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Die Bäckerstraße der Weihnachtsstadt ist wenig weihnachtlich. Vor allem in den oberen Etagen sieht es in vielen Gebäuden mit der Beleuchtung eher dürftig aus, unten leuchtet oft nur die Werbung. Foto: t&w

Lüneburger Giebel: Zappenduster im Zentrum

Lüneburg. Mit großen Bannern wirbt die Marketing GmbH für Lüneburg als Weihnachtsstadt. Dass die Innenstadt vor allem während der Adventszeit besonders schön, weil weihnachtlich geschmückt, sei, hatte auch Ingeborg Ebeling von Bekannten gehört, als sie vor einem Jahr an die Ilmenau zog. Doch nun ist die Neu-Lüneburgerin enttäuscht, sie findet: „Vor allem in der Bäckerstraße kommt keine Weihnachtsstimmung auf.“ In einem der wichtigsten Abschnitte der Fußgängerzone fehlten Weihnachtsschmuck und -beleuchtung. „Für eine Stadt, die sich als Weihnachtsstadt vermarktet, ist das ein Armutszeugnis“, urteilt Ingeborg Ebeling.

Heiko Meyer vom Lüneburger Citymanagement (LCM) kennt das Problem: „Wir versuchen mit aller Kraft, wieder mehr Giebel zum Leuchten zu bringen. Aber es ist teilweise sehr schwierig, an die Besitzer heranzukommen.“ Viele Häuser seien mittlerweile in der Hand ausländischer Investoren oder gar Fonds, die Lüneburger Geschäftsleute dagegen seien meist nur Mieter der unteren Ladenzeilen. „Es gibt einzelne Vermieter, die die Pflicht zur Beleuchtung in ihren Verträgen festgehalten haben. Aber das sind Einzelfälle“, beschreibt Meyer das Problem. „In der Regel kann man niemanden zwingen, Geld für die Beleuchtung auszugeben.“ Mit dem An- und Abbau kämen schnell ein paar Tausend Euro zusammen, immer weniger Hausinhaber oder gar Mieter seien in den vergangenen Jahren bereit gewesen, auf diese Weise etwas für das weihnachtliche Stadtbild zu tun.

Weihnachtsbeleuchtung muss ins Stadtbild passen

Dabei ist die Spendenbereitschaft der Lüneburger groß, das zeigt die Aktion „Lüneburg leuchtet“. „Die Einnahmen waren zum Glück wieder kostendeckend. Wir können mit dem gesammelten Geld auch in diesem Jahr das Rathaus und die Kirchen beleuchten“, sagt Claudio Schrock-Opitz. Der Chef der Marketing GmbH ist sich dessen bewusst, dass auch deshalb viele Besucher begeistert von Lüneburg sind. „Wir können uns natürlich freuen, dass es jetzt so gut läuft. Aber wir müssen auch nach vorne gucken.“ Er sei offen dafür, sich mit allen Beteiligten an einen Tisch zu setzen und über Alternativen bei der Weihnachtsbeleuchtung nachzudenken.

Auch Heiko Meyer hat schon einige Ideen, weiß aber auch, wie schwierig es ist, so etwas in einer historischen Stadt wie Lüneburg umzusetzen. „Das muss natürlich ins Stadtbild passen, und wir müssen uns mit vielen Ämtern abstimmen.“ Die Kosten seien nicht unerheblich. „Da sind wir schnell bei 400000 bis 600000 Euro.“
Trotzdem glaubt auch er, dass man über eine Alternative nachdenken muss anstatt sich nur auf die strahlenden Giebel zu verlassen. „Wir müssen aufpassen, gerade die Bäckerstraße sieht mittlerweile sehr dunkel aus.“

Von Manuela Gaedicke

2 Kommentare

  1. Warum sind die Hausbesitzer gefragt???, wenn die Stadt es nicht für nötig hält, die Straßen zu dekorieren???
    In jedem kleinen Dorf werden Weihnachtsgirlanden über die Straßen gehängt!!!
    Nur Lüneburg hält es nicht für nötig!!!
    Schade um die schöne Stadt.

  2. Viele Häuser seien mittlerweile in der Hand ausländischer Investoren oder gar Fonds,
    wann wird bei uns die politik mit dem schlafen aufhören? wenn man ihr die rechnung präsentiert?