehen.

5 Euro kostet im Schnitt ein Glühwein mit Schuss, 3 Euro bezahlen Kunden für das Heißgetränk ohne zusätzlichen Alkohol. Damit davon reichlich über die Theke geht, müssen allerdings die Temperaturen stimmen. „In den ersten zwei Tagen war es deutlich zu warm. Das merken wir beim Glühwein-Verkauf sofort“, sagt Benno Fabricius vom Schaustellerverband. Besonders gut laufe das Geschäft bei Temperaturen um den Gefrierpunkt.

Seit 2012 gibt es den Weihnachtsmarkt an der St.Johanniskirche. Verschiedene Attraktionen über die ganze Stadt zu verteilen, gehört zum Konzept „Weihnachtsstadt“, das aus dem Zusammenschluss verschiedener Partner entstanden ist. „Wir sind bemüht, das immer weiter auszubauen“, sagt Heiko Meyer. Ein Thema sei immer wieder die Giebelbeleuchtung in der Innenstadt, die für die feierliche Kulisse so wichtig sei. „Teilweise kommen wir an die Eigentümer nicht ran, aber das gehört mit zu den Dingen, an denen wir arbeiten.“

Von Manuela Gaedicke