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So soll die künftige Arena an der Lüner Rennbahn aussehen, die Sparkasse könnte Namensgeber werden. Grafik: nh

Arena Lüneburg: alles zurück auf Start

Lüneburg. Der Traum von der schnellen Veranstaltungshalle in der Stadt Lüneburg ist geplatzt. Stadt und Landkreis suchen jetzt nach neuen Lösungen, um die „Arena Lüneburger Land“ ohne den privaten Investor „Sallier Bauträger- und Verwaltungsgesellschaft“ zu bauen. „Wir sind in Gesprächen und schlagen den Kreistagsabgeordneten nun einen anderen Weg vor, die Halle zu errichten“, sagt Landrat Manfred Nahrstedt auf LZ-Nachfrage. „Alles Weitere dazu erkläre ich Mittwoch im gemeinsamen Pressetermin mit der Stadt.“

Nach einem nichtöffentlichen Papier, das der LZ bereits vorliegt, soll der Landkreis als Bauherr das Projekt übernehmen, mit Unterstützung der Stadt. Derzeit steht eine Summe von zirka 9,6 Millionen Euro netto für Bau- und Planungskosten im Raum. Mit dem Wechsel des Finanzierungskonzepts und des Bauherren tun sich aber neue Hürden auf.

Sallier bedauert Entscheidung

Jürgen Sallier bedauert, dass es bei dem Hallenprojekt in öffentlich-privater Partnerschaft zu keiner Einigung mit Stadt und Landkreis gekommen ist. Nahrstedt sei schon vor zwei Wochen auf ihn zugekommen, hätte auch gefragt, ob er bereit sei, das Grundstück an der Lüner Rennbahn zu verkaufen.

Der Abriss des alten Schlachthofs ist vollendet. Eigentlich ist die Fläche bereit für die neue Halle. Foto: be
Der Abriss des alten Schlachthofs ist vollendet. Eigentlich ist die Fläche bereit für die neue Halle. Foto: be

„Ich werde Stadt und Kreis nicht im Wege stehen, wenn der politische Wille da ist, das Projekt selbst in die Hand zu nehmen“, sagt Sallier, aber er hätte den Bau der Halle gern begleitet.
Mit dem Projekt habe er sich schließlich schon identifiziert. „Außerdem habe ich so etwas noch nie gebaut.“ Über die laufenden Kosten hatte man sich im Wesentlichen ja schon geeinigt, auch darüber, dass lediglich ein „schmales Budget“ vorhanden sei. Trotzdem war Sallier bereit, die Mehrzweckhalle zu bauen. „Wenn aber keine geschlossene Haltung dahinter steht, kommt es für mich aber nicht in Frage“, sagt der Grundstückseigentümer. Der alte Schlachthof auf dem Gelände wurde bereits abgerissen für den Arena-Bau.

Sallier soll 800000 Euro für Aufwand erhalten

In einer nichtöffentlichen Sitzungsvorlage für den Kreistag ist die Rede davon, das Standortgrundstück gegebenenfalls durch den Landkreis kaufen zu lassen, aber nur dann, wenn Bedingungen erfüllt sind, die den tatsächlichen Bau der Halle ermöglichen unter Kostenbeteiligung der Stadt. In jedem Fall, egal ob die Halle an dem Standort gebaut wird oder nicht, soll der „Sallier Bauträger- und Verwaltungsgesellschaft“ durch den Kreis der Aufwand für Planung sowie Nebenkosten erstattet werden. Die Rede ist von rund 800000 Euro.
Im Gegenzug solle die Sallier-Gesellschaft die Ausführungsplanung der Arena bis zum Ende führen, damit der Landkreis daran anknüpfen könnte. Der Bauantrag für die Arena, die bis zu 3500 Besucher fassen soll, liegt bereits seit einigen Monaten bei der Stadt Lüneburg vor und stehe kurz vor der Genehmigung, heißt es in dem Papier des Kreises.

Der Kreistag ist am Zug

Bevor all das in die Wege geleitet werden kann, müsste zunächst der Kreistag darüber befinden, ob er Landrat Nahrstedt den notwendigen Prüfauftrag erteilt. Die Sitzung ist für den 19. Dezember vorgesehen. Sollte das Gremium dem zustimmen, müsste die Finanzierung des Arena-Baus über den Landkreis-Haushalt abgewickelt werden.
Dafür wäre aber wiederum eine Zustimmung des Innenministeriums in Hannover erforderlich. Zudem sei mit weiteren Kostensteigerungen zu rechnen.
Bei dem alten Finanzierungsmodell mit dem privaten Investor hätte allein der Kreis über 20 Jahre brutto 9,2 Millionen Euro gezahlt, im Gegenzug aber nur Nutzungsrechte erhalten.
In dem internen Kreispapier heißt es: „Sollten die Kosten akzeptabel sein, die Baugenehmigung vorliegen, das Innenministerium Zustimmung signalisieren, der Investor den Kaufvertrag mittragen und die Stadt die Vereinbarung akzeptieren, könnte der Baubeschluss gefasst werden. Dies wird voraussichtlich frühestens Anfang 2017 der Fall sein.“

Von Dennis Thomas, Matthias Sobottka und Anna Paarmann

SVG auf heißen Kohlen

Bei Volleyball-Bundesligist SVG Lüneburg sitzt man derweil auf heißen Kohlen. „Für uns ist die Verzögerung zunehmend ungünstig und unbefriedigend“, sagt Geschäftsführer Andreas Bahlburg. Eigentlich wollten die Volleyballer zum Start der neuen Saison im Oktober 2017 in der neuen Halle spielen. Dieser Termin lässt sich nicht mehr halten. „Ich bin Realist und schaue auf den Tacho. Wenn man Baugenehmigung und Ausschreibung abwartet, kann man vor Februar 2017 nicht bauen. Die Bauzeit beträgt zehn bis zwölf Monate. Damit ist dieser Termin hinfällig.

Nach derzeitigem Stand können wir frühestens Anfang 2018 in die Halle.“ Das bringt die SVG in Schwierigkeiten. Denn die Ausnahmegenehmigung der Volleyball-Bundesliga für die von den Abmessungen her nicht wettbewerbsgerechte Gellersenhalle in Reppenstedt läuft mit Ende der Vorrunde dieser Saison ab. Schon mögliche Play-offs dürfte die SVG dort nicht mehr austragen. „Nun müssen wir bei der Volleyball-Bundesliga eine weitere Ausnahmegenehmigung beantragen“, sagt Bahlburg verärgert, „es gibt keinen Automatismus, dass wir die auch bekommen.

Möglicherweise werden wir gezwungen sein, fast die komplette Vorrunde in Hamburg auszutragen.“ Das sei mit hohen Kosten verbunden, zudem leide die Glaubwürdigkeit des Vereins gegenüber der Bundesliga. Kurzum: Der SVG steht ein weiteres Überbrückungsjahr bevor. Die Aufbruchstimmung, die mit der neuen Halle verbunden war, ist vorerst dahin.

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28 Kommentare

  1. Anfangs kann man beim lesen des Artikels nur grinsen und den Kopf schütteln. Aber dann stehen einem plötzlich die Haare zu Berge und der Kopf wird geschüttelt weil man es nicht fassen kann und glauben will.

    Herr Sallier ist Kaufmann und mit seinem Unternehmen Gewinn orientiert. Völlig normal und Ziel eines jeden Kaufmanns. Also hat er einen geschickten Schachzug getätigt. Stadt und Landkreis hingegen fühlen sich plötzlich wie ausgezogen und stehen in der Bredouille. Also Augen zu und ab in ein neues Millionenabenteuer trotz leerer Kassen. Unfassbar!
    Sehr schön folgender Satz aus dem Artikel dazu: „Zudem sei mit weiteren Kostensteigerungen zu rechnen.“ Irgendwo hab ich das schon mal gelesen. Gar nicht so lange her. Auch in der LZ.
    Die geplanten Kosten sind noch nicht bekannt gegeben. Aber immerhin soll zumindest die Firma von Herrn Sallier eine knappe Million an Aufwandsentschädigung erhalten. Geht doch! Das wird aus der Portokasse gezahlt.

    Eine letzte Hoffnung dass der Wahnsinn noch gestoppt wird bleibt: „Dafür wäre aber wiederum eine Zustimmung des Innenministeriums in Hannover erforderlich.“ Es bleibt zu hoffen und beten dass dort kluge Köpfe entscheiden die auch rechnen können und sich an einen anderen Finanzierungsflop in Lüneburg erinnern.

  2. Bitte kein neues Millionengrab!
    Kein Geld für die Brücke bei Darchau, aber für einen Sportverein?

    Dass ein Investor Sallier ein Maximum aus Idee und Investment herausholen will, ist verständlich.
    Dass aber ein weiteres Mammutprojekt ohne finanzielle Deckung alleine auf Kosten und Risiko der Bürger entstehen soll, ist skandalös.
    Auch hierzeigt sich, dass die über Jahrzehnte gewachsene Kungelei Landrat- Bürgermeister zum Schaden der Steuerzahler geraten ist.

    Noch ist es Zeit, das sich anbahnende Desaster abzuwenden. Ist der Bau erst einmal gestartet, dann werden die üblichen Sprüche geklopft: So und so und soviel Millionen verbaut, jetzt werde zu Ende gebaut, koste was es wolle. Augen zu und durch. Der noch nicht zu Ende gebaute und finanzierte Audimax-Lüneburg lässt grüßen.
    Das Geld fremder Leute lässt sich großzügig verbraten…

  3. Schade! Da schien sich vor den Kommunalwahlen eine große Koalition für den Hallenbau abzuzeichnen. Jetzt scheint sich der Wind gedreht zu haben, die CDU macht gemeinsame Sache mit den Grünen und der FDP, die den Plänen skeptisch bis ablehnend gegenüberstehen. Das ist deren gutes Recht und demokratische Pflicht. Mal schauen, wie sich die CDU dazu positioniert – hat sie doch mit Arena- und Stadionbau im Wahlkampf Erwartungen geweckt.
    Falls ein alternatives Finanzierungskonzept scheitern sollte (was ich nicht hoffe), wäre das aus meiner Sicht eine vertane Chance für Lüneburg – denn dann könnte es mit dem Spitzensport (i.e. Bundesliga-Volleyball) in der Region schnell vorbei sein. Die SVG wäre natürlich nicht alleinige Nutznießerin der Arena, sie bräuchte die Halle aber möglichst bald, um die Lizenzauflagen zu erfüllen. Der Bau einer größeren Sport- und Veranstaltungshalle würde dann in weite Ferne rücken, was nicht jedeR bedauern mag, ich persönlich und vermutlich noch etliche andere jedoch sehr wohl. Die Skepsis hinsichtlich unüberschaubarer Kostensteigerungen teile ich nicht, da es ja ein Vorbild für die Halle gibt (Rasta Dome in Vechta). Noch hoffe ich auf eine Lösung im Sinne von Spitzensport und Großveranstaltungen, die einem aufstrebenden Oberzentrum in der Metropolregion Hamburg gut zu Gesicht stände!

    • Lieber Henrik Philipp Morgenstern,

      Sie sind ja ein ganz ein fleißiger Kostümkommentator. Als frischgewählter CDU-Ratsherr, der zugleich den Presse- und Marketingchef der SVG gibt, haben Sie natürlich ein ganz spezielles Interesse daran, uns und Ihre Partei-Geschwister davon zu überzeugen, die exotische Randsportart Volleyball, die, wenn es sehr hoch kommt, vielleicht 500 Fans im gesamten Landkreis hat, sei „eine Chance“ für Lüneburg. Sie meinen, nehme ich an, eine „Image-Aufpolier-Chance“ wegen – zwinkerzwonker – „Spitzensport (i.e. Bundesliga-Volleyball)“? Herr Morgenstern, wer keine Zähne im Maul hat, sollte nicht Lapaloma pfeifen. Das ist meine Meinung. Kann die SVG sich den Bundesligaspaß für ein Zwergenhändchenvoll von Begeisterten nicht leisten, muss sie eben kleinere Brötchen backen.

      Und vor einer SVG-Halle wäre sicher ein LSK-Stadion von größerer Wichtigkeit für das Bild Lüneburgs in den Herzen von Tausenden von Sportbegeisterten.

      Zuletzt, was Ihre treue, bei LZ-Online immer wieder geäußerte Sorge um die Veranstaltungsgeschäfte von Herrn Hoppe angeht, die ist unberechtigt. Herr Hoppe ist Lüneburger Vorzeigeunternehmer und wird sich zu helfen wissen, um weiterhin als Großsponsor für das Hobby der Familie Bahlburg zahlen zu können.

      • Sehr geehrter Herr Hirsch,
        da muss ich Sie leider enttäuschen – ihr analytischer Scharfsinn verleitete Sie dazu, weit übers Ziel hinaus bzw. weit daneben zu schießen. Ihre Mutmaßungen hinsichtlich des Verfassers des von Ihnen aufs genommenen Kommentars sind sowohl, was die Person betrifft, als auch in puncto Partei- und Vereinszugehörigkeit völlig unzutreffend – nebenbei erscheinen sie mir auch reichlich unlogisch. Ihrem Anliegen würden Sie mehr dienen, wenn Sie sich auf die Sache beschränken würden. Da mag jedeR seine Meinung vertreten.
        Erstaunlich finde ich, dass diese Kommentarspalten mit allerlei persönlichen Anfeindungen – bis hin zu Diffamierungen – gefüllt werden, ohne dass die LZ-Online-Redaktion sich veranlasst fühlt, dagegen einzuschreiten.

        • Lieber Herr Kurt,

          solange Sie pseudonym, also nicht mit Ihrem Geburtsnamen zeichnen, habe ich alles Recht der Welt zu mutmaßen, welcher Akklamationsprofi sich hinter Ihrer Maske versteckt und dermaßen aufdringlich für das Verschleudern öffentlicher Gelder zugunsten einer mikroskopisch kleinen, aber sehr lauten Gruppe von Interessierten Reklame macht.

          Persönliche Anfeindungen und „Diffamierungen“ kann ich nicht erkennen, außer bei Ihnen, der eine Heerschar von kritischen Geistern und Andersmeinenden, ohne einen einzigen Beleg beizubringen, pauschal zu diskreditieren versucht.

          • Hm – Geburtsname … habe ich wohl gerade verlegt. Angst und bange wird mir beim Gedanken an die Heerscharen, die gegen die Arena zu Felde ziehen. Vor solch martialischen Ankündigungen direkter Straßendemokratie ziehe ich mich dann doch lieber zurück in die vertraute Gellersenhalle.

          • Hallo „Egon Kurt“,

            Sie erinnern sehr an Ulrich von dem Bruch, Geschäftsführer der Lüneburger Heide GmbH, der, nachdem ihm zischende, allein auf seinen Vorteil ausgehende, aber ansonsten substanzfreie Luftfechtereien nachgewiesen worden waren, plötzlich damit anfing, seine Kritiker als AfD-Pöbel zu beschimpfen. Ich bin wahrhaftig kein Freund des herangaloppierenden essentialistischen National-Fundamentalismus, aber erstens sollte man die Kirche immer im Dorf lassen (oder nicht sofort überall Gespenster sehen) und zweitens kann man sich gelegentlich auch einmal fragen, ob die eigene Blasiertheit nicht eventuell dazu beiträgt, die entfesselte Empörung der schlichteren Gemüter zu befeuern. Hier, unter den Dischputationsbeiträgen habe ich jedenfalls keine bedrohlich „martialischen Ankündigungen direkter Straßendemokratie“ gefunden. Es geht in den zahlreichen Überlegungen und Anmerkungen, soweit ich das richtig verstehe, auch gar nicht gegen Volleyball, gegen eine Halle oder gegen „Events“, sondern es geht gegen DIESE Halle, also um ganz einfache Fragen: Warum auf diesem ungeeigneten Gelände? Warum mit diesem Steuergeld verschlingenden Finanzierungsmodell? Warum mit dieser halsbrecherischen Geschwindigkeit? Warum überhaupt mit kommunaler Beteiligung? Warum mit den immergleichen Profiteuren? Warum ohne Ausschreibung? Warum, ohne vorher nachgedacht zu haben (z. B. über Parkraum und Infrastruktur im unmittelbaren Umfeld)? Warum mit so vielen flagrant zu Tage liegenden Lügen und blöden Ungereimtheiten? Warum machen es die beteiligten Umternehmen nicht selbst, wenn alles so toll profitabel ist, wie sie behaupten? Warum legt die SVG keine Zahlen offen? Wie steht sie wirtschaftlich da? Wie finanziert sie ihre eingekauften Spieler? Wieviele Besucher erwartet sie im Schnitt? Wo kommen diese Besucher her? Wie groß ist der Anteil mitreisender Fans? Wieviele kommen aus Kreis und Stadt? Und ganz allgemein, Herr „Kurt“: Wieso gibt es soviele enthusiastische Behauptungen über „den Wert“ von SVG- und „Eventhalle“, aber keine Belege, die diese Behauptungen stützen und keine Begründungen, die die vielen Annahmen plausibel machen? Wo sind Nachweise für die kommunale Werbe- und „Image“-Relevanz des Bundesligisten? Wo sind die vertrauenswürdigen Analysen der Medienresonanz? Wo die großen Artikel und die langen TV-Berichte? Also, Herr „Kurt“, warum soll ein lesender Arbeiter wie ich nun gutheißen, was die vier Doppelkopfstrategen Mädge, Bahlburg, Nahrstedt und Hoppe für ein gutes Blatt halten, ohne die Rechnung mit schlauen Geldverdienemännern wie Jürgen Sallier, Thomas Piehl und anderen gemacht zu haben? (Haben Sie das Video mit Herrn Nahrstedt gesehen? Ist das hilflose Gefasel nicht zum Lachen — oder besser: zum Weinen?)

      • Werner Schneyder

        Herr Hoppe ist nach steuerfinanziertem Start (mietfreies Vamos) nur im öffentlichem Raum tätig (Vamos, Cafe 9, Bleckeder Haus, Cafe Fritz, Theater, Ritterakademie, usw.).

        • Herr Hoppe tat bei der Einladung der SPD Ratsfraktion so, als ob am Vamos alles hängt. Er verkündete weiter, dass es keinen Plabn B gibt. Das ist für einen Unternehmer erstaunlich, der es mit seiner Ermächtigungs- und Subventionswirtschaft schon zu beträchtlichen Immobilienvermögen in seinem Konglomerat gebracht hat. Wie wäre es eine eigene Veranstaltungshallen zu schaffen? Jeder Unternehmer würde zur Stärkung seines Geschäftskern investieren, selbst wenn das ein Verkauf von Randbereichen nötig machen würde. Herr Hoppe, jetzt haben Sie die Chance mal zum Unternehmer aufzusteigen. Nutzen Sie die Chance und investieren Sie aus dem eigenen Bestand heraus. Zur Not verkaufen sie einfach eine der Immobilien. Das Vamos ist sicher praktisch, aber weder schön noch schützenswert.

  4. So berechtigt die Kritik am Uni-Neubau ist, so wenig skeptisch bin ich da beim Hallenprojekt. Natürlich geht es hier zunächst um den Bedarf der SVG an einer Bundesliga-tauglichen Spielstätte. Gleichzeitig könnte eine solche Halle aber eine Nachfrage in einem (Event-)Bereich decken, in dem Lüneburg absolut unterversorgt ist.
    Sportanlagen sind Spezialimmobilien, die man nur schwer anderweitig nutzen kann. Normalerweise sind solche Projekte in reiner Vereins- oder öffentlicher Trägerschaft deshalb wahre Groschengräber. Die geplante Betreibung durch Campus Management fand/finde ich da aber eine spannende Idee – das Unternehmen hat ja auch anderswo bewiesen, dass es Projekte erfolgreich umsetzen/betreiben kann. Und wenn ein eigener Ehrgeiz darin besteht, die Halle regelmäßig zu füllen, kann das nur im Interesse aller sein.
    Sobald also der reine Bau geklärt ist, sollte sich Lüneburg auf und über dieses Projekt freuen – ohne, dass damit (nur) der SVG eine Gefallen getan wird.

    Dass es andere Vorhaben gibt, denen eine ähnliche Dringlichkeit und Wahrnehmung zu wünschen wäre, steht auf einem anderen Blatt. Das kollektive Versagen beim Thema Elbbrücke bleibt für mich eines der schwärzesten Kapital der regionalen Politik und Verwaltung in den letzten zwei Jahrzehnten.

    • Dirk, bist du der Pressesprecher von Klaus Hoppe?

      Wenn ihr „Events“ und „Eventhallen“ wollt, dann überlegt euch ein tragfähiges „Geschäftskonzept“ und finanziert die Sache privat, d. h. sucht euch eure Investoren, überzeugt sie und geht das Risiko alleine, aber hört endlich damit auf, die beiden HVB-Opis in Stadt- und Kreisverwaltung um Steuergeldgeschenke anzuflennen!

      Die Campus Management GmbH ist ein knallhart gewinnorientiertes Privatunternehmen. Ihre beiden Geschäftsführer sollten auch einmal beginnen, sich wie Erwachsene zu benehmen und das jämmerliche Gebettel nach Extrawürschten einstellen.

    • Campus Management war immer dann stark, wenn es um subventionierte Geschäfte zu ihren Gunsten ging. Z.B. die verbilligte Zuschanzung von Immobilien und die Betreibung von subventionierten Studentenwohnheimen oder die jahrelange mietfreie Nutzung des subventionierten Vamos oder die wettbewerbsfreie Cafe Bewirtschaftung auf dem Unigelände. Es spricht doch nichts dagegen, wenn sich Herr Hoppe, wie jeder andere private Unternehmer eine Halle baut oder Veranstaltungsräume mietet, um seine Partys zu veranstalten. Wenn er dann noch für gemeinnützige kulturelle Projekte Zuschüsse braucht, wir sich darüber sicherlich auch reden lassen. Das er aber als eventueller Betreiber den Torwächter für die Steuermillionen macht, kann sicher nicht sein und somit war Nahrstedts Kungelei zum Scheitern verurteilt.
      Im übrigen war das gesamte Konzept mangelhaft. Das ging schon mit 300 Parkplätzen für eine 3500 Mann/Frau Halle los, mit vorgeschobenen Schulsport (ohne Turngeräte ohne Schule in der Nähe mit weiten Anfahrtswegen für eine Sportstunde, ohne Nahverkehrsanbindung…etc). Es wären noch nicht einmal die sehr beliebten und gut besuchten Fußballhallenturniere möglich gewesen. Der einzige Profiteur, wäre der bezuschusste! Betreiber, der Investor und die SVG.
      Man sollte einmal über die Sportbedarfe der gesamten Stadt und Region einen Plan machen und dann ein Gesamtkonzept auf die Beine stellen, anstatt immer zu Flickschustern.
      Das Herr Hoppe lieber zehntausende Euro in seine Volleyball Leidenschaft steckt, sei ihm und dem Verein gegönnt, wenn er aber Not hat, sollte er das Geld lieber in die Entwicklung seines Betriebes stecken oder zur Finanzierung eines eigenen Veranstaltungszentrum nutzen, sonst macht er sich unglaubwürdig und es kommt das Gefühl auf, das sein Volleyball Engagement nur vorgeschoben ist, um geschäftlich Zugriff auf größeres zu bekommen.

  5. Manfred Nahrstedt ist und bleibt eine Fehlbesetzung. Total überfordert und nicht befähigt Projekte zu managen und in größeren Zusammenhängen zu planen. Nur klein klein und Flickenteppiche kommen dabei raus.

  6. Es ist schon erstaunlich mit welche Arroganz Bahlburg und Sobbotka meinen über Steuermillionrn disponieren zu können. Lüneburg ohne SVG Volleyball….das wäre ein so großes Armutszeugnis, dass man ruhigen Gewissens mal 9,9 Millionen plus x an Steuergeldern in eine Halle blasen kann. Die weiteren Details wie Betreiberrisiko und Folgekosten interessieren da nicht groß. Überhaupt, Planungsdetails wurden dem Rat in bewährter OB Manier nicht offengelegt. Herr Sallier war da sicher besser informiert. Klar ist ja auch was anderes als wenn es „nur“ um das Geld des Steuerzahlers geht. Aber gut das wir inzwischen Jamaika haben. Vielleicht ist das ja der eigentliche Grund, dass das Projekt nicht mehr nach der gewohnten Mädge Gutsherrenart realisiert werden kann. Nun muss dann doch Europaweit ausgeschrieben werden usw. Die Bremser haben gesiegt.

    • @Heinz: Zustimmung! Die Kassen sind leer. Die Stadt Lüneburg hockt auf einem Schuldenberg von über einer halben Milliarde Euro. Die Politik sollte endlich verantwortungsvoll handeln: nicht nur das Wünschenswerte, sondern das Notwendige muss finanziert werden. Und Schluss mit dem Schielen auf die Wahlen. Die Bundestagswahl September 2017 und die Landtagswahl 2018 dürfen nicht dazu verleiten, Wahlgeschenke in Kreis und Stadt Lüneburg zu verteilen.

  7. Entschuldigung, aber einige Kommentatoren können oder konnten wohl bisher oder immer noch nicht lesen. Aus ihren Kommentaren geht hervor, dass die Halle für die SVG gebaut werden soll. Wenn ich so einen Schmarrn lese, wundert es mich auch nicht, dass die vergangenen Wahlergebnisse so ausgefallen sind. Scheinbar hört niemand mehr richtig zu oder interpretiert sich eine eigene Welt. Ein Armutszeugnis für Lüneburg, schaut man nur mal 40 km weiter gen Süden in die Zuckerstadt. Die Jabelmannhalle, hinreichend ihrer Events/ Veranstaltungen bekannt, fast vergleichbar derer in der Weltstadt Hamburg, ist doch das beste Beispiel. Lüneburg machts ja ähnlich wie Hamburg in der Vergangenheit. Da wartet man über 20 Jahre auf eine vernünftige Veranstaltungshalle, weil das CCH schon völlig abgenutzt und die Alsterdorfer Sporthalle nennen wir es einmal „noch brauchbar“ war, um dann endlich einmal eine O2 – Arena, mittlerweile Barclaycard-Arena, auf die Beine zu stellen, um dem Bürger und Steuerzahler Freizeitangebote zu unterbreiten. Wer denn der Meinung ist, dass wir eine Veranstaltungshalle in Lüneburg nicht bräuchten, kann ja in die Provinz ziehen und damit gleichzeitig ein gutes Werk tun und somit Wohnraum für Studenten schaffen.
    Immer alles schön zerreden und sich dabei an keine Fakten halten – großartig. Aber genau das passt ja auch zur Jamaikakoalition mit ihren riesigen Wahlversprechen. Mittlerweile glaube ich auch, dass diese Koalition unbedingt Fachberater auf 450 Euro-Basis benötigen. Gute Nacht.

    • „Wer denn der Meinung ist, dass wir eine Veranstaltungshalle in Lüneburg nicht bräuchten, kann ja in die Provinz ziehen“?

      Markus Schultz, gibt es denn noch tiefere Provinz als Lüneburg?

      Wenn du eine Veranstaltungshalle „bräuchtest“, sieh zu, wie du sie finanzierst und deine Investoren von deinem Geschäftskonzept überzeugst! Es kann doch nicht wirklich dein Ernst sein, zu fordern, dass Stadt oder Kreis dafür aufzukommen haben. Herr Hoppe und seine Freunde sollten sich an den Gedanken gewöhnen, dass sie die Kohle für ein Leben auf großem Fuße nicht mehr hinterher geworfen bekommen, sondern es alleine verdienen müssen, indem sie sich dem Wettbewerb der Ideen stellen und das wirtschaftliche Risiko ihrer lobenswerten Unternehmungen selber tragen.

    • Die ColorLine/O2/Barclaycard Arena (Inbetriebnahme 2002) wurde privat geplant, gebaut und finanziert.

      „Die Baukosten betrugen rund 83 Mio. Euro. Finanziert wurde der Bau der Arena vom finnischen Unternehmer Harry Harkimo und von der Stadt Hamburg, die Harkimo das Grundstück für den symbolischen Preis von einer Mark verkaufte sowie als vorbereitende Maßnahme für 12,38 Mio. Mark (etwa 6,33 Mio. Euro) die Verkehrsinfrastruktur verbesserte und für 5 Mio. Mark (etwa 2,56 Mio. Euro) eine Bodensanierung durchführen ließ. Im Oktober 2007 wurde die Halle für geschätzte 75 Millionen Euro an die Anschutz Entertainment Group verkauft.“ (Quelle: Wikipedia)

      Sie war die Heimspielstätte der „Hamburg Freezers“ (Eishockey) und HandballSportVerein Hamburg. Sie waren die sogenannten „Anchor“-Mieter, die für eine regelmäßige Auslastung/Mieteinnahme sorgen sollten. Wobei die „Freezers“ keine Miete zahlten, da sie dem Hallenbetreiber gehörten. Die Hamburger Handballer subventionierten durch überhöhte, nicht marktgerechte Mietzahlungen die Freezers quer. Konsequenterweise gingen nach der Insolvenz der Handball-Spielbetriebs GmbH auch für die „Freezers“ die Lichter in der Arena aus.

      Ich begrüße den Bau einer Multifunktionsarena in Lüneburg. Am besten durch einen privaten Investor geplant, gebaut und finanziert. Von mir aus aber auch durch die Stadt und den Landkreis Lüneburg. Dann aber so verpachtet, dass keine Kosten für den Unterhalt entstehen und die Finanzierung für den gesamten Zeitraum (20 Jahre) gedeckt ist.

      Herr Hoppe ist doch ein sehr erfahrener, kompetenter Veranstaltungsmanager und wird eine konkrete Vorstellung haben, wie hoch die Pacht sein darf, um die Halle einigermaßen risikofrei zu betreiben ist. Dem Pächter bliebe es dann auch überlassen, ob die SVG Volleyballer dann mietfrei die Arena nutzen dürfen oder nicht. Für Schul- und Breitensport ist die Halle nicht geeignet und waren/sind nur vorgeschobene Argumente.

      Von der SVG erwarte ich Zahlen, mit welcher Zuschauerresonanz sie in der Arena rechnen, bzw. um wie viel die Kartennachfrage die Kapazität in der Gellersenhalle regelmäßig übersteigt. Ob es einen signifikanten Unterschied bezüglich des Zuschauerzuspruchs macht, ob in der 1. oder 2. Volleyball-Bundesliga gespielt wird.

  8. Mal wieder zeigt Lüneburg sein wahres Gesicht.Spitzensport in Lüneburg ist nicht möglich und es wird alles versucht dies auch zu zeigen.Siehe Stadionbau für einen Regionalligisten und nun das.Will man wirklich aus dem Bundesligateam wieder ein Team in die Unterklassigkeit führen? Nur weil die Stadt zu dämlich ist,alles zu regeln und alles in die richtige Richtung zu bringen.Aber das konnten die Herren aus der Politik schon immer,den Spitzensport aus Lüneburg fern halten.Denkt da irgendwer auch an die Mannschaft,das sie schon seit Jahren nach einer neuen Halle suchen und nun dieses Disaster.Ganz ehrlich diese Stadt will keinen Spitzensport in Lüneburg!

    • Dirkiboy, mein Kleiner, seit wann ist denn „die Stadt“ verantwortlich, für einen zusammengekauften und künstlich beatmeten Synthesebundesligisten „alles zu regeln und alles in die richtige Richtung zu bringen“?

      Wer oben mitmischen möchte, soll auch zusehen, wie er selbst die Bedingungen (Halle, Parkraum, Bewirtschaftung, Kundenakquise, Gehälter, Vermarktung, etc.) dafür finanziert und schafft, dass er es kann. Ein vollkommen artifizielles „Nischenprodukt“ wie die SVG im Unterhaltungsangebot für eine verschwindend kleine Zahl von Interessierten mit diesem speziellen Sonderverlangen vorzuhalten, gehört nicht zu den Aufgaben einer Kommunalverwaltung.

  9. Ich behaupte, der LSK Hansa spielt höherklassig als die SVG-Volleyballer. Ganz einfach deshalb, weil es aufgrund der Konkurrenz-Situation viel schwerer ist, Viertligist im Fußball, als Erstligist im Volleyball zu sein. Im Volleyball ist bereits die 2. BL zwei- und die 3. Liga ist viergeteilt. Darunter sind acht Regionalligen mit einem Unterbau in Niedersachsen von Oberliga (2), Verbandsliga (4) und Landesliga (6), jeweils regional getrennt. D.h. ein Volleyball-Verein muss, wenn er in der untersten Liga (Landesliga) in Niedersachsen seinen Spielbetrieb aufnimmt, lediglich sechsmal aufsteigen um Erstligist zu sein. Dazu kommt, dass in den einzelnen Volleyballigen deutlich weniger Mannschaften spielen, als in den Fußballligen.

    Der Werbewert der SVG-Volleyballer für Lüneburg ergibt sich aus der medialen, nicht lokalen Berichterstattung und deren Reichweite und wird gen null tendieren.

    • … und ich behaupte, die Erde ist eine Scheibe … Dann vergleichen Sie mal schön weiter Äpfel mit Birnen. Die SVG findet durchaus Resonanz in der überregionalen Presse. Abgesehen davon halten sich die Verantwortlichen des LSK, der SVG sowie des AEC weise zurück mit solchen Vergleichen – im Wissen, dass das keinem etwas brächte.

      • Soso, Harry …. Können Sie mehr, als Unfug zu stammeln? Dann zeigen Sie uns doch mal ein paar Artikel der überregionalen Presse, in denen „die SVG durchaus Resonanz findet“ !

        Auf der (ziemlich miserablen) SVG-Website ist davon nullkommanüscht zu sehen. Alles nur selbst erdichtete Freudenprosa. Und auch beim Googeln hatte ich kein Finderglück.

        Also, Harry, worin besteht „die Werbewirkung“ der SVG für „den Standort“ Lüneburg nun eigentlich, die eine Steuergeld-„Investition“ von voraussichtlich ca. zwanzig Millionen Euro rechtfertigen würde? Wo sehen Sie den ROI in Kreis und Stadt zurückfluten, Harry?

      • Herr “Hirsch“, wissen Sie wer auch noch Äpfel mit Birnen vergleicht? Sponsoren! Aber wahrscheinlich kennen sie noch nicht einmal den Unterschied zwischen Sponsoring und Mäzenatentum. Für einen Sponsoren ist es entscheidend, was durch sein Engagement auf seine Marke “eingezahlt“ wird. Dabei sind Image der Sportart, des Sportlers, der Mannschaft wichtig, entscheidend sind aber die Zielgruppenkontakte. Cellagon war Sponsor des LSK und hat sich dann entschieden Joey Kelly zu sponsern, weil der häufig in TV-Sendungen zu sehen war. Da wurde dann eine Rosine einer Kiste Äpfel vorgezogen.

  10. Karlheinz Fahrenwaldt

    Ein paar Fakten zum SVG: Der Verband der Volleyball Bundesliga hat in seiner Homepage folgende Zahlen auf Lager: Der SVG hat im Durchschnitt 800 Zuschauer (ich schätze, dass das die Kapazitätsgrenze der Gellersenhalle ist). Es gibt in der 1. Volleyballbundesliga einen einzigen Verein mit durchschnittlich über 4.000 Zuschauern – alle anderen lieg meist weit unter 2.000 Zuschauer. Die vom Verband geforderte Hallengröße beträgt 2.500 Zuschauer (allerdings soll es sich hier um ein verhandelbares weiches Kriterium handeln). Nur für die Verlängerung der Bundesligalizens könnte man innerhalb eines halben Jahres bestehende Hallen in Lüneburg ertüchtigen (die Mehrfeldhallen in Kaltenmoor sollen sowieso renoviert werden und 2014 hat der MTV der Stadt die Halle A am Kreideberg zum Kauf angeboten, die schon heute 700 Zuschauer fasst und ohne größeren Aufwand bundesligatauglich gemach werden könnte. Für den Bau einer Eventhalle besteht also kein Zeitdruck!

    • Doch, doch, Herr Fahrenwaldt, es gibt Druck! Nur solange die SVG noch BL spielt, kann man ein Druckszenario aufbauen 😉
      Allein das Wort BUNDESLIGA zieht im Ohr von Vielen. Dass Volleyball eine defizitäre Randsportart ist wird bei dem Wort BUNDESLIGA gern vergessen.
      Und ich will nicht die Leistung der Sportler schmälern – die machen ihre Sache gut, es rechtfertigt aber nicht die Ausgaben.