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Oberbürgermeister Ulrich Mädge (rechts) und Avacon-Technikvorstand Dr. Stephan Tenge. Foto: sp

Weitere Ladesäule für Elektroautos

ap Lüneburg. An immer mehr Standorten entstehen Ladestationen für Elektrofahrzeuge. Allein in der Stadt sind im vergangenen halben Jahr sechs neue Säulen ans Netz gegangen (siehe Infobox). Oberbürgermeister Ulrich Mädge hat jetzt mit der Avacon Natur eine weitere Stromtankstelle auf dem Marienplatz in Betrieb genommen. In Stadt und Kreis ist das die Nummer 17. Parallel dazu nimmt die Zahl der Autos zu, die mit Strom fahren.

Zwei Stunden lang können die Elektroautos auf dem Marienplatz kostenlos parken, in dem Zeitraum an der Ladesäule auftanken. Die Testphase läuft bis Jahresende, bis dahin ist der Strom kostenlos. Anschließend kann dieser per SMS, mit einer speziellen Karte oder über eine Internetseite bezahlt werden. Ein Ladeplatz kann per App reserviert werden. Die Tankkosten liegen ab 2017 bei 30 Cent pro Kilowattstunde.

Ladesäule am Marienplatz

„Der Marienplatz ist einer der meist frequentierten Parkplätze in der Stadt“, begründet Avacon-Technikvorstand Dr. Stephan Tenge die Standortwahl. „Wir wollen weitere Parkplätze versorgen, planen daher, im nächsten Jahr fünf weitere Ladesäulen aufzustellen. Experten erwarten, dass die Zulassungszahlen für Elektrofahrzeuge in den nächsten Jahren deutlich anziehen werden.“

In Stadt und Landkreis Lüneburg hat sich in den vergangenen Monaten auch etwas getan. Seit April wurden 64 neue Elektrofahrzeuge zugelassen, darunter sind auch Autos gefasst, die nur teilweise strombetrieben sind. Waren es zuvor noch 333, sind es nun 397 Autos, teilt Landkreis-Sprecher Hannes Wönig mit. Die Zahl der reinen Elektro-Autos ist auf 99 angestiegen, im April waren es 79.

Elektromobilität bietet großes Potenzial

Oberbürgermeister Mädge sagt: „Elektromobilität ist eine der Antworten auf die Klimaentwicklung, die Stadt hat es sich zur Aufgabe gemacht, Mobilität zu fördern.“ Deshalb habe man in der Vergangenheit auch kostenlose Parkplätze für E-Fahrzeuge eingeführt. Um auch genügend Strom zur Verfügung zu stellen, plane man zurzeit in jedem Neubaugebiet, an jeder Sparkassen-Filiale und an den vier Heizwerken der Avacon, angefangen im Hanseviertel, Ladesäulen. Im Klosterhof sei für 2018 eine Station vor allem für E-Fahrräder geplant. „Wir wollen ja auch weniger Verkehr, deshalb müssen wir die Stadt auch für E-Bikes ausbauen“, ergänzt Mädge.

Eine Ladesäule für Pedelecs bietet auch die Universität seit Oktober an. Sie war gemeinsam mit zwei Stationen für Elektroautos ans Netz gegangen. Reger Betrieb herrscht da noch nicht. „Der Markt wächst langsam“, sagt Oliver Steinke, Vertriebsmanager beim verantwortlichen Energieanbieter Lünestrom. Sechs Nutzer hätten sich dort bislang registriert, ihre Fahrzeuge insgesamt 60 Stunden aufgeladen. 20 Tankkarten, die Lünestrom kostenlos zur Verfügung stellt, wurden an die Uni herausgegeben. Pressesprecher Henning Zühlsdorff teilt mit, dass bislang erst zwei Karten vergeben wurden.

Informationen über E-Tankstellen in der Umgebung sind auf dem Energie-Portal des Landkreises unter www.landkreis-lueneburg.de zu finden.

Neue Stationen

Stadt Lüneburg
Parkhaus Stadtmitte, Bei der Ratsmühle: Tanken umsonst, aber Parkhaus kostenpflichtig
Marienplatz: Bis Ende 2016 kostenfrei, danach Avacon-Nutzerkarte (Kontakt: 04131/70431539)
Systemhaus Janott, Georg-Leppien-Straße: Ladekarte erforderlich
Universität, Parkpalette vor Gebäude 1: Ladekarte
Universität, Parkplatz vor Gebäude 14: Ladekarte
Edeka Bergmann, Sülztorstraße: Kunden tanken kostenlos
(BBS II/Georg-Sonnin-Schule, Am Schwalbenberg: für Januar 2017 geplant)
Landkreis
Autohaus Plaschka, Lüneburger Straße in Amelinghausen (auf dem Gelände der Shell-Tankstelle): Laden kostenlos

4 Kommentare

  1. Als Hamburger bin ich mit meinem Elektrofahrzeug gelegentlich in Lüneburg und haben schon zweimal erfolglos versucht, an einer der Ladesäulen an den Reeperbahnen zu laden. Das ist mir leider nie gelungen, weil ich als Hamburger natürlich keine Ladekarte von Avacon habe, nur damit kann man dort laden. In anderen Städten kann ich mit meiner Vattenfallkarte, der von Going Electric oder dem Code von RWE laden, in Lüneburg nicht, weil Avacon offenbar nur an Lüneburgern als Kunden interessiert ist und Auswärtige draußen bleiben. Sonst hätte man sich ja einem Verbund wie Ladenetz oder Going Electric angeschlossen. Das sollte eigentlich selbstverständlich sein, sonst bleiben Ladestationen nur ein schöner Schein für die Politiker, die sich gerne damit fotografieren lassen. Ohne offenen Zugang zu allen Ladestationen. wird das mit der Elektromobilität nichts, wenn ich unterwegs bin, muss ich mich darauf verlassen könnne, dass ich alle Ladestationen nutzen kann, ohne die Ladekarten sämtlicher regionaler Energieversorger dabei haben zu müssen.

  2. Ein interessanter Beitrag von Herrn Plum zu dem Thema. Mich würde mal interessieren wie groß der Fuhrpark der Stadt Lüneburg ist wie viele Fahrzeuge davon elektrisch betrieben werden.
    Vom Bundestag weiß man es inzwischen schon durch verschiedene Berichte aus denen deutlich wird, dass dort mal wieder genau das Gegenteil dessen getan was gepredigt wird. Auch bei Taxiunternehmen ist mir bislang kein Elektrofahrzeug aufgefallen. Aber, man will es angesichts der vielen (berechtigten) Negativschlagzeilen kaum glauben, bei der deutschen Post sind schon einige Elektrofahrzeuge im Einsatz. Wahrscheinlich auch damit man nicht hört wenn sich überraschend ausnahmsweise mal ein Zusteller nähert.
    Positiv wenn es um das Thema Umweltschutz geht muss eigentlich auch die KVG erwähnt werden, die schon seit längerer zeit zumindest einige Erdgas betriebene Busse im Einsatz hat. Das ist zwar nach Ansicht von Umweltschützern und (nah ja) Politikern noch nicht optimal, aber ein Schritt nach vorne.
    Optimal wäre die Elektromobilität ohnehin erst dann, wenn die notwendige Energie ausschließlich durch regenerative Energien erzeugt wird und vor allem ein ausreichendes Netz für den Transport des Stroms vorhanden ist. Aber bis das so weit ist werden sich einige Unternehmen (z.B. Tennet) auf Kosten der Verbraucher noch eine goldene Nase verdienen. Denn so lange es Streitereien unter/zwischen den Bundesländern zum einen und mit dem Bund zum anderen über den Verlauf und die Art der Trassen gibt wird das Zukunftsmusik bleiben und der Strom auch nicht nur „grün“. Und dann fehlt nur noch ein Bundeskanzler wie der neue Präsident der USA. Back to the roots. Energie wird wieder aus Kohle und Öl gewonnen um Arbeitsplätze zu schaffen. Schon lustig wenn es nicht so traurig wäre. Aber Deutschland wird das Weltklima schon retten. Da bin ich sicher. Nur wann?

    Denn eines bleibt bislang völlig unberücksichtigt. Die Mentalität der Verbraucher. Ein Auto soll schick sein. elektrische Fensterheben haben, Sitzheizung, Tempomat, Park-Distance-Control, Navi, vielleicht ein paar Assistenzsysteme, Regensensor, schnell wäre auch nicht schlecht und so weiter. Alles Ausstattungen die gerade Energie verbrauchen. Aber die Autoindustrie hat es geschickt geschafft den Verbrauchern dies alles als ein „must have“ zu suggerieren. Schafft das ein Elektrofahrzeug und kann dennoch mindestens 600 Km bei Durchschnittstempo 130 mit einer Aufladung auf der Autobahn fahren? Es gibt zwei Möglichkeiten. Entweder es läuft noch viel Wasser unsere Flüsse herunter bis es diese Elektroautos gibt, oder die Verbraucher müssen eine völlig neue Denkweise entwickeln. Aber wäre das zweite im Interesse unserer Automobilindustrie und der Politik in Hinsicht auf die Wirtschaftskraft und die Arbeitsplätze dieser Branche?

    • tja Otto, ein tempolimit auf der autobahn wäre da sehr hilfreich. es gibt aber vollpfosten , die faseln immer noch vom freien bürger und freie fahrt. der gesetzgeber ist da schon weiter. schneller als 130 kmh ist raserei und beim unfall mit zu berücksichtigen. ob die freien bürger dieses wissen?