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Pickenpack machte am 30. Juni dicht, die meisten Mitarbeiter kamen in eine Transfergesellschaft, die ihre Arbeit im November beendete. Foto: A/us

Pickenpack-Aus zeigt nun Folgen

Lüneburg. In den vergangenen Jahren ist die Arbeitslosigkeit für gewöhnlich von Oktober auf November gesunken. „Die diesjährige Entwicklung wurde jedoch durch zwei Faktoren beeinflusst: dem Ende einer Transfergesellschaft sowie dem Zugang von Flüchtlingen in die Arbeitslosigkeit“, kommentiert Bernd Passier, Chef der Agentur für Arbeit in Lüneburg, den statistisch gesehen ungewöhnlichen Anstieg der Arbeitslosenquote für Stadt und Landkreis Lüneburg von 5,4 auf 5,6 Prozent. Dabei spielt das Aus des Tiefkühl-Produzenten Pickenpack eine wesentliche Rolle.

400 Mitarbeiter haben den Job verloren

Ende Juni stellten die Pickenpack-Arbeiter in dem Werk an der Lüner Rennbahn die Maschinen ab, alle Bemühungen des Insolvenzverwalters waren erfolglos, 400 Mitarbeiter verloren ihre Jobs. Die meisten der Betroffenen fingen schon einen Tag später in einer Auffanggesellschaft an, deren Wirken bis November befristet war. Bernd Passier: „Nicht alle aus dem betroffenen Unternehmen der Nahrungsmittelproduktion konnten während dieser Zeit eine Anschlussbeschäftigung finden und wurden nunmehr arbeitslos.“ Erste Beratungsgespräche hätten stattgefunden. „Die Vermittlungsfachkräfte zeigen individuelle Per­spektiven auf und fördern, wenn notwendig, entsprechende Qualifizierungen.“

Insgesamt stieg die Zahl der Arbeitslosen um 118 auf 5275 Frauen und Männer, das waren 63 Betroffene weniger als vor einem Jahr, als die Quote 5,7 Prozent betrug. Dabei meldeten sich 1489 Personen neu oder erneut erwerbslos, 250 mehr als vor einem Jahr. Gleichzeitig beendeten 1379 Personen ihre Arbeitslosigkeit, ein Plus von 76 gegenüber dem Vorjahr. Seit Jahresbeginn gab es insgesamt 15349 Arbeitslosmeldungen, 41 mehr gegenüber November 2015. Dem gegenüber stehen 15406 Abmeldungen (plus 32).

276 Angebote weniger

Es gab eine rege Vermittler-Tätigkeit, wobei der Bestand an offenen Stellen im November um 120 gesunken ist. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 276 Angebote weniger. Die Arbeitgeber meldeten 462 neue Stellen, 68 weniger als vor einem Jahr. Seit Januar wurden der Agentur insgesamt 4695 freie Stellen gemeldet, im Vorjahreszeitraum waren es 61 mehr.

Auch bei der Unterbeschäftigung schnellte die Zahl der Betroffenen in die Höhe. Zur Unterbeschäftigung zählen neben den offiziell Arbeitslosen auch solche Personen, die im
Rahmen von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen wie etwa beruflicher Weiterbildung, Arbeitsgelegenheiten oder über einen Gründungszuschuss gefördert werden. Die Gesamtzahl beträgt hier 7507, das sind 190 Frauen und Männer mehr gegenüber Oktober und sogar 520 mehr als im November 2015.

Arbeitsmarktreport in Zahlen

Von Rainer Schubert