Aktuell
Home | Lokales | Paketabholung wird zum Glücksspiel
Lange Warteschlangen vor der Post an der Sülztorstraße sind keine Seltenheit. Inzwischen sind Kunden froh, wenn überhaupt mal geöffnet ist. Foto: ap

Paketabholung wird zum Glücksspiel

Lüneburg. Auf die Öffnungszeiten ist kein Verlass. Regelmäßig stehen die Kunden des Postbank-Finanzcenters an der Sülztorstraße vor verschlossenen Türen. Die Zeiten, die im Internet angegeben sind, sind längst überholt. An manchen Tagen öffnet die Filiale gar nicht, an anderen später als sonst, manchmal kann man auch nur vormittags seine Pakete aufgeben oder abholen (LZ berichtete). Die Kritik der LZ-Leser reißt nicht ab. Und das, obwohl eine Sprecherin der Postbank schon vor zwei Monaten Besserung angekündigt hatte. Da standen die Kunden regelmäßig zusammen mit 60 anderen und ihren Paketen Schlange.

Angaben auf Abholschein nicht verlässlich

Wer einen Blick auf seinen Abholschein wirft, der erfährt, dass sich ein Besuch in der Filiale nur dienstags zwischen 8.30 und 13 Uhr, mittwochs zwischen 13 und 18 Uhr und donnerstags ab 10 Uhr lohnt. Doch: Die Angaben scheinen ebenfalls nicht verlässlich, denn Postbank-Pressesprecherin Iris Laduch-Reichelt nennt auf LZ-Nachfrage für die kommende Woche andere Zeiten (siehe Infobox). Und es kommt vor, dass wenn die Filiale eigentlich geöffnet haben soll, dann doch vor Ort ein weißer Zettel als Aushang darauf hinweist: „Aus organisatorischen Gründen geschlossen“.

Die personelle Situation an der Sülztorstraße sei auch nach wie vor noch sehr angespannt, sagt Laduch-Reichelt. „Um sie zu entspannen, wird die Postbank für dieses Finanzcenter einen neuen Mitarbeiter einstellen. Die Rekrutierung läuft bereits.“ Um kurzfristig bekanntwerdende Personalausfälle aufzufangen, seien meist sogenannte Springer oder Kollegen aus anderen Filialen im Einsatz. Das gelinge aber nicht immer, deshalb „kann es in Einzelfällen zu verkürzten Öffnungszeiten der Filiale kommen“. Wie berichtet, darf ein Mitarbeiter allein aufgrund des Vier-Augen-Prinzips nicht arbeiten, es müssen mindestens zwei sein.

Wartezeiten bessern sich nicht

Die kurzfristigen Schließungen führen dazu, dass der Kundenandrang an anderen Tagen nun noch einmal deutlich höher ist. Häufig haben sich LZ-Leser zuletzt über die langen Wartezeiten beschwert. Das ließe sich in der Vorweihnachtszeit nicht vermeiden, sagt Laduch-Reichelt. Der Grund dafür sei die viele Weihnachtspost, vor allem aber Pakete oder Päckchen, die sich auf den Weg zum Adressaten machen. „In der Adventszeit transportiert die Deutsche Post DHL für ihre Kunden an Spitzentagen über acht Millionen Pakete am Tag.“

Um die Wartezeiten in den Filialen in Grenzen zu halten, seien zurzeit noch verstärkt Auszubildende als Weihnachtshelfer im Einsatz. „Und unsere Personalplaner haben berücksichtigt, dass in den Vorweihnachtswochen deutlich weniger Mitarbeiter ihren Urlaub abwickeln, als zu anderen Zeiten des Jahres.“

Von Anna Paarmann

Öffnungszeiten in dieser Woche

Die Sprecherin der Postbank teilt mit, dass nach „derzeitigem Planungsstand“ die Filiale in der Sülztorstraße in der laufenden Woche wie folgt geöffnet habe:

  • Montag: 8.30 bis 18 Uhr
  • Dienstag: ab 13 Uhr
  • Mittwoch: 8.30 bis 13 Uhr
  • Donnerstags: ab 13 Uhr
  • Freitag: 8.30 bis 13 Uhr
  • Sonnabend: 9 bis 13 Uhr

8 Kommentare

  1. Alexander Krüger

    Ich hatte neulich auch die große Freude, in der Schlange zu stehen. Ich wollte gern anregen, dass wir Wartenden ein Weihnachtslied singen oder eine Polonäse machen könnten. Das stieß leider auf wenig Begeisterung. Was wirklich Besserung bei den Wartezeiten bringen könnte, wäre, wenn man nicht drei Schalter öffnen würde, an denen dann drei Mitarbeiter arbeiten, die zusammen so schnell arbeiten wie ein normaler Mensch. In dem Tempo, wie die Leute sich dort bewegen, würden andere Menschen gern mal Urlaub machen. Da denkt man an verstecktes Theater: „Heute spielen Zeitlupe“. Die Zeit, die manche Mitarbeiter da brauchen, um ein Päckchen aus dem Lager zu holen, würde ich brauchen, um es direkt zum Empfänger zu bringen. Zu Fuß. Bis Hamburg. Mindestens.
    Wie man die Post-Kunden glücklich machen könnte? Einfach mal ein bisschen bewegen und ARBEITEN. Oder zumindest einen Gratis-Glühwein für die armen Menschen, die draußen in der Kälte stehen müssen.

  2. Diese Probleme bei der ehemaligen Hauptpost in der Sülztorstrasse gibt es doch seit Jahren immer wieder. Schon seit Monaten (in den letzten Wochen extrem verstärkt) gibt es in einigen Stadtteilen auch bei der „normalen“ Postzustellung erhebliche Unregelmäßigkeiten und Ausfälle (Lünepost vom 10./11.12.16 berichtete). An den Zustellern dürfte es nicht liegen. Also muss doch mal die Frage gestellt werden ob es vielleicht an einem Missmanagement von leitenden Personen liegen kann. Der Fisch stinkt bekanntlich vom Kopf.

    • Danke für die Info,
      das Problem liegt auch meiner Meinung nach an den Führungskräften. Besonders wenn dort hoher Krankenstand vorliegt. Übrigens, soweit ich informiert bin, bieten die gesetzl. Krankenkassen Hilfe, speziell die AOK. Es wurde bereits in mehreren TV-Berichten gezeigt, dass die AOK in die Betriebe geht und die Führungskräfte schult, um den Krankenstand zu verringern. Gute Personalführung und gerechte Bezahlung schaffen ein gutes Arbeitsklima, dann klappt das auch mit den Paketen!

  3. Ach..stellt euch nicht so an. Weniger Angestellte beudet weniger Fixkosten… dadurch steigt die EBIT… das bedeutet dann mehr Dividende für die Shareholder. Und darauf kommt es doch an, oder !? Ein Hoch der Privatisierung !! HipHip HURRA !!! Das ist alles so gewollt … glaubt nicht das so etwas zufällig/überraschend passiert !!

  4. Christoph Lindemann

    Leider stimmen die korrigierten Zeiten trotzdem nicht – heute (Dienstag) hat die Post erst ab 14.30 auf … gerade mit ner Gruppe von Leuten vor verschlossenen Türen gestanden. Wie verpeilt muss man sein, dass man korrigierte Zeiten in der Zeitung bekannt gibt, und dann noch nichtmal im Stande ist diese einzuhalten. Eine absolute bodenlose Frechheit.

  5. Susanne Bockelmann

    Die Post sollte heute um 13:00 Uhr aufmachen ! In der Post war ein neuer Aushang heute um 14:30 Uhr öffnen wir.
    Sowas geht ja wohl gar nicht .

  6. ich verstehe es nicht: im auftrag des arbeitsamtes helfe ich arbeitslosen menschen, einen job zu finden. viele würden sofort bei der post anfangen. wo ist das problem? personal gäbe es genug. ich könnte sofort personal besorgen.

    und noch etwas: direkt um die ecke bei der aral tankstelle kann man seine pakete bei hermes abgeben. das kostet auch noch weniger, der betrieb ist rund um die uhr an 7 tagen die woche gewährleistet und die mitarbeiter sind freundlich und arbeiten sehr schnell – keine beamten eben.

  7. Werner Schneyder

    Wer erst der Privatisierung denn Mund redete, mag nun schweigen. Ich wünsche mir den guten alten Postbeamten zurück.