Donnerstag , 20. September 2018
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Betzendorferin Dörthe Geppert bewundert den Lichterreigen, den ihr Mann Winfried jedes Jahr in den gemeinsamen Garten zaubert. Foto: t&w

Weihnachtsbeleuchtung macht Grundstück zum Hingucker

Amelinghausen/Betzendorf. Advent, Advent, ein Lichtlein brennt, erst eins, dann zwei, dann 30.000 und noch mehr. Zur Weihnachtszeit verwandelt sich seit rund 20 Jahren das Grundstück der Familie Geppert in Betzendorf regelmäßig zum strahlenden Anziehungspunkt des Dorfes. Winfried Geppert, seit Kurzem auch ehrenamtlicher Bürgermeister der Gemeinde, drapiert dann rund 200 Lichterketten durch Garten und Baumwipfel. „Das mit der Weihnachtsbeleuchtung fing bei uns an wie bei den Griswolds in dem Film Schöne Bescherung: Stecker rein, Sicherung raus.“ Inzwischen hat er herausgefunden, wie es richtig geht. Mittlerweile wird die Deko von rund 3000 tibetischen Gebetsfahnen aus Nepal ergänzt.

Mit Einsetzen der Dämmerung wird aus dem rund 1700 Quadratmeter großen Grundstück Im Dorfe 11 in Betzendorf ein Märchenwald aus Lichtern. Das ist über die Jahre gewachsen. Winfried Geppert sagt: „Das ist schon Tradition geworden seitdem wir die Kinder haben. Und eigentlich wollte ich damit aufhören, wenn die Kinder aus dem Haus sind, aber jetzt ist es zum Dorfanziehungspunkt geworden.“ Regelmäßg flanieren Besucher durch Gepperts Garten. Er sagt: „Wenn die Leute vorher fragen, dürfen sie rein. Sie müssen nur vorsichtig sein, dass sie nicht über eine der Kabeltrommeln stolpern.“

Lichterketten allein wären den Bewohnern dieses Hauses in Amelinghausen zu langweilig gewesen. Das soll aber erst der Anfang sein. Foto: t&w
Lichterketten allein wären den Bewohnern dieses Hauses in Amelinghausen zu langweilig gewesen. Das soll aber erst der Anfang sein. Foto: t&w

Geppert setzt durchweg auf Lichterketten mit normalen Glühbirnen, zwischen 30000 bis 35000 Stück, keine LEDs. „Da bin ich oldschool. Ich nehme nur Warmweiß, das ist klassisch zeitlos.“ Er räumt selbstkritisch ein: „Mein ökologischer Fußabdruck zu Weihnachten ist bedenklich. Dafür fliegen wir weniger.“

Allein am Familienhaus hängt keine einzige Lichterkette, dafür aber in den Wipfeln von Kirschbaum oder Lärche. „Das ist schon eine sportliche Herausforderung. Ich klettere dann bis zu 18 Meter hoch, um die Ketten anzubringen.“ Das schaut sich seine Ehefrau Dörthe Geppert oft mit Sorge an und ist froh, wenn er heile wieder herunterkommt. Aber: „Ich finde die Beleuchtung wunderschön, das macht ganz viel Weihnachtsstimmung.“

„Uns kann es nicht bunt genug sein.“ Thomas Thelemann und Manuela Müller

Das Gartenlicht knipsen die Gepperts in der Regel von 16 bis 22 Uhr an, und zwar bis Ende des Jahres täglich und im Januar noch an den Wochenenden. ­Geppert sagt: „Spätestens im März muss ich die Lichterketten wieder aus den Bäumen holen, bevor sie anfangen zu wachsen und die Ketten kaputtreißen.“ Zudem hat er noch eine Reserve an Lichterketten, die er zur Reparatur im Haus ausrollt, für nächstes Jahr. Und der Betzendorfer hat noch rund 3000 Tibetische Gebetsfahnen im Garten aufgestellt, „die zum Leidwesen meiner Familie auch zu Ostern zum Einsatz kommen.“ Manchmal gehe der Betzendorfer allein durch seinen beleuchteten Garten, „dann staune ich manchmal über mich selbst“.

Dass die Geschmäcker bei der Adventsbeleuchtung sehr unterschiedlich sein können, zeigt zudem ein anderes Beispiel aus Amelinghausen. Regelmäßig staunen derzeit auch Spaziergänger, wenn sie am Haus von Manuela Müller und Thomas Thelemann im Röthenweg 5 in Amelinghausen vorbeikommen. „Es bleiben öfter Leute stehen und machen Fotos“, freut sich Thelemann, der darin einen Ansporn sieht. Erstmals hatten sich die beiden dazu entschlossen, auch ihr Wohngrundstück adventlich zu beleuchten. Aber mit anderem Ansatz. Thelemann sagt: „Wir wollten nicht nur eine Lichterkette aufhängen. Wir wollten das richtig machen.“

Es fing mit weißen LED-Rentieren an. Aber: „Uns kann es nicht bunt genug sein.“ Manuela Müller entdeckte im Baumarkt immer mehr beleuchtete Figuren. Zuletzt schafften sich die beiden einen aufblasbaren, beleuchteten Schnee- und einen Weihnachtsmann an. Beide 2,4 Meter hoch. Thelemann: „Für nächstes Jahr haben wir schon neue Ideen und wollen uns dann für die Stromversorgung einen Profi holen. Und wir haben im Internet schon einen beleuchteten Schneemann mit sechs Metern Höhe entdeckt.“

Von Dennis Thomas

7 Kommentare

  1. Für die einen ist es wunderbar. Für die Mehrheit wirkt es anders.

    • Sind Sie die Mehrheit Herr Paschka? Oder sprechen Sie nur für sich.

      • Hallo Otto,
        ich bin nicht die Mehrheit. Ich spreche für mich und kenne keine/n, der/die das toll findet, der/die sagt, dass er/sie auch keinen kennt, der das toll findet…

        Noch ein Tipp neben der Geschmackssache: Wer eingschaltete Beleuchtung außen griffbereit hat, signalisiert Einbrechen, dass dort Strom ist (freie Auswahl der Einbruchsgeräte gewährleistet). Aber keine Sorge, Blinke-Bambi wird nicht geklaut.

      • Otto
        bei uns gibt es eine bestimmte gruppe von menschen, die zu feige sind in ich-form sich zu äußern. ohne rückendeckung geht da garnichts. dieses findet immer dann statt, wenn es gegen mitmenschen geht.

  2. Tibetanische Gebetsfahnen? Als bunten Schmuck? Religion wird zur Deko? Dann dürfte man auch das Hakenkreuz dekorieren, weil es in Tibet ein religiöses Symbol darstellt.

  3. Schade, dass man so etwas jetzt gut finden muss. Geschmack- und Meinung-Vorgeschriebenes nimmt immer mehr zu. Genau, dass meine ICH, Herr Bruns.

  4. So wenig der Weihnachtsbaum und der -mann christlich sind, genauso sind grelle LED-Rehe eher Disney als Europa. Besinnlichkeit mit voller Wucht? Widerspruch!