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Das aktuelle Gebäude am Rothenbleicher Weg. Foto: t&w

Wohnungen, Büros und ein Café

Von Anna Paarmann
Lüneburg. Zurzeit lehren in dem Gebäude noch 50 Wissenschaftler der Leuphana, bald soll es für rund 45 Wohneinheiten, Büroflächen und ein kleines Café weichen. Ihre Liegenschaft am Rotenbleicher Weg hat die Universität an Anwohner Dr. Martin Hecker verkauft (LZ berichtete). Erste Entwürfe des Neubaus hat Stadtbaurätin Heike Gundermann jetzt im Beisein Heckers und dessen Architekt Scaven Hütz im Bauausschuss präsentiert. Trotz vieler Fragen zur möglichen Zuwegung, zu Parkplätzen und Erholungsflächen haben die Mitglieder einstimmig beschlossen, dass die Verwaltung ein Verfahren zur Aufstellung eines beschleunigten Bebauungsplans einleiten darf.

Tiefgarage mit 40 Stellplätzen

Maximal vier Geschosse seien geplant, im Erdgeschoss des Kopfbaus das etwa 100 Quadratmeter große Café, darüber Büros. Hecker möchte in diese Büros mit seiner Firma, die er im Frühjahr für dieses Bauvorhaben gemeinsam mit seiner Frau gegründet hat, selbst einziehen.
Das Gebäude selbst werde vermutlich durch Vor- und Rücksprünge gegliedert sein, die Fassade soll aus verschiedenfarbigem Putz und Holz bestehen. Zum Rotenbleicher Weg hin sei Freifläche beispielsweise für einen Spielplatz eingeplant, außerdem soll ein Innenhof als Erholungsort für Anwohner dienen. Für den Wohnbereich seien 1,5- und 4-Zimmer-Wohnungen von 40 bis 90 Quadratmetern vorgesehen.

So könnte der Neubau, der am Rotenbleicher Weg entstehen soll, ersten Skizzen zufolge aussehen. Zwischen den beiden Gebäudeteilen (rot gekennzeichnet) soll eine Art Innenhof als Begegnungsplatz für den Stadtteil entstehen. Grafik: scaven hütz
So könnte der Neubau, der am Rotenbleicher Weg entstehen soll, ersten Skizzen zufolge aussehen. Zwischen den beiden Gebäudeteilen (rot gekennzeichnet) soll eine Art Innenhof als Begegnungsplatz für den Stadtteil entstehen. Grafik: scaven hütz

 

Obwohl das Vorhaben im Ausschuss mehrheitlich begrüßt wurde, gab es viele Fragen. Rainer Petroll (Linke) wollte wissen: „Gibt es eine Rechtsverbindlichkeit, dass auch wirklich 30 Prozent der Wohnungen im sozialen Bereich entstehen?“ Heike Gundermann versicherte, dass man diese Einzelheiten schon besprochen habe, der Durchführungsvertrag parallel zum Aufstellungsbeschluss verhandelt werde. „Im vorgezogenen Bebauungsplan werden die 30 Prozent verankert sein.“

Das Thema Parken brachte Christel John (CDU) zur Sprache. „Unter dem Gebäude soll eine Tiefgarage entstehen mit rund 40 Stellplätzen“, sagte die Stadtbaurätin. Benötigt würden rund 65, die fehlenden 25 Parkplätze habe man oberirdisch zur Willy-Brandt-Straße hin geplant. Genauere Details müssten im Rahmen eines Verkehrsgutachtens geklärt werden, auch weil man die Baumreihe auf der Seite möglichst schonen wolle. „Das Gutachten klärt auch noch die Zu- und Abfahrt zur Tiefgarage.“

Über Einzelheiten wollte Heike Gundermann noch nicht sprechen, darauf wies sie mehrfach hin. „Wir klären heute nur die Frage, ob wir in das Projekt einsteigen. Und dafür liegen schon ziemlich viele Informationen auf dem Tisch.“ Wolf von Nordheim (Grüne) ließ sich davon nicht beirren, wollte wissen, ob auf dem Dach neben Photovoltaikanlagen Grünflächen Platz finden könnten. „Uns interessiert alles, was einen Ausgleich schaffen kann.“ Architekt Hütz: „Wir werden natürlich versuchen, möglichst viel Grün zu bewahren. Wenn keine Alternativen möglich sind, werden wir darüber nachdenken, Begrünung auf dem Dach anzubieten.“

Treppenhäuser als Lärmschutzdämpfer

Auch das Thema Verkehrslärm sprach von Nordheim an. „Wohin sind die Wohnungen ausgerichtet?“ Hütz erklärte, klar sei, dass die Wohnungen abgewandt von der viel befahrenen Willy-Brandt-Straße gebaut würden. Dort habe man nach aktuellem Stand die Treppenhäuser vorgesehen. „Als weitere Lärmschutzdämpfer“, sagte Scaven Hütz. Auch seien dort bislang die Haupteingänge verortet. „Wir benötigen aber noch ein Schallschutzgutachten.“

Wenn eh schon gebaut wird, wäre das nicht ein guter Anlass, auch den Rotenbleicher Weg zu asphaltieren?, fragte Ulrich Löb (Grüne) und monierte: „Das Kopfsteinpflaster ist wirklich nicht fahrradfreundlich.“ Auch hier griff Gundermann ein. „Wir regeln hier das Baugrundstück. Wenn Sie eine Asphaltierung wünschen, müssen Sie das im Haushalt anmelden und dafür einen neuen Titel festlegen.“ Martin Hecker sagte: Für ihn als Anwohner sei das Kopfsteinpflaster angenehm, „die Autos fahren deshalb langsamer und niemand rast mit 60 km/h an den Häusern vorbei“.

2 Kommentare

  1. Wie zeitgemäß ist es noch trotz geplanter Tiefgarage, dermaßen viele zusätzliche Stellplätze vorzuhalten? Mehr als das Haus Wohneinheiten hat. Schade um die schöne Fläche, die da versiegelt wird oder anderer Nutzung vorenthalten. Wie viele Menschen in Lüneburg brauchen oder besitzen ein eigenes Auto? Eigentlich sollte Lüneburg als nachhaltige Kommune endlich besser wissen, wie nachhaltige Verkehrs- und Bauleitplanung funktioniert.

    • Herr Mackat, hier geht um die Interessen des Vermieters- nicht der der Stadt, d.h. potentielle,zahlungskräftige Mieter anzuziehen.
      Dafür muss man wohl für 2-Personenhaushalte 2 Pkw-Stellplätze anbieten ,damit beide unabhängig voneinander zu ihren Arbeitsplätzen nach Hamburg fahren können.