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olker Geball, Vorsitzender der Deutsch-Japanischen Gesellschaft in Lüneburg, freut sich Er hat an der Theaterkasse von Sonja Westermann (r.) die ersten Karten für das besondere Konzert überreicht bekommen. Stefanie Kibscholl (l.) von der Hansestadt Lüneburg organisiert das Konzert. Foto: sp

Beethovens Neunte Sinfonie im Audimax

sp Lüneburg. Wer noch eine Geschenkidee zu Weihnachten benötigt, kann jetzt aufhören zu suchen: Beim Theater Lüneburg gibt es ab sofort Karten für ein besonderes Konzertereignis zu kaufen, das Musik, Gesang und Geschichte verbindet mit einem Besuch im dann frisch fertig gestellten Audimax der Leuphana Universität. Am Sonnabend, 11. März 2017, 17 Uhr, bringt ein international besetzter Chor aus Naruto / Japan, Qingdao / China, Los Angeles / USA sowie Lüneburg gemeinsam mit den Lüneburger Symphonikern (Theater Lüneburg) Beethovens Neunte Sinfonie auf die Bühne des Audimax. Das Stück hat in Japan eine einzigartige Bedeutung, gilt als heimliche Nationalhymne, was mit der deutsch-japanischen Geschichte im Ersten Weltkrieg im Zusammenhang steht. Das so genannte Heimkehrkonzert ist auch als einer der Ursprünge für die Städtepartnerschaft zwischen Naruto und Lüneburg zu sehen.

Das Konzert am 11. März 2017 wird – nach der offiziellen Eröffnung des Audimax am selben Tag vormittags – die erste öffentliche Veranstaltung in dem neuen Universitäts-Gebäude sein. Die Hansestadt und der Landkreis Lüneburg hatten mit der Leuphana schon vor Baubeginn eine Nutzungsvereinbarung für das neue Zentralgebäude der Uni in groben Zügen abgeschlossen. Der Hansestadt steht demnach ein gewisses Kontingent von Veranstaltungen im Audimax zu. Start ist das Heimkehrkonzert, das insofern eine gute Gelegenheit auch für jene Interessierten ist, die das von US-Architekt Daniel Libeskind Gebäude besuchen und einmal von innen auf sich wirken lassen möchten.

Beethovens Neunte Sinfonie ist in der japanischen Geschichte tief verankert

Doch nicht nur der Ort ist etwas ganz Besonderes – auch das Konzert selber. Beethovens Neunte Sinfonie ist in der japanischen Geschichte tief verankert und stellt seither einen Dreh- und Angelpunkt für einen wachsenden internationalen Austausch dar. Der ehemalige Oberbürgermeister der Stadt Naruto, Toshiaki Kamei, ist Ehrenvorsitzender der „Japanischen Vereinigung zum Singen der Neunten“ – in ganz Japan gibt es regelmäßig Aufführungen der Neunten mit mehreren Hundert und sogar bis zu 10.000 Chorsängern. Erstmals in Asien aufgeführt wurde das Stück von deutschen Kriegsgefangenen am 1. Juni 1918 – sie waren im ersten Weltkrieg in japanische Gefangenschaft geraten, zum Ende des Krieges stand ihre Heimkehr nach Deutschland an, darum auch die Bezeichnung Heimkehrkonzert.

Das damalige japanische Kriegsgefangenenlager Bando lag im heutigen Naruto. Kamei schreibt dazu in einem Brief an die Hansestadt: „Infolge des Kontaktes zwischen den Kriegsgefangenen und den um das Lager lebenden Menschen entstand ein vielfältiger Austausch, über den viel Wissen und Kultur aus Deutschland in die Gegend gelangte.“ Auch die Partnerschaft zwischen den Städten Naruto und Lüneburg knüpft unmittelbar an diese Geschichte an. Im weiteren Verlauf der Geschichte entstand über die Konzerte ein internationaler Austausch: Bereits 2001 hatten die Freunde aus Naruto in Lüneburg eine deutsch-japanische Aufführung organisiert. Für 2018, zum 100-jährigen der Erstaufführung, ist in Naruto ein großes Jubiläumskonzert geplant.

Rund 200 Sängerinnen und Sänger werden im Audimax singen

Zuvor aber steht das Konzert in Lüneburg am 11. März 2017 (17 Uhr) an. Rund 200 Sängerinnen und Sänger werden auf der Bühne im Audimax Beethovens Neunte singen. Gut die Hälfte von ihnen stammt aus Naruto und anderen Städten Japans, wo sie in den dortigen Vereinigungen zum Singen der Neunten mitwirken. Weitere Sänger stammen aus Qingdao / China und Los Angeles / USA. Auch 50 Chorsängerinnen und -sänger aus Lüneburg werden mitsingen. Die Soli werden mit Profis aus den beteiligten Ländern, besetzt: Michiko Watanabe (Sopran / Japan), Tracy van Fleet (Alt / USA), Xiang Li (Tenor / China), Peter Felix Bauer (Bass / Deutschland). Thomas Dorsch, Musikdirektor am Theater Lüneburg, dirigiert das Orchester, die Lüneburger Symphoniker.

Der Kartenverkauf startet ab sofort an der Kasse des Theater Lüneburg zu den üblichen Öffnungszeiten. Die Karten kosten 13 Euro das Stück, Schüler und Studierende zahlen 8 Euro. Vorverkaufsgebühr wird nicht fällig.