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Direkt vorn am Fähranleger soll das Herzstück des neuen Hafens entstehen: Langgestreckte Terrassen mit Sitzgelegenheiten und ein Platz mit Tisch-Bank-Kombinationen. Foto: cw

Neues Hafenkonzept für Bleckede

Bleckede. Der Bleckeder Hafen samt Promenade soll attraktiver werden. Ein Ort, der zum Bummeln und Flanieren einlädt, wo man sich aber auch niederlassen kann, um einfach die Seele baumeln zu lassen und über die Elbe zu schauen. Nicht nur für Einheimische, sondern vor allem für Touristen. Bei der jüngsten Bauausschusssitzung der Stadt stellte das Planungsbüro Swup aus Berlin das neue Entwicklungskonzept für den Hafen vor.

Dazu gehört vor allem eine Umgestaltung des Parkplatzes am Fähranleger zu einer Fläche mit Sitzgelegenheiten und Gas­troangebot. Der Wohnmobilstellplatz wird ebenso komplett neu gestaltet wie der Anleger. Buswendeplatz und Promenade werden überarbeitet. Kostenpunkt: Rund 715000 Euro.
Den Grundstein für ein neues Entwicklungskonzept des Hafens, für das sich die Stadt Fördergelder erhofft, legte die Fraktion der Grünen bereits vor zwei Jahren mit ihrem Antrag. Mit Hilfe des Kurs-Elbe-Projektes“ und des Planungsbüros wurde die Idee konkretisiert und im März 2015 das erste Mal der Politik vorgestellt. Bei der jüngsten Bauausschusssitzung lagen nun die fertigen Entwürfe vor.

Lang gestreckte Terrassen direkt an der Elbe

„Das Herzstück ist der wunderschöne Platz am Fähranleger“, so Diplom-Ingenieur Karl Wefers. „Wir wollen hier einen Platz schaffen, der das aufwertet.“ Geplant ist, die Anschüttung der Steine hinab zur Elbe in lang gestreckte Terrassen mit Sitzgelegenheiten und den Parkplatz in einem Bereich mit Tisch-Bank-Kombinationen zu verwandeln.
Wefers zeigte Beispiele von hochwassergeeigneten Bänken, deren Korpus aus Granit besteht und deren eigentliche Sitzflächen schnell und einfach zu demontieren sind. „Für die Gastronomie dachten wir an einen Container, der im Hochwasserfall schnell abtransportiert werden kann“, so Wefers weiter. Kostenpunkt für diesen Bauabschnitt: 260000 Euro.
Weiter in Richtung Stadt kommt der zweite Abschnitt, der Buswendeplatz, der mit rund 117000 Euro zu Buche schlägt. „Hier könnte man die Parkplätze unterbringen, die vorn an der Fähre weggenommen werden.“ Ein neues, transportables Buswartehäuschen und erhöhte Bordsteinkanten sollen den letzten Schliff bringen.

Der Wohnmobilstellplatz als dritter Abschnitt muss komplett überarbeitet werden, um die Verkehrssicherheit zu realisieren. „Wir haben hier zwölf Stellplätze und eine Fahrgasse, damit die Wohnmobile beim Ausparken nicht einfach rückwärts auf die Straße setzen“, erläuterte Wefers. Denkbar seien Münzautomaten für die Zufahrt. Ein Bodenablauf, eine Entsorgungsmöglichkeit für die WC-Kästen, Strom- und Frischwassertankstelle komplettieren das Angebot für Wohnmobilfreunde. Dieser Umbau ist mit rund 162000 Euro angesetzt.
Der Anleger sollte nach Ansicht des Planers für etwa 63000 Euro optisch attraktiver werden. „Wir könnten uns hier eine Holzdecke auf dem Anleger und hölzerne Drehsessel vorstellen“, so Wefers. Der letzte Abschnitt ist die Promenade. „Die soll natürlich erhalten bleiben, hier fehlen nur einige Papierkörbe, Bänke und Lampen“, befand Wefers. Kostenpunkt: 113000 Euro.

Stadt will Fördermittel zur Umsetzung einwerben

Bürgermeister Jens Böther erklärte, er könne sich sowohl vorstellen, dass Mittel aus der Förderrichtlinie ELER als auch aus dem Hamburg-Niedersachen-Fonds möglich seien. Voraussetzung für eine Förderung sei jedoch in jedem Fall, dass die Stadt auch eigenes Geld für das Projekt in den Haushalt einstelle. Geplant ist, bereits für das kommende Jahr 450000 Euro bereitzustellen. Der Ausschuss stimmte dem Gesamtkonzept zu und beauftragte den Bürgermeister, die Fördermittel einzuwerben.

von Claudia Wesch

3 Kommentare

  1. Angelika Sturmvogel-Hennewuth

    Ein Buswendeplatz für 117 Tausend Euro, darauf haben wir gewartet. Einfach toll, dass das Biospärenreservat jetzt endlich menschengerecht, allen zugänglich gemacht und um attraktive Gastro-Angebote bereichert wird. Das Ganze ist glücklicherweise eng verzahnt mit dem Kampf gegen die Verbuschung, denn so ist der Blick frei und die Elbe läuft viel besser ab, das haben Dipl.- Ingenieure berechnet. Schon in diesem Jahr zu beobachten: auch in Bleckedes Nachbarorten, wie etwa Neu Darchau wächst und gedeiht ein neues, betont wirtschaftsnahes, touristisches Konzept : hier freuen sich immer mehr motorisierte Biker aus Ratzeburg, Pinneberg und anderen Orten über die gut ausgebaute Infrastruktur, mit Serpentinen, Currywurst und unverstelltem Blick auf den Strom. Auch eine zunehmende Schar motorsport-begeisterter Speedboot-Fahrer genießt hier das Naturerlebnis Elbtalaue, bei rasanten Gleitfahrten über das Gewässer zwischen Klein Kühren und Schutschur.
    Wunderbar, dass nun bald auch ein mondäner Jachthafen entstehen bzw. ausgebaut soll, das belebt die Konjunktur nachhaltig – und, hurra, es gibt Fördermittel! Attraktive Tisch-Bank-Kombinationen aus Granit und Beton schaffen eine bezuschusste, seniorengerechte Wohlfühlatmosphäre – und die Planungsbüros freuen sich über Aufträge. Ich fühle mich an Norbert Lammerts Worte erinnert: es geht uns gut, wir sollten zufrieden sein. Achso, die Biber? Die siedeln wir um, in Natura 2200-Regionen in Tschechien oder Polen. Großartig. Kleine Anregung: es fehlt ganz dringend noch das Konzept eines Planungsbüros zur erweiterten, stakeholdervalue-orientierten Bewirtschaftung der Kulturlandschaft Elbtalaue, denkbar wären z.B. Kurtaxe-Automaten am Buswendeplatz, kombiniert mit entsprechende Kontrollen durch geschultes, uniformiertes Personal. So einen Beitrag sollte uns das einmalige Erlebnis Elbtalaue Wert sein. Und aus den Erlösen finanzieren wir dann weitere, dringend erforderliche Buswendeplätze oder mit Beton gepflasterte Wanderwege und Wohnmobil-Parkplätze. Bleckede blüht auf, Donald Trump kann kommen!

  2. Die Trendsportart nennt sich „Jet-Ski“, nicht „Speedboot“. In der Schweiz ist das meines Wissens verboten, aber im „Biospährenreservat“ zwischen Neu Darchau und Hitzacker – offensichtlich kein Problem. (?)

  3. Bleckede ist ein liebenswerte kleine Stadt, eben weil sie noch nicht so durchgestylt und touristisch optimiert ist, wie viele andere Orte z. B. entlang der Ostseeküste in Schleswig-Holstein. Ob einzelne Elemente des Konzeptes vielleicht tatsächlich ein Gewinn sein könnten, kann ich nicht beurteilen, aber es fällt auf, dass das größte Kapital der Region um Bleckede offenbar nicht einmal eine Erwähnung im Konzept findet und das ist das Naturkapital.
    Aufwertung im ganzheitlichen Sinne bedeutet m. E. auch, etwas für die Natur im Bereich des Biosphärenreservats zu tun, z. B. Speed-Boote, Jet-Ski oder wie immer diese Monster auch heißen mögen, lärmende Motorräder etc. oder sonstige naturschädigende Aktivitäten zu unterbinden. Das passt nämlich überhaupt nicht in diese wunderschöne Naturlandschaft.