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Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, so macht sich das Norovirus bemerkbar. Das Schlimmste scheint aber zunächst überstanden. Foto: nh

Norovirus beendet Klassenfahrt

Lüneburg. Die Rückreise ihrer Klassenfahrt hatten sie sich sicher anders vorgestellt: Eigentlich wollten die Fünftklässler des Johanneums vergangenen Freitag mit dem Zug aus Hannover zurück nach Lüneburg fahren, doch mehr als die Hälfte von ihnen hatte sich da schon mit dem ansteckenden Norovirus infiziert. „Wir haben uns dann mit dem Gesundheitsamt beraten und entschieden, dass die Kinder nicht mit dem Metronom fahren sollen, um das Virus nicht weiter zu streuen“, verdeutlicht Schulleiter Friedrich Suhr. Die Eltern seien dann mit dem Auto in die Landeshauptstadt gekommen, um die Sprösslinge abzuholen einen Tag früher als geplant. „Sie können sich ja vorstellen, wie das ist. Eine Autofahrt mit lauter kranken Kindern“, erzählt eine Mutter geschafft. Das Virus habe sich danach auch noch in der einen oder anderen Familie ausgebreitet.

Krankheit ist meldepflichtig

Übelkeit, Erbrechen, Durchfall mit diesen für das Norovirus typischen Symptomen kämpften in den vergangenen Wochen viele Menschen in Stadt und Landkreis Lüneburg. „Die Zahl der Erkrankungen liegt aber noch im Rahmen. Es gibt immer Jahre, in denen sich die Fälle häufen“, erläutert Landkreis-Pressesprecher Hannes Woenig. Schon seit vergangener Woche habe es keinen neuen Anstieg an Infektionen gegeben, allerdings treten immer noch neue Norovirus-Fälle auf.

Besonders hart getroffen hat es auch die Klinik für Kinder- und Jugendpsychatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (KJPP) der Psychiatrischen Klinik Lüneburg. „Dort mussten wegen der hohen Ansteckungsgefahr einzelne Bereiche vorübergehend für zwei bis drei Tage geschlossen werden“, berichtet Angela Wilhelm, Pressesprecherin der Gesundheitsholding. Auch die Kinderklinik des Städtischen Klinikums meldete Mitte November für kurze Zeit überdurchschnittlich viele junge Patienten mit Durchfallerkrankungen. Inzwischen habe sich aber die Situation sowohl am Klinikum als auch an der Psychiatrischen Klinik wieder normalisiert.

Weiterhin betroffen sind neun Kindertagesstätten im Kreis Lüneburg, zeitweise waren es sogar 15. „Diese Einrichtungen müssen bei Norovirus-Fällen mit geeigneten Flächen-Desinfektionsmitteln arbeiten, da die Viren sonst nicht abgetötet werden“, erklärt Hannes Woenig vom Landkreis Lüneburg. Meldepflichtig sei die Krankheit, sobald es in einer Gemeinschaftseinrichtung zwei zusammenhängende Fälle gebe.

Laut Gesundheitsamt müssen Erwachsene allerdings nicht zwingend auf das Norovirus getestet werden, weil die Symptome und die Behandlung anderen Magen-Darm-Erkrankungen sehr ähnlich seien. Die Empfehlung von Leiterin Dr. Marion Wunderlich: „Zu Hause bleiben und erst 48 Stunden nach Auftreten der letzten Symptome wieder arbeiten.“ Sonst bestehe die Gefahr, andere anzustecken.