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Am 11. März soll das Zentralgebäude in Anwesenheit von Ministerpräsident Stefan Weil und Architekt Daniel Libeskind eingeweiht werden. Foto: t&w

Gut 100 Millionen für Libeskind-Bau

Lüneburg.  Am Ende wird der Libeskind-Bau vermutlich mehr als 100 Millionen Euro teuer. Davon geht jetzt auch die Uni Lüneburg selber aus. Wer allerdings die Zeche zahlt, lässt die Leuphana-Spitze offen. Sie zitiert da die Wissenschaftsministerin Dr. Heinen-Kljajic, die habe bereits im Juni angekündigt, das Land werde sicherstellen, dass die Finanzierung des Bauvorhabens nicht zulasten von Forschung und Lehre gehe. Doch das Ministerium blockt ab. Für weitere Mehrkosten sei die Uni am Zug.

Montag legte das Land noch einmal nach: Rund 15 Millionen hat der Haushaltsausschuss des Landtages für den Libeskind-Bau in Lüneburg freigegeben, der danach 87,2 Millionen kosten dürfte. Aber klar war im Ausschuss auch schon: Das reicht nicht. Die Oberfinanzdirektion in Hannover geht nach ihrer Prüfung von mehr als 100 Millionen aus. Und bereits im letzten vertraulichen Statusbericht zum Bau war inklusive Risiken von 97,8 Millionen Euro die Rede.

Stand der Dinge am Libeskind-Bau

„Permanent neue Kostensteigerungen“

Vom Fass ohne Boden spricht der haushaltspolitische Sprecher der FDP im Landtag Niedersachsen, Christian Grascha. Er kritisiert die beschlossene Übernahme von weiteren Kosten für den Leuphana-Neubau durch das Land. „Seit Jahren werden permanent neue Kostensteigerungen angezeigt. Ursprünglich sollte der Neubau rund 58 Mio. Euro kosten, 21 Millionen Euro sollte das Land übernehmen. Mittlerweile geht man von bestenfalls 92,4 Millionen und schlimmstenfalls sogar von 103,5 Millionen Euro Baukosten aus. Dass das Land jetzt bereit ist, seinen Anteil auf mehr als 35 Millionen Euro zu erhöhen, halte ich für falsch. Denn das öffnet weiteren Kostensteigerungen Tür und Tor. Ganz davon abgesehen, birgt der von der Universität vorgelegte Kosten- und Finanzierungsplan zu viele Unwägbarkeiten. Er ist nicht ausreichend belastbar und somit auch nicht zustimmungsfähig“, so Grascha. Die FDP-Fraktion teile in dieser Hinsicht die vom Landesrechnungshof vorgebrachten Kritikpunkte voll und ganz.

Der FDP-Finanzpolitiker fordert die Landesregierung zudem erneut auf, der Leuphana die Bauherreneigenschaft zu entziehen. „Die Hochschule hat wiederholt gezeigt, dass sie es nicht kann. Es muss jetzt darum gehen, das Risiko für den Steuerzahler möglichst zu reduzieren, alle Einsparmöglichkeiten zu nutzen und weitere Kostensteigerungen zu verhindern. Das Land muss die Verantwortung übernehmen“, erklärt Grascha weiter.

Mehrkosten waren nicht absehbar

Die Uni begründet die Mehrkosten so: Neben einem konjunkturbedingt deutlichen Anstieg der Baupreise ist die Verteuerung auch darauf zurückzuführen, dass die Realisierung des Gebäudes aufgrund seiner Komplexität zu vorher nicht absehbaren Mehrkosten führte. Bauzeiten verlängerten sich, Bauabläufe mussten — auch witterungsbedingt — umgestellt werden, Maßnahmen zur Terminsicherung wurden erforderlich. Jetzt liegen die Arbeiten im Zeitplan.

Die Lüneburger SPD-Landtagsabgeordnete Andreas Schröder-Ehlers: „Ich freue mich, dass der Ausschuss für Haushalt und Finanzen heute beschlossen hat, die Leuphana mit weiteren 14,89 Millionen Euro beim Bau des Audimax zu unterstützen. Wie weitere Mehrkosten aufgefangen werden sollen, ist noch unklar. Hier ist sicherlich die Universität stark in der Pflicht. Aber auch das Land wird diesen Prozess weiter intensiv begleiten“.

Die Universität hat derweil mit den Planungen für die Eröffnung des Gebäudes begonnen. Am 11. März soll es in Anwesenheit von Ministerpräsident Stefan Weil und Architekt Daniel Libeskind sowie Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft feierlich eingeweiht werden. In den folgenden Wochen und Monaten werden die Universitätsmitglieder nach und nach Besitz vom neuen baulichen Mittelpunkt der Universität mit seinen Lehr-, Forschungs- und Veranstaltungsräumen ergreifen.

16 Kommentare

  1. Mehrkosten waren nicht absehbar

    Die Uni begründet die Mehrkosten so: Neben einem konjunkturbedingt deutlichen Anstieg der Baupreise ist die Verteuerung auch darauf zurückzuführen, dass die Realisierung des Gebäudes aufgrund seiner Komplexität zu vorher nicht absehbaren Mehrkosten führte.
    glatt gelogen. jeder noch so einfache maurer am bau hatte es gewusst.

    • …und natürlich wusste es Herr Klaus Bruns. Hat nicht endlich mal jemand ne Beraterstelle für Herrn Bruns? Er ist ausgewiesener Experte und Insider in allen Lebenslagen. So erscheint es jedenfalls wenn man seine ewig nörgelnden Leserbriefe ließt …

      • Mario Böttcher
        sehen sie, jetzt kommen wir der sache näher. schmunzel. ich suche einen job. sie wissen doch, verarmte rentner müssen jetzt jede gelegenheit nutzen, ihre rente aufzubessern. so und jetzt aber bitte zum thema, husch husch. haben sie sich auch mit den maurern unterhalten, die übrigens nicht gern schief mauern, es aber auf befehl am libeskindbau tun mussten? ich hatte das vergnügen , mich mit einem polier zu unterhalten. und stellen sie sich vor, der wusste, es kann nur noch immer teurer werden. woher hat der das bloß gewusst? ob er vom fach ist?

  2. „Mehrkosten waren nicht absehbar“. Wenn die Unileitung das ernsthaft meint und glaubt ist es ein Beweis für ihre Unfähigkeit ein derartiges Projekt durch zu führen, bzw. die „Fachleute“ die die Kalkulation aufgestellt haben. Da hätte man besser einige der Kommentatoren hier damit beauftragen sollen, die von vorn herein die Kalkulation stark angezweifelt haben.
    Ich glaube eher es wurde bewusst mit falschen Zahlen jongliert, um überhaupt Zuschüsse zu erhalten.

    So klingen auch die Argumente für die Mehrkosten. Da wird als ein Grund behauptet eine konjunkturbedingte Steigerung der Baupreise hätte u.a. dazu geführt. Was für Verträge wurden da geschlossen? Keine Festpreise sondern flexible Preise nach Konjunkturlage? Als weiteres Argument wird angeführt dass es aufgrund der Komplexität des Gebäudes nicht absehbar war welche Mehrkosten dadurch entstehen würden. Wusste man denn überhaupt was dort gebaut wird und gab es keinen Architekten? Und immer gern genommen witterungsbedingte Änderungen der Bauabläufe. Ich kann mich nicht erinnern dass es während der Bauzeit außergewöhnlich extreme Wetterbedingungen gab.

    Es ist nur noch abstoßend wie sich die Unileitung während der gesamten Bauphase verhalten hat und noch verhält. Es ist unehrlich und man versucht nur den Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Besser gesagt: Völlig unverständlich dass nicht einige Beteiligte zur Verantwortung und daraus Konsequenzen gezogen wurden. In der Politik und Wirtschaft geht das schneller.

    Und dann setzt unsere MdL Andreas Schröder-Ehlers dem ganzen noch ein Krönchen auf: „Ich freue mich, dass der Ausschuss für Haushalt und Finanzen heute beschlossen hat, die Leuphana mit weiteren 14,89 Millionen Euro beim Bau des Audimax zu unterstützen.“ Frau Schröder-Ehlers scheinen die Mehrkosten und alles was bislang im Zusammenhang mit der Baumaßnahme abgelaufen ist nicht zu interessieren. Sie freut sich offensichtlich nur auf die Einladung zur Einweihungsfeier. Aber auch da bleibe ich skeptisch ob der anvisierte Termin 11. März ? zu halten sein wird. Wer weiß was es bis dahin noch an witterungsbedingten Verzögerungen geben wird.

    • Heidi
      bleiben sie entspannt. floskeln sind floskeln. keiner der angeblich verantwortlichen politiker wird hier in sack und asche fallen und zugeben, mist gebaut zu haben. sie mögen doch pauly. wie war sein satz zu den zusätzlichen kosten, die er selbstverständlich mit ,,übernehmen,, wird?sämtliche irrlichter der anderen parteien denken mittlerweilen bei diesem thema ebenso. tja, wenn der zug schneller abfährt, als die politik erlaubt, schaut sie eben nur noch in die rücklichter.

      • Ja, ja Herr Bruns. Das dumme oder ärgerliche ist nur dass die Rücklichter unsere Steuergelder sind. Politiker haben im Umgang damit leider nahezu kein Verantwortungsbewusstsein. Wenn das Geld irgendwann nicht mehr reicht und die Verschuldung zu hoch geworden ist, werden Steuern entweder erhöht oder neue eingeführt. Wohl bemerkt von VOLKSvertretern.

        Es muss entlich der Straftatbestand der Veruntreuung von Steuergeldern für Politiker eingeführt werden. Es kann nicht sein dass in der Politik eine Art Narrenfreiheit besteht. Auch wenn viele davon Narren sein mögen. Und das hört in dieser Parallelgesellschaft „Politik“ leider nicht am Aschermittwoch auf. Da läuft die „fünfte Jahreszeit“ über 12 Monate. Übrigens war ein ehemaliges und langjähriges Ratsmitglied Vorsitzender des Lüneburger Karnevalsverein. Eine rheinische Frohnatur. Der konnte auch richtig feiern. Ob sich das damals auf die Ratsarbeit ausgewirkt hat entzieht sich jedoch meiner Kenntnis und hätte auch keinen Bezug und keine Auswirkung mehr auf den Libeskindbau.

    • Liebe Heidi,
      machen Sie sich bitte keine Gedanken bezüglich des Einweihungstermins. Der 11. März geht auf jeden Fall klar. Wie alle Scharlatane, so sind auch die leuphanatischen Possenreißer höchst kreativ.
      Die „erste“ Grundsteinlegung für das Zentralgebäude erfolgte am 8.5.2011 nur symbolisch. Baubeginn war dann ungefähr ein halbes Jahr später. So lange war der Grundstein in der Uni zwischen geparkt.

      Für nächsten März ist zunächst auch nur eine pro-forma-Eröffnung geplant. Zurzeit noch nicht geklärt ist, ob diese „erste“ Eröffnung mit einem Betreten/einer Benutzung des Foyers, erfolgen oder nur virtuell (Augmented Reality) stattfinden wird und die Schnittchen und Schampus für die „Wichtigtuenden“ in einer Hospitality von Feinkost Käfer gereicht werden.

  3. Das hässliche Teil hätte man sich echt sparen können!
    Ubd es hat bestimmt auch schon den einen oder anderen Autofahrer geblendet.
    STEUERVERSCHWENDUNG !!!
    Ein zur Sadt passender Klinkerbau hätte es auch getan!
    Und mit dem Geld was da hätte sparen können,
    hätte man in das ein oder andere Schlagloch oder in Schulen investieren soll.

  4. Die Lüneburger SPD-Landtagsabgeordnete Andrea Schröder-Ehlers: „Ich freue mich, dass der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft heute beschlossen hat, unseren Landrat Nahrstedt mit weiteren 14,89 Millionen Euro beim Bau seiner Darchauer Elbbrücke zu unterstützen. Wie weitere Mehrkosten aufgefangen werden sollen, ist noch unklar. Hier ist sicherlich Volker Meyer-Guckel stark in der Pflicht. Aber auch Sascha Spoun wird diesen Prozess weiter intensiv begleiten“.

    Sie freut sich, die Andrea Schröder-Ehlers? Ein Gremium höchstpersönlich hat sein Sparbuch geplündert? Um zu »unterstützen«? Wen zu »unterstützen«? Eine Einrichtung, die noch nicht nachweisen konnte, dass ihr Spitzenpersonal auch nur einen einzigen Cent aufzutreiben vermag, um selbst »einen Beitrag zu leisten«? »Wie weitere Mehrkosten aufgefangen werden sollen, ist noch unklar«? »Aufgefangen«? Hasch mich, ich bin die Mehrkosten? Und »dieser Prozess wird weiter intensiv begleitet«? Und »intensiv begleitet«? Von wem? Von einem Kollektivsingular? Und wie »intensiv« denn eigentlich noch? Werde ich auch einmal so intensiv von Ihnen begleitet, Andrea Schröder-Ehlers, wenn mir die Euronen-Millionen ausgehen?

    »Freude«? »Unterstützen«? »Auffangen«? »Begleiten«?

    Ja schauen wir hier etwa einen Softporno? »Sixty Million Shades of Grey Horror-Euros«? Hat die Lüneburger SPD-Landtagsabgeordnete Andrea Schröder-Ehlers denn keine »wissenschaftliche Mitarbeiterin«, die ihr das Sprechen beibringen könnte?

    »Die hässliche, größenwahnsinnige Scheiße, die auf betrügerische Weise eingetütet und durchgedrückt wurde, kostet das Steuervieh nun 60 Millionen Euro mehr als versprochen.«

    Müsste die Lüneburger SPD-Landtagsabgeordnete Andrea Schröder-Ehlers nicht genau das sagen, um sich der Wahrheit wenigstens ein klein wenig anzunähern?

    Hat Sie noch nicht von Jamaika gehört? »Mehr Ehrlichkeit wagen«?

  5. Steht nicht mehr oben im Print Impressum: „LANDESZEITUNG für die Lüneburger Heide LÜNEBURGER TAGESBLATT LÜNEBURGER ANZEIGEN unabhängig und überparteilich“

    Seit wann das? Gestern meine ich es noch gelesen zu haben.

    Die Änderung ist mir gar nicht aufgefallen.

    Erklären Sie mir bitte den Grund, Herr Bruns.

  6. „Wer allerdings die Zeche zahlt, lässt die Leuphana-Spitze offen. Sie zitiert da die Wissenschaftsministerin Dr. Heinen-Kljajic, die habe bereits im Juni angekündigt, das Land werde sicherstellen, dass die Finanzierung des Bauvorhabens nicht zulasten von Forschung und Lehre gehe.“

    Das war das Muster des Vorgehens der „Leuphana-Spitze“ von Anfang an: Luftschlösser ausmalen, Geltungsgier wecken, Fakten schaffen, Unterfinanzierung verschleiern, Loyalitätszusagen erbetteln und alles zusammen benutzen, um Geldzuwendungen und mediale Zuversichtsheuchelei zu erpressen („nach dem Kader-Kanon: Wer nicht für uns ist, ist gegen uns“), wobei zusätzlich immer die Studierenden „argumentativ“ in Geiselhaft genommen werden.

    Schon vor zweieinhalb Jahren – in einem von erbittertem Sarkasmus nur so schäumenden Kommentar – hat Hans-Herbert Jenckel, der geschäftsführende Redakteur der Landeszeitung (Sonnabend, 19. April 2014, LZ Nr. 92, Seite 11) empfohlen, sich an der Leuphana „neuen Lehr- und Studieninhalten (zu) widmen: Potenzial gäbe es mit dem Audimax als Re-ferenzbau für einen Schwerpunkt Architektur. Schließlich hat man nebenberuflich mit Daniel Libeskind schon einen der ganz großen Baumeister an Bord. Medienrecht und Pressefreiheit als Vertiefungsfach böte sich an. Kritischer wird es bei Kostenrechnung. Es sei denn, es stört niemanden, dass, wenn man mit 57 Millionen kalkuliert, auch 125 rauskommen kann. Das könnte als Lüneburg‘sche Standard-Abweichung in die Lehrbücher Einzug halten.“

  7. Pharaonengrab in der Provinz.
    Der neue Audimax der Uni Lüneburg.
    Nicht das Notwendige noch nicht einmal nur das Wünschenswerte, sondern das Überflüssige wurde gebaut.
    Verschwendung und Klüngel kosten dem Steuerzahler mehr als das Doppelte des Geplanten.
    Was BER für Berlin und die Elbphilharmonie für Hamburg ist: der Libeskind-Prachtbau ist Millionengrab in der grün-roten Heidestadt. Wo Sozialisten herrschen, da herrscht sie, die Maß- und Sinnlosigkeit.

    Tyrannen bauen Pyramiden, absolute Monarchen Schlösser. Möchtegern-Monarchen der Demokratie sind verkappte Tyrannen.

    • Andreas Janowitz

      Eijeijei! Der Pharao ein Sozialist? Es lebe die Einfalt! Nicht nur das es eine Ehre war für den Pharao die Brücke zur Ewigkeit zu bauen, es sicherte auch das eigene Auskommen in der Welt der Toten.

      Man mag ja über Mägde geteilter Meinung sein, aber ein Gewaltherrscher ist er gewiß nicht, oder hat heute schon die Geheimpolizei geklingelt?

      Bitte in Zukunft solcherlei einfach zu entlarvende Propaganda unterlassen. Es kann ja unter keinen Umständen durch schlichtes Schönrechnen zu „unvorhergesehenen“ Mehrkosten kommen. Nein es muß ja immer gleich die allumfassende böswillg gemeine Hintertriebenheit sein. Imkompetenz oder gar echte unterschätzte Probleme sind gänzlich ein Ding der Unmöglichkeit. -.-

    • Werner Schneyder

      Der verantwortliche Staatssekretär, der seitens des Ministeriums alles mitgetragen hat, ist kein Sozialist, sondern Mitglied der FDP.

  8. 100 Millionen Euro plus also, bei „geplanten“ 58 Millionen… aus diesen Zahlen kann man ableiten, dass die ursprüngliche Summe bewusst politisch bestimmt wurde, um die Freigabe für den Bau zu bekommen.

    Wer sich mal im Bereich Baumanagement bewegt hat, weiß, dass bei Bauten wie dem Libeskind-Bau natürlich keine Festpreisverträge gemacht werden können, denn keine Firma ist so wahnsinnig, bei einem solch komplexen Bauwerk einen Festpreis abzugeben – und wenn dann nur mit so viel „Luft“, dass es aus Bauherrensicht sinnlos ist, darauf einzugehen. Daher geht man von der Plansumme aus und kann im Mittel mit 20% Mehrkosten einrechnen – hier, da etwas schwieriger zu bauen, mit 25% Mehrkosten, ergo bei 58 Millionen Plankosten mit 72,5 Millionen Endkosten.
    Da nun mit mehr als 100 Millionen gerechnet wird (ich gehe davon aus, dass es so kommt), kann jeder zurück rechnen, welchen echten Planpreis das Bauwerk gehabt haben muss, nämlich 80 Millionen. Natürlich waren diese 80 Millionen zu viel, um das Bauwerk bauen zu dürfen, also hat man halt 58 Millionen angegeben, um die Freigabe zu bekommen. So läuft das Spiel, welches (fast) nur in der politischen Landschaft gespielt werden kann, denn im Gegensatz zur Privatwirtschaft muss niemand fürchten, für die Mehrkosten zur Rechenschaft gezogen zu werden. Im Gegenteil, die Verantwortlichen von Uni, Stadt und Land sonnen sich im Glanz des fertigen Bauwerks (hier wörtlich zu nehmen) und das Geld kommt so oder so aus dem Steuersäckel – woher auch sonst?
    Verhindern kann man solche Vorkommnisse nur, wenn die Verantwortlichen auch wirklich persönlich belangt werden können. Solange das nicht so ist, wird das Spiel weitergehen.

    Die von der Unileitung vorgebrachten Argumente für die eklatanten Preissteigerungen (konjunkturbedingter Anstieg der Baupreise, Komplexität vorher nicht absehbar, witterungsbedingt) sind alle entweder schlicht Unsinn, der erdacht wurde, um sich selber rein zu waschen – oder die mit dem Baumanagement beschäftigten Personen sind komplett unfähig. Die Variante „Unfähigkeit“ würde nicht gerade für den Masterstudiengang „Baurecht & Baumanagement“ sprechen, der just an dieser Uni für viel Geld angeboten wird…

  9. Es ging und geht um die Existenzgarantie der Uni in Lüneburg: Eine alte, umgebaute Kaserne hätte man je nach der Stärke der anstehenden Abiturientenjahrgänge, nach Kassen- und Wirtschaftslage leicht wieder dicht machen oder zur Fachhochschule zurückstufen können. Mit diesem überaus teuren (was jedem Beteiligten von vornherein klar war!) Einzweckbau eines renommierten amerikanischen Architekten als Aushängeschild wird das so einfach nicht mehr gehen – da sind andere Universitäten in Niedersachsen wohl eher gefährdet. Und wir Lüneburger verdanken der Uni viel – man vergleiche die Stadt mit anderen niedersächsischen Provinzstädtchen!! Wir sollten somit all den Entscheidungsträgern dankbar sein, die jahrelang „getarnt und getäuscht haben“ – im Endeffekt kostet der Bau ja auch nicht mehr als 3 Eurofighter o.ä. – , in ein paar Jahren ist die Verdreifachung der Kosten vergessen und wir freuen uns über die etablierte Uni.