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Ihnen gebührt Anerkennung: 65 Lüneburgerinnen und Lüneburger wurden bei einer Feierstunde für ihr Engagement fürs Gemeinwohl ausgezeichnet. Foto: t&w

Ehrenamt in Lüneburg: Ohne sie wäre unsere Gesellschaft ärmer

Lüneburg. Liam Lynch wohnt am Ebensberg und besucht das Gymnasium in Scharnebeck. In seiner Freizeit engagiert er sich vielfältig, zum Beispiel im Jugendtreff ELMplus. Dort ist er nicht nur dabei, wenn es darum geht, die Disco zu planen oder den Raum für Veranstaltungen herzurichten, er hat auch im Team das neue Logo für den Jugendtreff mit erarbeitet. Mit anderen Jugendlichen gemeinsam etwas für andere zu machen, bereite ihm einfach Spaß, sagt der 14-Jährige.

Liam gehörte auch zum Organisationsteam für die Veranstaltung „Laufen für Vielfalt“, mit der ein Zeichen für Frieden und Vielfalt im September gesetzt wurde. Und auch bei den Vorbereitungen für eine Podiumsdiskussion im Vorfeld der Kommunalwahl brachte er sich ein, als jüngster Teilnehmer trug er zudem couragiert Fragen vor. Für sein vorbildliches ehrenamtliches Engagement wurde er jetzt im Glockenhaus ausgezeichnet.

Mit Herz, Hand, Verstand fürs Gemeinwohl

Lynch war einer von 65 Lüneburgern, die sich ehrenamtlich und unentgeltlich für ihre Mitmenschen engagieren und bei denen sich die Stadt in einer Feierstunde bedankte. Sie stehen stellvertretend für Tausende von Bürgern, „die sich zuständig fühlen, die etwas in den unterschiedlichsten Bereichen bewegen, von dem andere profitieren und die unsere Gesellschaft lebens- und liebenswerter machen“, sagte Oberbürgermeister Ulrich Mädge im Beisein der Bürgermeister Eduard Kolle, Dr. Gerhard Scharf und Ulrich Löb, die als Laudatoren die Ehrungen vornahmen.
Das Ehrenamt sei Ausdruck einer Gesellschaft, „in der man nicht nur an sich denkt, sondern seine Zeit und Arbeitsleistung kostenlos einbringt, um anderen zu helfen und so das Miteinander zu gestalten“, machte Mädge deutlich.

„Unsere Gesellschaft braucht Ihr Engagement“ Ulrich Mädge,  Oberbürgermeister

Es werde völlig zu Recht als Rückgrat unserer Gesellschaft bezeichnet. „Unsere ganze Gesellschaft kann nur so funktionieren wie sie funkioniert, weil es ehrenamtlich Tätige in großer Zahl gibt.“ Erfreulich sei zudem, dass es sogar „Mehrfachtäter“ gebe, die sich mit Herz, Hand und Verstand fürs Gemeinwohl einsetzen. Alle seien Vorbilder, unter anderem auch für die jüngeren Menschen, „die in ihrem Leben nach Orientierung suchen“. Deshalb gelte es besonders am Tag der Ehrenamtlichen, Dank zu sagen auch im Namen von Rat und Verwaltung der Hansestadt. „Ich wünsche Ihnen, dass Ihr Engagement Ihnen auch in Zukunft Freude und Erfüllung bringt.“ Und solle es mal zur Last werden, hoffe er, „dass Sie nicht gleich aufgeben, sondern sich an die schönen Seiten Ihrer Tätigkeit erinnern und weitermachen. Unsere Gesellschaft braucht Ihr Engagement.“

Dafür steht unter anderem Hubert Dietrich, der im Stadtteil Ochtmissen als langjähriges Mitglied des Bürgervereins vielfach Aufgaben übernommen hat und zu den regelmäßigen Helfern und Unterstützern der Veranstaltungen des Vereins zählt. Aber nicht nur in dieser Funktion engagiert er sich, sondern er leistet auch Hilfe für Bürger des Stadtteils. Dabei zeichnet ihn aus, dass er nicht die Öffentlichkeit sucht. Öffentliches Lob kam nun durch die Auszeichnung. Marko Meyer ist seit 2008 ehrenamtlich tätig in der Freiwilligen Feuerwehr Rettmer, gründete dort die Kinderfeuerwehr und übernahm die Aufgaben des Kinderfeuerwehrwartes, war zudem von 2011 bis 2015 Stadtkinderfeuerwehrwart. Darüber hinaus engagiert er sich bei der Bundeswehr im Katas­trophenschutz im Kreisverbindungskommando Lüneburg.

Manche sind sogar „Mehrfachtäter“

Ohne die ehrenamtliche Hilfe von vielen Bürgern für Flüchtlinge hätte vieles nicht bewältigt werden können, betonte Oberbürgermeister Mädge. Einer von ihnen ist Helmut Krefft, Mitglied der Johanniter-Hilfsgemeinschaft Lüneburg-Dannenberg. Er war einer der Ersten, der sich beim Aufbau der Notunterkunft in der Theodor-Körner-Kaserne einsetzte, indem er die Unterkunftsleitung unter anderem bei der Datenverarbeitung unterstützte.

Durch sein Engagement gelang es zudem, Ärzte für kostenfreie Sprechstunden zu gewinnen, und er half beim Anlegen von Krankenakten. Für die Lüneburger Willkommenskultur steht auch Christa Hild-Maack, die Deutschunterricht für junge Frauen in der Gemeinschaftsunterkunft Papenburg anbietet, sowie Katarzyna Ewa Rollert, die zum Team des Café International gehört, das Begegnungen zwischen Lüneburgern und Flüchtlingen ermöglicht.

Ehrenamtlich tätig zum Wohl der Patienten sind die Grünen Damen und Herren des Klinikums. Einer von ihnen ist Erhard Stelter, der sogar an den Feiertagen stets zur Stelle ist, um den dort verbliebenen Patienten seine Dienste anzubieten. Für den musikalischen Rahmen sorgte der Shanty-Chor vortrefflich mit maritimen Liedern.

Von Antje Schäfer

 ABC der Geehrten

  • A — Erika Albrecht (Geschwister-Scholl-Haus), Frank Allmer (Naturschutz), Maic Alpers (Freie ev. Gemeinde Lüneburg)
  • B — Klaus-Georg Basting (Ausbildung von Flüchtlingen), Klaus Behrend (Betreuungsverein LG), Hanne Berlin (Verein Amistad), Hajo Boldt (Stadt-Chronist), Dorothee Büser (Ostpreußisches Landesmuseum), Joachim Busse (Schützenverein Hagen)
  • C — Birgit Charles (Ev.-ref. Kirchengemeinde Lüneburg-Uelzen)
  • D — Hubert Dietrich (Bürgerverein Ochtmissen), Matthias Dirbach (Kraft-Sport-Lüneburg), André Dkhili (MTV Treubund), Gesa Dröge (Freundeskreis Hospiz), Heinz-Georg Düllberg (NABU-Kreisgruppe)
  • E — Elke Ermler (Seniorenbeirat)
  • F – Gretel Fiedel-Westermann (Parlü)
  • H — Sven Hagen (Alzheimer Gesellschaft), Hans Karl Henne (Kirchengemeinde St. Michaelis), Roswitha Hentschel (Verein Lebenshilfe), Marko Heyner (Freiwillige Feuerwehr Rettmer), Christa Hild-Maack (Gemeinschaftsunterkunft Papenburg), Bernd Hufenreuter (Wildgehege Kreideberg/Ochtmissen)
  • J — Meike Jargstorff (Ev.-Freikirchliche Gemeinde)
  • K — Helmut Krefft (Johanniter-Hilfsgemeinschaft Lüneburg-Dannenberg), Tobias Kroeger (Arbeitsgemeinschaft Verkehrsfreunde Lüneburg), Christel Kühl (Lebenshilfe Lüneburg-Harburg), Linda Kunzelmann (SV Eintracht Lüneburg)
  • L — Annegret Lies (Museumsfreunde Lüneburg), Stefan Lütkemüller (Kirchengemeinde St. Johannis), Liam Lynch (Jugendtreff ELMplus)
  • M — Dr. Sabine Mahncke (private Flüchtlingshilfe), Uwe Martens (Schiedsmann), Annika Mederus (Handballverein Lüneburg), Nadja Meier (Landsmannschaft der Deutschen aus Russland), Brigitte Renate Meyer (Katholische Pfarrgemeinde St. Marien), Roland Müller (Kleingärtner-Bezirksverband)
  • O — Gerd Ostermann (Schützenverein Oedeme), Frederik Overkamp (DLRG Ortsgruppe Lüneburg)
  • P — Frank Perschke (Lüneburger Sportvereinigung), Elisa Petersen (Lüneburger Tafel), Annegret Peuker (DRK-Ortsverein Ochtmissen), Bärbel Piepho (Geschwister-Scholl-Haus)
  • R — Anneliese Rölcke (Kneipp-Verein), Katarzyna Ewa Rollert (Café international/St. Marien)
  • S — Gretel Schulte (Jägerschaft Lüneburg), Joachim Schulz (Flüchtlingsbetreuung in Häcklingen), Eberhard von Seydlitz (Stadtteilhaus SalinO), Karin Slomski (Arbeiterwohlfahrt, Ortsverein Lüneburg), Holger Steffen (Ortsfeuerwehr Lüneburg/Rettmer), Erhard Stelter (Grüne Damen und Herren des Städtischen Klinikums), Hildelies Stephan (TuS Erbstorf)
  • T — Claudia und Arne Tabatt (Verein „Den Kindern von Tschernobyl“)
  • U — Jutta Ueberlein (Technisches Hilfswerk, Ortsverband Lüneburg)
  • W — Inge Walter (Mentor – Die Leselernhelfer Lüneburg), Enrico Warkotsch (Arbeiter-Samariter-Bund), Daniel Warstat (Kirchengemeinde Lüne), Arne Weiser (private Flüchtlingshilfe), Annegret Westermann (Grüne Dame/Flüchtlingsheim Oedeme), Harry Wölk (VfL Lüneburg), Karl Wurm (BUND – Regionalverband Elbe-Heide)
  • Z — Elfriede und Reinhard Zinn (Volksbühne Lüneburg)

 

2 Kommentare

  1. Werner Schneyder

    Ehrenamt heißt, dass der Staat sich aus der sozialen Verantwortung immer mehr herauszieht. Je mehr er dies tut, desto mehr Werbung wird für das Ehrenamt gemacht.

  2. Klaus-Georg Basting

    Ich bin stolz, dass ich stellvertretend für meine Kollegen geehrt wurde. Aber der Zusatz zu meinem Namen (Ausbildung von Flüchtlingen) war falsch. Tatsache ist, ich spreche als Regionalkoordinator mit geflüchteten und deutschen Männern und Frauen, und bringe sie auf den Weg in einen Ausbildung. Über eine Einstiegsqualifikation undr die Ausbildung bis zur Prüfung begleiten meine Kollegen und ich die jungen Menschen. Wir, das ist der Senior Experten Service in Bonn (SES) Initiative VerA. Ich bekam nach der Veröffentlichung viele Anfragen, die ich nicht bedienen konnte, denn ich unterrichte nicht. Aber die Begleitung zu Ämtern und Behörden, zur Handwerks- und Industrie- und Handelskammer, zum Jobcenter und weitere ist möglich.