Donnerstag , 14. November 2019
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Schäfermeister Gerd Jahnke beklagt Schafsrisse innerhalb seiner Herde in Südergellersen. Er hatte kürzlich gefordert, die Wölfe nur die Wölfe am Leben lassen, die gelernt haben, sich von Menschen fernzuhalten. Foto: t&w

Wölfe in Südergellersen: Grüne Abgeordnete fordert Vergrämungsaktion

Südergellersen. Die jüngsten Nutztierrisse in Südergellersen rufen neben dem niedersächsischen Wolfsbüro nun auch die grüne Landtagsabgeordnete Miriam Staudte auf den Plan. Während eine Mitarbeiterin des Wolfsbüros den betroffenen Schafhalter gestern persönlich besuchte, meldete sich Staudte mit einer Pressemitteilung zur Wort und forderte: „Ich halte es für notwendig, bei Nutztierrissen, die auf einen Wolf zurückzuführen sind, frühzeitiger mit Vergrämungen zu beginnen.“

Staudte sieht zudem Handlungsbedarf bei der Förderung wolfsabweisender Zäune. „Wir müssen auch die Hobbyhalter in die Förderrichtlinie für Zaun­ertüchtigung aufnehmen, denn der Wolf lernt am niedrigen Hobby-Zaun, dass ein Schaf leichte Beute ist. Danach unterscheidet er nicht mehr zwischen Hobby- und Berufsschaf. Und auch ein höherer Zaun hält ihn dann nicht mehr ab.“ Die Ausweitung der Richtlinie habe sie, so Staudte, gegenüber dem Umweltministerium bereits mehrfach angeregt.

Expertin empfiehlt weitere Herdenschutzhunde

Wie es um die Schutzmaßnahmen in Südergellersen bestellt ist, prüfte gestern eine Mitarbeiterin des Wolfsbüros vor Ort. Über das Ergebnis informierte der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) ebenfalls in einer Pressemitteilung. Er erklärte, dass neben Material für die Erhöhung des Zauns auch weitere Elektronetze nötig sind. „Die Mitarbeiterin wird mit dem betroffenen Nutztierhalter auch über die Möglichkeit sprechen, weitere Herdenschutzhunde einzusetzen, da bei einer 700-köpfigen Herde ein einzelner Hund kaum wirksam ist“, heißt es. Die Richtlinie Wolf erlaube die Förderung mehrerer Hunde bei größeren Herden.

80 Prozent der Kosten für Prävention (Zäune, Herdenschutz) und durch Verluste von Nutztieren werden laut NLWKN nach entsprechender Richtlinie in Form einer Billigkeitsleistung ersetzt, wenn ein Wolf als Verursacher nachgewiesen wird. lz

4 Kommentare

  1. Tom Schulze-Helmke

    Da hat Miriam Staudte sicherlich recht. Gerade im aktuellen Fall mit 3 Angriffen in einer Woche konnte man mit einer Rückkehr des mutmaßlichen Wolfes zu seinem Riss rechnen. Eine gute Gelegenheit für eine erzieherische Maßnahme. In dieser Richtung sollte sich das Umweltministerium Gedanken machen weil Vergrämung nur funktioniert wenn es sofort und mit einem direktem Bezug zur Handlung passiert. In unser Facebookgruppe „Schützt die Wölfe“ hoffen wir auch auf großzügige Unterstützung besonders was die Anschaffung oder den Unterhalt von Herdenschutzhunden anbelangt. Besonders die Schäfer die Kulturlandschaftspflege betreiben leisten einen wertvollen Beitrag und sollten entsprechend gefördert werden.

    • Guck an der TSH will vergrämen. Dafür bräuchte man Jäger! und eine Ausnahmeerlaubnis. Ach so und noch Wölfe die auf 30m so blöd sind nicht zu merken das da jemand ist! Nur die gibt es nicht! Diese ideologisch geprägte Unkenntnis ist leider in Deutschland weit verbreitet. Am und ab 14.12.16 19.00 Uhr gibt es einen Aufklärungsfilm in Hannover: Weidetierhaltung: Geliebt. Gewollt. Geopfert?

  2. Zuerst schaffen wir uns Wölfe an. Dann errichten wir ein „Wolfsbüro“, die Tierhalter kaufen Zäune, und wenn der Wolf das tut, was er immer schon tat, ersetzen wir die Schäden aus Steuermitteln. Eine gute Gelegenheit für die verehrte Grüne Abgeordnete, eine Vergrößerung der Fördertöpfe zu fordern. Blöd nur: all das muss jemand erwirtschaften, und das sind weder die Abgeordneten, noch die Wolfsbürokraten.