Aktuell
Home | Lokales | Mehr Platz für Wohnmobile in Lüneburg
Der Wohnmobil-Stellplatz an den Sülzwiesen ist stark nachgefragt, deshalb soll er wachsen. Foto: be

Mehr Platz für Wohnmobile in Lüneburg

Lüneburg. Nicht weit entfernt von der Innenstadt liegt der Wohnmobilstellplatz an den Sülzwiesen, der rund ums Jahr gut besucht ist. Die 53 Stellplätze sind an manchen Tagen voll ausgelastet, im Jahresdurchschnitt zu 78 Prozent. Deshalb plant die Lüneburger Parkhaus und Parkraum Verwaltungs GmbH (Lüneparken) im kommenden Jahr eine Erweiterung um 15 Plätze. Kosten von 120000 Euro sind dafür eingeplant. Das erklärte Heinz Trost im Wirtschaftsausschuss, der nach der Kommunalwahl erstmals in neuer Besetzung unter Vorsitz von Dr. Monika von Haaren (Grüne) tagte.

Investition soll sich in drei Jahren amortisiert haben

Der Ausbau inklusive eines Wendehammers soll in Verlängerung des jetzigen Stellplatzes Richtung Westen erfolgen. Los geht es im ersten Quartal 2017, so dass die Plätze zum Auftakt in die Saison am 1. April fertiggestellt sind. Trost erläuterte dies im Zusammenhang mit der Vorstellung des Wirtschaftsplans 2017 der Lüneburger Parkhaus und Parkraum Verwaltungs GmbH, die ein Plus von 47392 Euro prognostiziert. Claudia Schmidt (Grüne) wollte wissen, wann sich die Kosten gerechnet haben werden. Aufgrund der Auslastung von 78 Prozent gehe man davon aus, dass sich die Kosten in drei Jahren amortisiert hätten, sagte Trost. Wolfgang Goralczyk (CDU) zeigte sich skeptisch, dass eine Erweiterung bei gegenwärtiger Auslastung wirklich notwendig ist. Trost hielt dagegen, dass in Spitzenzeiten mancher Wohnmobilist wieder abdrehen muss, weil kein Platz mehr frei ist. Damit gingen der Gesellschaft Einnahmen verloren.

Heiko Meyer (SPD) hielt fest: „78 Prozent Auslastung ist eine Menge. Für den Hotelbereich wäre das enorm.“ Und auch da würden neue Angebote geschaffen, um rund ums Jahr gut aufgestellt zu sein. Schlecht angenommen wird hingegen der Wohnmobilstellplatz in Adendorf, der ebenfalls von der Gesellschaft betrieben wird. Aber selbst wenn an den Sülzwiesen Hinweisschilder auf das Adendorfer Angebot angebracht würden, sieht Trost wenig Chancen, dass Wohnmobilisten dorthin ausweichen würden. Der Ausschuss nahm den Wirtschaftsplan inklusive Investitionsplan zustimmend zur Kenntnis.

Ein weiteres Thema waren die Wirtschaftspläne 2017 für die Gesundheitsholding und die neun Gesellschaften, die unter ihrem Dach firmieren. „Alle schreiben schwarze Zahlen in einer Größenordnung, die bemerkenswert ist“, sagte Rolf Sauer, Geschäftsführer der Gesundheitsholding. Spitzenreiter ist einmal mehr die Städtische Klinikum Lüneburg gGmbH, für die ein Überschuss von rund 3,2 Millionen Euro erwartet wird. Dabei seien einige Parameter der Krankenhausfinanzierung wie der Landesbasisfallwert und das Budget ungewiss, erklärte Dr. Michael Moormann, Geschäftsführer des Klinikums. Geplant ist, dass 40 Vollzeitkräfte mehr eingestellt werden, da die Zahl der Patienten stetig zunimmt.

Gesundheitsholding schreibt schwarze Zahlen

Bezüglich der Aufgaben der Gesundheitsholding erläuterte Sauer, dass diese zentrale Dienstleistungen für alle Gesellschaften übernehme, unter anderem Marketing und Öffentlichkeitsarbeit sowie die Leitung des zentralen Einkaufs. Im kommenden Jahr wolle man nun einen weiteren Schritt tun: Unter ihrem Dach soll der IT-Bereich aller Gesellschaften konzentriert werden. Davon verspreche man sich Synergieeffekte sowie eine Erhöhung der Qualität von IT-Dienstleistungen in den einzelnen Gesellschaften, so Sauer. Der Wirtschaftsausschuss nahm dies wie auch die Wirtschaftspläne der einzelnen Gesellschaften zustimmend zur Kenntnis.

Zum stellvertretenden Vorsitzenden des Wirtschaftsausschusses wurde Wolfgang Goralczyk (CDU) gewählt, auf Vorschlag von Claudia Schmidt (Grüne). Klaus-Dieter Salewski (SPD) hatte seinen Fraktionskollegen Heiko Meyer vorgeschlagen und sich für eine geheime Abstimmung ausgesprochen. Sechs Ausschussmitglieder stimmten für Goralczyk, drei für Meyer, es gab eine Enthaltung.

Von Antje Schäfer

Parkplatz soll bewirtschaftet werden

450 Stellplätze bietet der Parkplatz an den Sülzwiesen. Bisher ist das Parken dort kostenfrei. In ihrem Gruppenvertrag haben CDU, Grüne und FDP festgeschrieben, dass sich das ändern soll. Der Parkraum soll bewirtschaftet werden, nur für Anwohner und in der Innenstadt beschäftigte Arbeitnehmer kostenfrei bleiben.

Die Gruppe stellt im Verkehrsausschuss am Mittwoch, 20. Dezember, 16 Uhr, im Huldigungssaal des Rathauses folgenden Antrag: Die Lüneburger Parkhaus und Parkraum Verwaltungs GmbH soll einen Vorschlag zur möglichen Bewirtschaftung des Parkplatzes an den Sülzwiesen erstellen, der als Diskussionsgrundlage für die weitere Beratung im Verkehrsausschuss dienen soll.

Die Zugänglichkeit zur Festwiese und unentgeltliches Parken seien dabei zu berücksichtigen, heißt es.

2 Kommentare

  1. 120.000 Eur für 15 größere Parkplätze mit Strom-Anschluss ist schon viel, oder ?

  2. Benedikt v. Olbreuse-Mahlsdorf

    „Die Lüneburger Parkhaus und Parkraum Verwaltungs GmbH soll einen Vorschlag zur möglichen Bewirtschaftung des Parkplatzes an den Sülzwiesen erstellen “

    Die Lüneburger Jamaika-Koalition setzt erste politische Akzente – und macht endlich bald Schluss mit kostenlosen Parkplätzen in zentraler Lage. Die Parkraumbewirtschaftung der Sülzwiesen ist ein großartiger Plan, generationengerecht, und aus den Einnahmen können wir Kitas, Vertretungslehrer und zusätzliche Campingwagen-Parkplätze finanzieren. Ich persönlich würde das Modell einer effiziente Public-Private-Partnership begrüßen, denn so etwas bürgt für ein kundenfreundliches Stellplatz-Ambiente und spült Geld in die Stadtkassen. Als traditioneller Sozialdemokrat plädiere ich allerdings für ein sozialverträgliches Modell. Motorisierten und arbeitswilligen Geringverdienern sollte beim Kauf eines Monats- oder Jahres-Parktickets gegen Vorlage einer entsprechenden, amtlich beglaubigten Verdienstbescheinigung zusammen mit Meldebestätigung und Geburtsurkunde, ein Rabatt in Höhe von 2 bis 3 Prozent gewährt werden, auch wenn es sich bei ihnen nicht um sogenannte „Anwohner“ handelt. Das wäre im Bundesvergleich zwar neu, aber Frau Schellmann wird mir beipflichten: wir müssen auch den kleinen Mann im Auge behalten, oder zum Beispiel die alleinerziehende Krankenschwester aus Reppenstedt, die im Winter nach Hamburg zur Arbeit muss, sich aber nicht auf den KVG-Bus verlassen kann, und daher einen günstigen, bahnhofsnahen Parkplatz für ihren Kleinwagen benötigt. Fest steht: eine wachsenden Metropolregion wie Lüneburg braucht innovative Parkraumbewirtschaftungskonzepte, Automaten und freundliches aber bestimmtes Kontrollpersonal ganz dringend. Auch um eine Ilmenau-Benutzungsgebühr für Freizeit-Kanuten oder die flächendeckende Parkgebühr für Fahrräder werden wir in unserer schönen Hansestadt nicht mehr lange herum kommen. Höchste Zeit also, stringent die vielen Vorteile (Wachstum und Beschäftigung für alle) zu kommunizieren. Es wäre aus meiner Sicht zielführend, das beauftragte Planungsbüro im Briefing für das Parkraumbewirtschaftungskonzept gleich auch auf diese interessanten Zukunftsoptionen hinzuweisen und zusätzlich eine Werbeagentur mit der Konzeptionn entsprechender Kommunikations-Maßnahmen zu beauftragen, das erhöht die ohnehin schon enorme Akzeptanz bei den Lüneburger Bevölkerung bestimmt noch zusätzlich.