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Das Grundstück für die geplante Arena an der Lüner Rennbahn soll von 12800 auf 15500 Quadratmeter anwachsen. Um Platz für mehr Parkplätze zu schaffen. Vor Ort wird der Gesamtbedarf von 700 Stellplätzen aber wohl nicht gedeckt werden können. Foto: be

Zu wenig Parkplätze an der geplanten Arena Lüneburger Land

Lüneburg. Nicht nur die genauen Kosten der geplanten „Arena Lüneburger Land“ werfen Fragen auf, sollte der Landkreis Lüneburg das Projekt als Bauherr übernehmen (LZ berichtete): Kopfzerbrechen bereitet manchen auch weiterhin die Parkplatzfrage rund um die mögliche Veranstaltungshalle an der Lüner Rennbahn 5. Jetzt steht fest: Das Standortgrundstück, das der Landkreis erwerben soll, müsste rund 2700 Quadratmeter größer ausfallen als bei den ursprünglichen Planungen angenommen. Dort sollen zusätzliche Pkw-Stellplätze eingerichtet werden verbunden mit Mehrkosten für den Kreis. Doch selbst mit der Aufstockung würde das erforderliche Maß nicht erfüllt. Auch deshalb beobachten die Adendorfer die Entwicklung mit Argusaugen. Adendorfs Bürgermeister Thomas Maack sagt: „Wir müssen aufpassen, dass nachher bei uns nicht alles zugeparkt wird.“

Stehen land und Stadt weiter zur Halle?

Mehrkosten von rund 100.000 Euro

Bei den bisherigen Planungen der Arena für bis zu 3500 Besucher wurden bislang 268 Einstellplätze für Fahrzeuge vor Ort ausgewiesen. Rein rechnerisch wären aber 700 Stellplätze erforderlich, heißt es in einem internen Sitzungspapier des Landkreises. Im Rahmen des Baugenehmigungsverfahrens bei der Stadt Lüneburg sind nun 94 weitere Stellplätze vorgesehen, die aber bislang nicht in den Kosten berücksichtigt worden seien, heißt es weiter. Allein für die Herstellung rechnet der Kreis nach LZ-Informationen mit Mehrkosten von rund 100.000 Euro.

Hinzu kommt, dass das Grundstück damit auf insgesamt 15500 Quadratmeter anwächst und damit auch beim Erwerb zusätzliche Kosten von weiteren rund 170000 Euro verursachen würde, heißt es. Doch selbst dann wäre das Parkplatzproblem jedenfalls vor Ort nicht gelöst.

Oberbürgermeister Ulrich Mädge sagte dazu kürzlich im Pressegespräch: „Für Großveranstaltungen kommt klar die Auflage in die Baugenehmigung, dass das mit einem Shuttle von anderen Stellplätzen sichergestellt wird.“ Ein Shuttledienst könnte beispielsweise den Bahnhof Lüneburg oder das Parkhaus am Kino ansteuern. Mädge weiter: „Beim HSV haben Sie auch keinen Stellplatz vor der Tür. Im Radio hören Sie immer: Fahren Sie mit dem ÖPNV zum Spiel. Und da gehen 63000 rein und hier gehen dreieinhalbtausend rein.“

Adendorf hofft auf Verkehrskonzept

In der Vergangenheit führten bereits Erweiterungspläne von Betrieben in dem Lüneburger Gewerbegebiet immer wieder zu Diskussionen zwischen der Stadt und der Gemeinde Adendorf, wie eine Überlastung der Kreuzung Grüner Weg/B209/Lüner Rennbahn vermieden werden könne. Auf LZ-Nachfrage sagt Adendorfs Bürgermeister Thomas Maack: „Ich habe mich bei der ersten Vorstellung der Hallenpläne schon etwas gewundert. Aber ich hoffe, dass wir bei der Erstellung eines künftigen Verkehrskonzepts eng eingebunden werden.“

Dazu nimmt auf LZ-Nachfrage Stadtsprecher Daniel Gritz Stellung: „Wir befinden uns mit der Gemeinde Adendorf in regelmäßigem Austausch. Das ist zwischen guten Nachbarn so üblich.“ Und zum künftigen Verkehrsaufkommen im Gewerbegebiet mit einer neuen Arena schreibt Gritz: „Wir haben wegen der Erweiterung unter anderem vom Mediamarkt die Kreuzung schon einmal erfolgreich ausgebaut. Hinzu kommt: Das Gebiet an der Lüner Rennbahn haben nach dem Ausbau bereits einige Betriebe wieder verlassen, nämlich Pickenpack, der Schlachthof, DVG und Edeka. Das sind pro Tag 1000 Fahrzeugbewegungen weniger. Damit entstehen für den bereits ausgebauten Kreuzungsbereich wieder neue Kapazitäten für Fahrzeugbewegungen, die durch die Arena ausgelöst werden.“

3 Kommentare

  1. Na klasse, jetzt hat man sich schon auf dieses Gelände eingeschossen – powered by Sallier(Stiftung der Nächstenliebe) – das kein anderes Gelände infrage kommen könnte.
    Das Problem ist neben den, mir fragwürdigerweise immer noch hohen Baukosten, auch der Weg zwischen Abfahrt Ortsumgehung und Ankunft Parkplatz „Bank-die-nicht-Bank-heissen-will Arena“.
    Jeder der da mal zur Feierabendzeit Kreuzung Artlenburger Landstraße/Lüner Rennbahn lang fährt kann ein Lied davon singen wie der Verkehr, im besonderen bei den Linksabbiegern, sich staut.

  2. Das ist kein gutes Omen für das Projekt wenn es schon mit Mehrkosten beginnt. Und es werden nicht die letzten sein. Aber vielleicht legt ja Knecht Ruprecht dem Landkreis noch ein paar Millionen unter den Tannenbaum.

  3. Herr Mädge macht sich auch die Welt, wie sie ihm gefällt: die HSV-Arena hat 11.000 PKW-Stellplätze für 63.000 Besucher, also 1 Stellplatz für 5,7 Besucher.
    Diese Quote ergäbe bei 3.500 Besuchern der Halle in Lüneburg 614 Stellplätze. Bei nun geplanten 362 Plätzen fehlt da aber noch etwas.
    Aber Herr Mädge braucht ein weiteres Denkmal seiner Ära, da biegt man schon mal die Zahlen etwas, oder?