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Das Zentrum der Milchstraße, direkt über dem nächtlichen Horizont, ist in Amt Neuhaus so gut zu fotografieren, wie von sonst nirgendwo in Deutschland. Foto: schnieder

Amt Neuhaus: Kommt ein Sternenpark an die Elbe?

Das Zentrum der Milchstraße, direkt über dem nächtlichen Horizont, ist in Amt Neuhaus so gut zu fotografieren, wie von sonst nirgendwo in Deutschland. Foto: schnieder
Das Zentrum der Milchstraße, direkt über dem nächtlichen Horizont, ist in Amt Neuhaus so gut zu fotografieren, wie von sonst nirgendwo in Deutschland. Foto: schnieder

Jameln. Der östliche Abendhimmel mit den Sternbildern Orion und Zwillinge, dem Planeten Jupiter und dem „Roten Riesen“ Beteigeuze, 600 Mal so groß wie unsere Sonne und rund 640 Lichtjahre entfernt, ist eines seiner Lieblingsmotive. Auch der Nachthimmel über Amt Neuhaus mit dem strahlenden Zentrum der Milchstraße. „Astro-Landschaftsfotografie“ ist das große Hobby von Helmut Schnieder aus Jameln im Landkreis Lüchow-Dannenberg. Am heutigen Donnerstag hält der 66-Jährige im Naturum Göhrde einen Vortrag zum Thema „Lichtverschmutzung“, zeigt 160 seiner schönsten Fotos.

Stundenlang auf Foto-Pirsch

Wenn die meisten anderen Menschen noch den Spätkrimi im Fernsehen schauen oder sich schon wohlig unter der Bettdecke räkeln, ist Schnieder oft unterwegs. Egal, ob es kalt ist oder warm, er ist links und rechts der Elbe unterwegs und geht seinem großen Hobby nach. Oft ist er dann sechs, sieben oder acht Stunden lang auf der Foto-Pirsch. Der Himmel, Sterne, Planeten und Sternbilder sind Schnieders Motive und das in einer ganz besonderen Region.

Ein Blick auf die Internetseite www.blue-marble.de/nightlights/2010 lässt die Besonderheit des Gebiets zwischen Boizenburg, Ludwigslust, Dömitz, Hitzacker und Bleckede erkennen: Die geringe Besiedlungsdichte, die ausreichende Entfernung zu Großstädten und der disziplinierte Einsatz der Straßenbeleuchtung verhelfen dem Himmel der Region zu einem nahezu natürlichen Nachthimmel.

Darüber, was getan werden muss, um Sternenbilder auch noch in fünf Jahren über der Göhrde beobachten zu können, berichtet Helmut Schnieder morgen. Er wird erläutern, was Lichtverschmutzung ist und wie sie entsteht, welchen Einfluss das Klima darauf hat und wie sich dies auf Menschen und letztlich auch auf die Natur auswirkt. Vielleicht, so Schnieder, lasse sich das Gebiet an der Elbe sogar als Sternenpark zertifizieren? Bisher gibt es drei anerkannte Sternenparks in der Bundesrepublik den in der Rhön, im Nationalpark Eifel und im Naturpark Westhavelland. Das Gebiet des Biosphärenreservats Niedersächsische Elbtalaue hat durchaus die Qualität der vierte zu werden, davon ist Helmut Schnieder überzeugt. Ob eine Anerkennung als „Sternenpark“ die Region besser vor Lichtsmog schützen kann, auch darauf geht Schnieder ein.

Paradies für die Himmelsfotografie

Während Kollegen von ihm in die Mongolei fahren oder in die Wüste Kalahari um ungetrübt den Himmel zu beobachten und faszinierende Fotos zu machen, macht Schnieder seine Fotos meist links und rechts der Elbe und erhält dafür internationale Auszeichnungen. Die Zertifizierung als „Sternenpark“ würde die Region unter Experten bekannter machen das könnte sich auch auf den Tourismus, speziell den „Astrotourismus“ positiv auswirken, meint der ambitionierte Fotograf.

Jedes Jahr nimmt der „Licht­smog“ um sechs Prozent zu, weiß Helmut Schnieder um die Gefahren für Astro-Landschaftsfotografie und Natur. Von seinen Beobachtungspunkten sind die „Lichtsäulen“ von Lüneburg und Uelzen schon gut zu sehen, aber auch die des weiter entfernten Hamburg ist zu erkennen. Trotzdem biete die Region ideale Bedingungen für die Himmelsfotografie. Das Zentrum der Milchstraße, fotografiert im Frühjahr in Amt Neuhaus, so Schnieder, „das hat es so in Deutschland noch nicht gegeben“.
Der Vortrag von Helmut Schnieder, zu dem die zertifizierten Natur-und LandschaftsführerInnen des Bioshärenreservats Elbtalaue einladen, beginnt um 18.30 Uhr im Naturum Göhrde, König-Georg-Allee 5, 29473 Göhrde. Der Eintritt von drei Euro fließt an das Naturum.

2 Kommentare

  1. Na Herzlichen Glückwunsch,

    im Amt Neuhaus ist also genauso wenig los wie in der Mongolei oder der Wüste Kalahari. Hat also tatsächlich der Letzte das Licht ausgemacht.

    Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man glatt drüber lachen.

    Gruß, Torsten

  2. „Hat es so in Deutscland noch nicht gegeben?“…woran macht man das Fest. Jedes Mal, wenn irgendwo ein Sternenpark aus dem Boden schießt, überschlagen sich die Protagonisten mit ihren Superlativen…auf dem flachen Land sind diese Superlative wohl eher Schmuh…