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Die Jeetzel soll in öffentlicher Hand bleiben. Das fordern zahlreiche Bürger in Hitzackers, hier bei einer Aktion am Fluss. Viele Einwohner haben sich jetzt zusammengeschlossen, sammeln Geld für den Flusskauf. Foto: Norbert Erler

Aktion „Rettet die Jeetzel“ – Verein sammelt Geld

Hitzacker. „Die Jeetzel gehört uns allen — und das soll auch so bleiben!“, stand auf dem Transparent, das am Brückengeländer befestigt war. „Rettet die Jeetzel“, hieß es auf dem Schwimmring, der auf dem Wasser trieb. Mit einer symbolischen Rettungs-Aktion haben 150 Bürger in Hitz­acker ein Zeichen gesetzt. Sie wollten damit deutlich machen, dass sie sich gegen den vom Bund angekündigten Verkauf eines Abschnitts der Jeetzel in Hitzacker wehren wollen.

Anfang des Jahres hatte der Bund bekannt gegeben, dass er sich von einem Stück der Jeetzel, von der Drawehnertorbrücke bis zur Mündung des Flusses in die Elbe, trennen will. Es geht um eine Fläche von etwa 20.000 Quadratmetern. Land und Landkreis lehnten einen Kauf ab, die Stadt Hitzacker ist chronisch knapp bei Kasse.

Eigens, um mit Spenden die Stadt beim Kauf zu unterstützen, wurde der Verein „Gemeinsam für Hitzacker“ gegründet. „Am 20. November hatten wir Gründungsversammlung“, sagt Gerd Neubauer, Vorstandsmitglied und Sprecher des Vereins, dem derzeit 16 Mitglieder angehören.

Neubauer: „Wir freuen uns sehr über den großen Zuspruch. Obwohl wir erst seit einigen Tagen aktiv sind, haben wir bereits Spenden in Höhe von 15000 Euro erhalten. „Noch bis zum 31. März 2017 hat die Stadt Hitz­acker seitens der Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten das Erstzugriffsrecht, um für 88600 Euro den Abschnitt der Jeetzel zu erwerben.

Ein Weihnachtsgeschenk für die klamme Stadt

Alle, sagt Neubauer, vereine der Wille, einen Verkauf der Jeetzel zu verhindern, der Stadt ihren Fluss zu erhalten. „Wir waren entsetzt, als wir von den Plänen hörten, konnten es gar nicht glauben. Wie kann man denn einen Fluss verkaufen?“, wundert sich Neubauer.

Aus diesem Entsetzen bildete sich der Wille, etwas zu unternehmen. „Etwas, das sich ausdrücklich nicht gegen jemanden richtet, sondern für etwas, nämlich den Verbleib der Jeetzel in der Hand der Allgemeinheit“, sagt Neubauer. „Unser Wunsch: Unserer Stadt Hitzacker die Jeetzel zum Weihnachtsgeschenk zu machen“, betont er.

Es wäre „ungeheuerlich, wenn durch den Umstand, dass das Flussstück verkauft wird, es der Allgemeinheit entzogen würde“, meint auch Eike Weiß, ebenfalls im Vereinsvorstand. Daher werde man jetzt „versuchen, eine erhebliche Summe aufzutreiben“, um die Stadt beim Kauf zu unterstützen.

Wie wichtig das zum Verkauf stehende Flussstück für Hitz_acker ist, erläutert Klaus Lehmann, Leiter des Museums Altes Zollhaus und Mitglied im Vorstand des neuen Vereins. „Auf dem Stück liegen das Floß-Café Hiddos Arche, dort liegt das Zollboot, dort macht das Sofafloß fest, dort hat die Reederei Heckert ihren Anlegeplatz für ihre Passagierschiffe“, betont Lehmann. Auch die großen Flusskreuzfahrtschiffe, die Hitzacker anlaufen, kommen über das vakante Jeetzelstück in die Stadt: „Das alles darf nicht riskiert werden, das gehört zur touristischen Infrastruktur der Stadt.“

Infos zum Verein im Internet auf www.gemeinsam-fuer-hitzacker.de. rg

One comment

  1. Hallo, danke für den schönen Artikel, leider erweckt die Überschrift den Eindruck, als ob der Verein den Fluss selber kaufen will, was nicht der Fall ist. Der Verein setzt sich für einen Verbleib des Flusses in öffentlicher Hand an. Deshalb sammelt er spenden um die STADT beim Kauf finanziell zu unterstützen.

    Ein kleiner aber feiner Unterschied. Der Verein hat im Gegensatz zur Stadt auch kein Recht des Erstzugriffs, sondern müsste sich dann im Bieterverfahren dem privaten Investor stellen und ein höheres Angebot abgeben, was vermutlich aussichtslos wäre.

    Es wäre schön wenn das zumindest online noch korrigiert werden könnte.